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XXVIII. Atelier de la Concurrence: Digitalisierung & Algorithmen

Die technischen Innovationen aus dem Silicon Valley machen vor keinen Märkten halt: Google & Co. revolutionieren die Wettbewerbslandschaft und den Umgang mit den Daten. Am XXVIII. Atelier de la Concurrence im Berner Hotel Schweizerhof diskutierten Interessierte und Experten über die Herausforderungen für das Wettbewerbs- und Datenschutzrecht durch die Digitalisierung, Algorithmen und das Silicon Valley.

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Prof. Dr. Patrick Krauskopf, Leiter des Zentrums für Wettbewerbs- und Handelsrecht (ZWH) der ZHAW School of Management and Law, moderierte das XXVIII. Atelier de la Concurrence vor über 100 Teilnehmenden. Thematisiert wurden die technischen Innovationen aus dem Silicon Valley, die vor keinem Markt haltmachen. Doch was bedeutet diese Marktmacht der US-Unternehmen für die Wertschöpfungskette und den Wirtschaftsstandort Schweiz?

Prof. Dr. Andreas Heinemann, Präsident der Wettbewerbskommission

Prof. Dr. Andreas Heinemann, Präsident der Wettbewerbskommission

Der Einsatz von Algorithmen im Wettbewerb
In Zukunft werden Maschinen mit künstlicher Intelligenz in der Lage sein, Entscheidungen selbst zu treffen. WEKO-Präsident Prof. Dr. Andreas Heinemann befasste sich mit der Frage, wie die Wettbewerbsbehörde mit der künstlichen Intelligenz (KI) umgeht. In den USA und Europa gab es bereits Fälle, wonach Preisabsprachen von Algorithmen verursacht bzw. gefördert wurden. Das Dienstleistungsunternehmen Uber beispielsweise legt in seiner Zentrale die Preise algorithmisch fest. Da dies für selbständige Fahrer geschieht, wird zurzeit geprüft, ob eine Verletzung des US-amerikanischen Kartellrechts vorliegt.

Marktmacht, Digitalisierung und Algorithmen im Versicherungsrecht
Dr. Benno Keller von The Geneva Association und Odilo Bürgy von Die Mobiliar beleuchteten die Themen Datenschutz und Wettbewerb in der Digitalisierung des Versicherungsbereichs. Durch das digitale Leben (Social Media etc.) können individuelle Profile der Versicherungsnehmer erstellt werden. Die versicherbaren Risiken werden so erweitert, neue Produkte können entwickelt werden und die Markteintrittsschranken in den Versicherungsmarkt sinken. Durch diese Senkung verlieren traditionelle Versicherungsdaten an Wert. Sollten Online-Plattformen beabsichtigen, in den Versicherungsmarkt einzutreten, wird das die Versicherungsbranche nachhaltig verändern, so das Fazit der Referenten.

Dr. Benno Keller und Odilo Bürgy gingen auf die Digitalisierung im Versicherungsbereich ein.

Dr. Benno Keller (links) und Odilo Bürgy (rechts) gingen auf die Digitalisierung im Versicherungsbereich ein.

Dr. Theodor Thanner,  Bundeswettbewerbsbehörde Österreich

Dr. Theodor Thanner, Bundeswettbewerbsbehörde Österreich

Kartellrecht neu denken
Dr. Theodor Thanner, Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde Österreich, zeigte auf, dass Tech-Giganten aus den USA wie Google, Facebook und Amazon in verschiedenen Bereichen marktführend sind. Daher stellen sich unter anderem die Fragen, ob zukünftig eine Verpflichtung zum Data Sharing benötigt wird und ob mehr Regulierungen oder eine Ausweitung der Fusionskontrolle erforderlich sind. Er stellte zudem fest, dass sich Unternehmen nicht hinter Algorithmen verstecken können. In Zukunft werde eine verstärkte internationale Zusammenarbeit der Wettbewerbsbehörden sowie der Einsatz von Datenexperten bei Wettbewerbsbehörden unabdingbar sein.

Saverio Progano, Mediagenic

Saverio Progano, Mediagenic

Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Freie Universität Berlin

Marktmacht, Digitalisierung und Algorithmen im Medien- und Werbemarkt
Prof. Dr. Klaus Goldhammer von der Freien Universität Berlin und Saverio Progano von Mediagenic zeigten auf, dass die amerikanischen Marktmächte auch vor dem Medien- und Werbemarkt keinen Halt machen. 60–70 Prozent des weltweiten Online-Werbemarktes werden nämlich allein von Google und Facebook realisiert. Der Anteil US-amerikanischer Plattformen am Gesamtmarkt steigt stetig. Dies zeigt deutlich auf, dass sich lokale Medienmärkte in einem globalen Wettbewerb befinden. Der Wettbewerb des Medien- und Werbemarktes befindet sich somit ebenfalls im Wandel.

Paneldiskussion unter der Leitung von Patrick Krauskopf (3.v.r.)

Paneldiskussion unter der Leitung von Patrick Krauskopf (3.v.r.)

Angeregte Panel-Diskussion
Unter der Leitung von Patrick Krauskopf wurden den Referierenden vom Publikum zahlreiche Fragen gestellt. Mit einem grossen Dankeschön beendete ZHAW-Dozent Dr. Fabio Babey die Veranstaltung im Schweizerhof in Bern.

Das XXIX. Atelier de la Concurrence zum Thema «Strafrechtliche Verfahrensgarantien vor WEKO und FINMA – Quo Vadis?» findet am 11. Oktober 2018 im Volkartgebäude in Winterthur satt. Zur Anmeldung geht es hier.

Auskunft: Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

 

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