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Zugang zur Energiebranche für Startups

 Das Center for Innovation & Entrepreneurship der SML hat mit dem Energy Startup Day einen Anlass auf die Beine gestellt, der Gründern dabei helfen soll, in der Energiebranche Fuss zu fassen. Die Bilanz der ersten Durchführung fällt weitgehend positiv aus.

«Der rasche Zugang zu Ideen, Gütern und Dienstleistungen wird in Zukunft wichtiger sein als dauerhafter und schwerfälliger Besitz.» Mit diesem Zitat des US-Ökonomen Jeremy Rifkin eröffnete Adrian W. Müller, Leiter des Centers für Innovation & Entrepreneurship (CIE) der SML den Energy Startup Day. Das CIE hat den Anlass zusammen mit der ETH Group for Sustainability and Technology und dem Impact Hub Zürich ins Leben gerufen, um junge Unternehmen aus der Energiebranche den Zugang zu etablierten Playern und Vertretern von Behörden zu erleichtern.

Potenzial für Kooperationen

Zugang wird in Zukunft wichtiger sein als Besitz, ist Adrian Müller überzeugt.

Zugang wird in Zukunft wichtiger sein als Besitz, ist Adrian Müller überzeugt.

50 Teilnehmende aus 39 Energie- und Cleantech-Startups trafen in der Umweltarena Spreitenbach auf 45 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, öffentlichen Institutionen, NPOs und dem Startup Förderumfeld. In Poster-Sessions, bei Vorträgen und one-to-one Meetings tauschten sie sich aus und erörterten das Potenzial für Kooperationen. Die Initiatoren möchten damit längerfristig einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes leisten. Die Bestrebungen werden auch vom Bundesamt für Energie begrüsst: «Mit dem Energy Startup Day fördern die Organisatoren den Austausch zwischen Start-ups und Investoren und auch den Wissensaustausch zwischen etablierten und neuen Akteuren im Energiemarkt», schreibt Josef Känzig, Programmleiter Wissens-und Technologietransfer im Blog des Bundesamts für Energie.

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Devon Wemyss vom CIE hat die Schweizer Startup-Landschaft in einer Studie untersucht.

Treiber der Energiewende
Die teilnehmenden Start-ups suchen ihre Marktchancen vor allem in den weltweit stark wachsenden Cleantech-Märkten rund um Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie bei der Flexibilisierung des Energiesystems und mit ICT-basierten Vereinfachungen für Kunden oder Energieversorger. In all diesen Bereichen können Teams bis Ende Februar 2016 ihre innovative Geschäftsideen für den Geschäftsmodell-Wettbewerb ImpactHub Fellowship Energy Cleantech eingeben und Unterstützung gewinnen. «Die aktuell 77 aktiven Startups im Schweizer Energiesektor tragen in vier relevanten Felder zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 bei: Erhöhung der Produktion erneuerbarer Energien, Reduktion des Energieverbrauchs, Vereinfachung der Systemkomplexität und Gewährleistung der Versorgungssicherheit», sagt Devon Wemyss, wissenschaftliche Mitarbeitende am CIE. In einer Studie hat sie die Aktivitäten, Herausforderungen und Strategien im Schweizer Energy-Startup-Bereich untersucht.

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Andreas Witzig ist mit seiner Firma Vela Solaris ein Durchbruch gelungen. Heute ist wieder vermehrt in der Forschung tätig.

Erfolg gibt Recht
Einer, der er es geschafft hat, sich im Markt durchzusetzen ist Andreas Witzig. Seine Firma Vela Solaris vertreibt die Software Polysun, mit der sich Solarthermie, Wärmepumpen, Geothermie- und Photovoltaik sowie auch kombinierte Anlagen bis ins Details planen lassen. In seinem Vortrag am Energy Startup Day ermutigte er junge Startups, weiter an die Sonnenenergie zu glauben: «Zwar wurden die extremen Erwartungen nicht erfüllt und die staatlichen Interventionen haben vor allem in Deutschland den Markt zerstört. Trotzdem sind Photovoltaikanlagen viel günstiger geworden, als manch einer gedacht hat.» Das Problem mit der Speicherung sei «nur» ein Ingenieursproblem. Als Leiter des Instituts für Computational Physics an der ZHAW School of Engineering hat sich Andreas Witzig nun wieder vermehrt der Forschung verschrieben, bleibt aber im Verwaltungsrat von Vela Solaris.

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Der britische Unternehmer Peter Shaw sieht in den Rahmenbedingungen für Startups in der Schweiz noch Verbesserungspotenzial.

Bessere Rahmenbedingungen
Der Serial Entrepreneur Peter Shaw ist mit seinem Startup Anerdgy daran, Gebäude durch Windenergie, Druckunterschiede und Photovoltaik mit Energie zu versorgen. Seine Erfahrung in der Schweiz ist, dass es schwierig sei, die staatliche Förderung richtig in Anspruch zu nehmen: «Die regulatorischen Vorgaben sind zu wenig flexibel, um innovative Projekte schnell voranzutreiben.» Trotzdem weckte auch Shaw in seinem Vortrag Hoffnungen darauf, dass sich das Umfeld für Startups in der Schweiz verbessere.

Bastien Girod machte den Gründern Mut, die Cleantech-Welle zu reiten.

Bastien Girod machte den Gründern Mut, die Cleantech-Welle zu reiten.

Diesen Optimismus teilt auch der Umweltwissenschaftler und Nationalrat Bastien Girod, obwohl grüne Anliegen nach den Wahlen im Parlament einen schwierigeren Stand hätten. «Cleantech muss längerfristig mindestens gleich gut oder besser sein als herkömmliche Produkte, um eine Chance zu haben», fordert Girod. Dafür gebe es genügend Beispiele wie etwa den Elektrosportwagen Tesla oder das Vorzeige-Startup Urban Farmers. Veranstaltungen wie der Energy Startup Day würden dabei helfen, solche Innovationen voranzutreiben und Cleantech gesellschaftsfähig zu machen.

Auskunft: Carmen Kobe, Center for Innovation & Entrepreneurship

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Mit rund 100 Vertetern von Startups, Investoren, etablierten Playern und Behörden war der 1. Energy Startup Day gut besucht.

Im Verlauf des Tages blieb viel Zeit um Ideen auszutauschen und allfällige Partnerschaften zu besprechen.

Im Verlauf des Tages blieb viel Zeit um Ideen auszutauschen und allfällige Partnerschaften zu besprechen.

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