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WIG Herbstanlass 2019: Kostendeckel für das Gesundheitswesen – Chancen und Risiken

Am WIG Herbstanlass 2019 des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie ging es um die Chancen und Gefahren einer Kostenbremse für das Gesundheitswesen und welche Auswirkungen diese haben kann.

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IMG_9365Daniel Rochat, Leiter Departement Leistungen und Mitglied der Geschäftsleitung der SWICA Krankenversicherung, eröffnete den Herbstanlass 2019 mit einer kurzen Einführung ins Thema. Diese machte den zahlreichen Gästen klar, wie aktuell die mögliche Einführung eines Kostendeckels für das Gesundheitswesen ist. Im Anschluss übernahm Simon Wieser, Leiter des WIG, die Moderation des Abends und stellte die Referenten vor.

 

Dringend nötige Kostendämpfung oder Bürokratiemonster und Wettbewerbskiller?

Unter dem Titel “Wie passen Zielvorgaben zur Obligatorischen KranIMG_9256ken-Pflege-Versicherung (OKP)?” erläuterte Matthias Maurer, stellv. Institutsleiter des WIG, welche Auswirkungen Globalziele auf die OKP haben. In seinen Augen können diese Zielvorgaben durchaus unterschiedlich interpretiert werden. Zum einen können sie als Orientierungsrahmen dienen, der einen bestimmten Handlungsspielraum bietet. Zum anderen können sie aber auch als einschränkende Budgetrestriktion verstanden werden, welche geltende Prinzipien der OKP verletzt. Allein hieran liess sich bereits erkennen, dass dies kein einfaches Konsensthema ist.

IMG_9294Eine deutlich optimistischere Position der Zielvorgaben vertrat mit Stefan Spycher der zweite Referent, der als Vizedirektor und Verantwortlicher für die Gesundheitspolitik am Bundesamt für Gesundheit tätig ist. Die Kostenentwicklung in der OKP werde sich ohne substantielle Reformen nicht wesentlich verändern. Klug ausgestaltete Kostenziele könnten sich hingegen gut in den heutigen regulierten Wettbewerb einfügen. Sie würden auch nicht zu einem Bürokratiemonster führen, sondern die längst fällige Transparenz ermöglichen.

Die Herausforderungen der Kostenziele aus der Sicht der Spitäler wurden von Hugo Keune illustriert, dem dritten und letzten Referenten, der als Direktor Finanzen und stellv. CEO am Universitätsspital Zürich tätig ist. Hugo Keune verwies auf zahlreiche praktischen Probleme bei der UmsetIMG_9336zung der Zielvorgaben. Der Kostendeckel würde den Wettbewerb killen statt ihn zu fördern und auch die Qualität der medizinischen Versorgung gefährden. Ausserdem hätten die Spitäler bereits einen Kostendeckel in Form der “Baserates”.

Podiumsdiskussion zeigt auf: es gibt kein richtig oder falsch

In der anschliessenden Diskussion wurden weitere mögliche Vorteile und Herausforderungen von Kostenzielen hervorgehoben. Viele der offenen Fragen werden sich aber erst besser beantworten lassen, sobald genauere Informationen zur Ausgestaltung der geplanten Zielvorgeben vorliegen.

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