ales "" & is zhaw mitarbeiter: "zhaw_staff"

War, Economics and Business: Gefördertes Wahlmodul ein grosser Erfolg

Im Frühlingsemester 2015 wurde an der SML erstmals das Wahlmodul «War, Economics and Business» durchgeführt. Die Evaluation zeigt: Die Veranstaltung ist bei den Studierenden ausgezeichnet angekommen. Mit Werten zwischen 3,52 und 3,93 (Skala 1-4) wurden sowohl die Lehrpersonen wie auch der Stoff überdurchschnittlich positive bewertet. Das hat mehrere Gründe.

Ende 2014 reichten die SML-Dozierenden Petra Barthelmess und Khaldoun Dia-Eddine, Abteilung International Business, den Förderantrag für ein Pädagogisches Projekt bei der Kommission Lehre der SML ein. Konkret ging es um die Entwicklung des Wahlmoduls «War, Economics and Business». Die Kommission entschied, den Antrag zu unterstützen. Zum einen aufgrund des spannenden Themas, zum andern weil die Dozierenden ein relativ neues didaktisches Mittel erproben wollten, den «Flipped Classroom». Meist wird ca. 70% der Unterrichtszeit für die Vermittlung theoretischer Grundlagen verwendet und nur 30% für die Anwendung. In diesem Modul wird das Verhältnis teilweise umgekehrt: Die Studierenden erarbeiten zuerst die Theorie im Selbststudium mittels Online-Material (Vorlesungsaufzeichnungen, E-Learning-Kursen etc.). Im Unterricht erfolgt dann unter Anleitung der Dozierenden die Anwendung auf konkrete Praxisfälle. «Das Konzept des Flipped Classroom hat grosses Potenzial im didaktischen Methodenmix. Es eignet sich aber nicht für jedes Thema. Dies ist jeweils vorab sorgfältig zu prüfen», sagt Claude Müller Werder, Leiter des Zentrums für Innovative Didaktik.

Khaldoun-und-Petra_web

Die Dozierenden haben auch persönliche Motive für die Entwicklung dieses Wahlmoduls: Khaldoun Dia-Eddine ist Syrier und engagiert sich karitativ, Petra Barthelmess ist in einer Militärdiktatur (Südkorea bis 1987) aufgewachsen und hat zu Fragen des zweiten Weltkriegs doktoriert.

Breites Themengebiet abgedeckt
Im Frühlingssemester 2015 wurde das englischsprachige Wahlmodul mit 51 Bachelor-Studierenden durchgeführt. Diskutiert wurden die Prozesse hinter der Entstehung von Kriegen sowie deren unmittelbare Wirkung auf die Wirtschaft. Zudem wurden die Mechanismen der Konfliktentstehung und -eskalation analysiert. Besonderes Augenmerk galt den aktuellen strategischen und geopolitischen Veränderungen sowie den gegenwärtigen globalen Sicherheitsrisiken. «Das internationale Business ist nicht nur von Kriegen und Konflikten betroffen, es leistet auch direkt oder indirekt, willentlich oder unwillentlich einen Beitrag zur Entstehung und Eskalation, womit es eine Verantwortung trägt. Dies gilt es, den Studierenden zu vermitteln», so Khaldoun Dia-Eddine. Anhand aktueller Beispiele wie dem Irakkrieg, den Wirtschaftssanktionen der EU gegenüber Russland oder dem Drogenkrieg in Mexiko lernen die Studierenden, ökonomische Prinzipien wie Opportunitätskosten oder Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage konkret anzuwenden. Weiter befasste sich das Modul mit dem Krieg als Geschäft, der Privatisierung von Kriegen sowie den aktuellen tiefgreifenden Veränderungen, mit denen Militärs weltweit konfrontiert sind. Weiter bot der Kurs eine Einführung in das Thema «Competitive Intelligence», wobei legale wie auch illegale Praktiken thematisiert wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Cyber-Welt eingegangen mit all ihren Chancen und Gefahren. Schliesslich wurde die Rolle der Wirtschaft für das Deeskalieren von Konflikten eingehend behandelt.

Market-forces-in-the-third-world_1

Marktkräfte ausser Rand und Band: Nicht selten sind in Konfliktgebieten Waffen zu günstig und die Lebenserhaltungskosten zu teuer.

Spannende, lebhafte Diskussionen
Die Klasse setzte sich aus Studierenden der Studienrichtungen Accounting, Controlling, Auditing, Economics and Politics, International Management sowie General Management zusammen. Darunter waren auch sieben Incomings aus Ägypten (ursprünglich Syrien), Frankreich, Japan, den Niederlanden und der Türkei. Dank der internationalen Zusammensetzung der Klasse wurden interessante persönliche Erfahrungen wie auch divergierende Perspektiven in die Diskussionen eingebracht. «Dank der Vielfalt an unterschiedlicher und oft gegensätzlicher persönlicher Erfahrungen und Meinungen, wurde sehr lebhaft aber jederzeit fair diskutiert. Durch die Erfahrung anderer Perspektiven trainieren die Studierenden ihre geistige Flexibilität, ihr kritisches Denken und ihre Empathiefähigkeit», so Petra Barthelmess. «Die gemachten Erfahrungen und das positive Resultat der Evaluation haben uns bestätigt, das wir mit diesem Wahlmodul ein gutes Angebot geschaffen haben. Gerne würden wir im kommenden Frühlingssemester zwei Klassen anbieten.»

Auskunft: Petra Barthelmess und Khaldoun Dia-Eddine, Abteilung International Business

was Sie vielleicht auch interessiert...

Hinterlasse eine Antwort