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ZHAW-Institut evaluierte Aufbau von Public-Sector-Audit in Tadschikistan

Im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Bereich des öffentlichen Finanzmanagements, führte das ZHAW-Institut für Verwaltungsmanagement (IVM) eine Evaluation der Entwicklungszusammenarbeit zum Aufbau einer unabhängigen öffentlichen Finanzkontrolle in der Republik Tadschikistan durch.

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Der Einsatz öffentlicher Finanzen und Steuergelder zur Umsetzung staatlicher Aufgaben und Ausgabenprogramme bedarf nicht zuletzt der Rechenschaftslage über die Mittelverwendung gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Um die Umsetzung und Einhaltung des Budgets zu kontrollieren, braucht es eine unabhängige Institution, die mit dieser Aufgabe betraut ist. Als eines von wenigen Ländern weltweit, verfügte die Republik Tadschikistan im Jahr 2007 über keine solche Institution, weshalb die Rechenschaftslage und demokratische Kontrolle kaum gegeben war. Aufgrund dessen unterstützte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Republik Tadschikistan im Aufbau einer sogenannten Supreme Audit Institution (SAI). Zusammen mit Alex Lötscher von der Hochschule Luzern war Pascal Horni vom ZHAW-Institut für Verwaltungsmanagement (IVM) eine Woche in Tadschikistan Hauptstadt Dushanbe unterwegs, um das Unterstützungsprojekt des SECO und dessen Zielerreichungsgrad zu evaluieren.

Paradigmenwechsel: Vom Inspektionsansatz zu Audits
Im Rahmen der Unterstützung durch das SECO konnte Tadschikistan seine Verwaltungsstrukturen um eine unabhängige, externe Prüffunktion ergänzen und eine SAI aufbauen. Um die Rolle der externen Prüfung aber auch ausführen sowie glaubwürdige und akzeptierte Prüfergebnisse präsentieren zu können, ist einerseits die Unabhängigkeit sowie andererseits die methodisch saubere Durchführung von Audits von zentraler Bedeutung. Entsprechend fokussierte sich die SECO-Unterstützung auf die Umsetzung der Empfehlungen der International Organisation of Supreme Audit Institutions (INTOSAI) in Bezug auf Governance-Strukturen und Audit-Praktiken. Gerade in Bezug auf Letzteres hatte Tadschikistan noch grossen Aufholbedarf, denn es mangelte an Know-how und Fachkräften, weshalb lediglich Inspektionen anstelle von Audits durchgeführt wurden. Ein Audit unterscheidet sich jedoch grundlegend vom Inspektionsansatz, da versucht wird, Rückschlüsse auf Effektivität von Abläufen und Prozessen einer Organisation zu machen und der Fokus demensprechend nicht ausschliesslich auf der Überprüfung der Einhaltung von Regeln und Vorgaben des Mitteleinsatzes liegt.

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Transparenz
Obwohl die Durchführung von Audits anstelle von reinen Inspektionen für Tadschikistans neu geschaffene SAI in der Praxis nach wie vor herausfordernd ist, stellt die Besetzung der Rolle der externen öffentlichen Finanzkontrolle durch eine speziell damit betraute Organisation einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Transparenz des Regierungshandelns dar. Audit-Berichte als Ergebnis der Arbeit der SAI reduzieren nicht zuletzt Informationsasymmetrien, die das Verhältnis zwischen Legislative und Exekutive bestimmen, weshalb die Rechenschaftsablage und demokratische Kontrolle des Landes gestärkt werden konnte. Darüber hinaus können unabhängig durchgeführte, externe Audits Raum für Verbesserungen im Management öffentlicher Gelder aufzeigen, wodurch eine bessere Entscheidungsfindung durch Reflexion vergangener Massnahmen ermöglicht wird.

Auskunft: Pascal Horni, Institut für Verwaltungs-Management (IVM)

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