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ZHAW-Studie: KMU haben Aufholbedarf beim Datenschutz

Anspruch und Realität in Bezug auf Datenschutz klaffen in Schweizer Unternehmen auseinander, wie die ZHAW-Studie «Datenschutz in Schweizer Unternehmen 2018» zeigt. Gemäss der Umfrage stellen KMU kaum entsprechende Ressourcen zur Verfügung. In 70 Prozent der befragten Unternehmen fehlt es an Datenschutzbeauftragten.

Datenschutz

Durchgeführt wurde die Studie von Nico Ebert, Dozent für Wirtschaftsinformatik und Michael Widmer, Dozent für Datenschutzrecht von der ZHAW School of Management and Law.

Befragung von 265 KMU aus der Deutschschweiz
Um Verständnis darüber zu erlangen, wie Schweizer Unternehmen mit Personendaten von Kunden, Mitarbeitenden und anderen Stakeholdern umgehen, befragten die Forschenden vom Institut für Wirtschaftsinformatik und dem Zentrum für Sozialrecht 265 überwiegend kleine und mittlere Deutschschweizer Unternehmen. Diese Unternehmen bilden gemäss Michael Widmer «im Hinblick auf ihre Grössenverteilung die durch KMU-geprägte Unternehmenslandschaft der Schweiz weitgehend ab.»

Mangel an Ressourcen
Die Studie zeigt einerseits deutlich, dass ein Grossteil der befragten Unternehmen Datenschutz eine hohe Bedeutung beimisst. Die Erhebung zeigt aber auch, dass für den Datenschutz in Schweizer KMU kaum Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. «Datenschutz ist oft nicht budgetiert. In 70 Prozent der befragten Unternehmen fehlt es darüber hinaus an Datenschutzbeauftragten», fasst Nico Ebert die Ergebnisse zusammen. Es gebe kaum formalisierte Abläufe und Schulungen im Zusammenhang mit Datenschutz, was zeige, dass der Datenschutz in Schweizer Unternehmen noch nicht systematisch umgesetzt werde. Dies trotz der derzeitigen Relevanz des Themas aufgrund der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie der damit verbundenen bevorstehenden Revision und Verschärfung des Schweizer Datenschutzgesetzes.

EU-Datenschutzgrundverordnung ist relevant, aber unbekannt
Die Hälfte der Unternehmen kennt sich gemäss Erhebung zumindest teilweise im aktuellen Datenschutzgesetz der Schweiz aus. «Deutlich weniger bekannt ist allerdings die neue EU-Datenschutzgrundverordnung», sagt Widmer. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen geht hier davon aus, dass sie von der DSGVO betroffen sein werden. «Dies steht im Gegensatz zu der Einschätzung von Juristen und anderen Experten», gibt der ZHAW-Forscher zu Bedenken. Nach Experteneinschätzung wird die DSGVO das Gros der Schweizer Unternehmen betreffen.

Fazit
Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass die von den befragten KMU eingesetzten Datenschutzmassnahmen dem subjektiv hoch beurteilten Stellenwert des Themas noch hinterherzuhinken scheinen. Hierauf deuten nebst inexistenten Budgets und fehlenden Datenschutzbeauftragten auch kaum durchgeführte Schulungen. Neben der Wirtschaft seien auch Gesetzgeber, Verwaltung und Verbände gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen und Hilfestellungen – insbesondere für KMU – zu schaffen. Vor dem Hintergrund der Revision und Verschärfung des Schweizer Datenschutzgesetzes wird dies zu einer wichtigen Prämisse.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie auf der Newsseite zur ZHAW-Studie «Datenschutz in Schweizer Unternehmen 2018».

Auskunft: Michael Widmer, Dozent für Datenschutzrecht, Zentrum für Sozialrecht und Nico Ebert, Fachstelle für Prozessmanagement und Informationssicherheit

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