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Vorsorgebarometer 2019 zeigt: hohe Erwartungen, aber wenig Vorbereitung der Bevölkerung

Ein Drittel der Bevölkerung plant eine Frühpensionierung. Gleichzeitig wird mit einem höheren Geldbedarf im Pensionsalter gerechnet. Dies ergab die zweite Ausgabe des Vorsorgebarometers, das von Raiffeisen in Zusammenarbeit mit der ZHAW durchgeführt wird.

Die hohen Erwartungen ans Alter stehen im Konflikt zum weiterhin tiefen Engagement in der persönlichen Vorsorge. Viele Menschen setzen sich wenig oder erst spät mit ihrer Altersvorsorge auseinander. Zwar zahlt die Schweizer Bevölkerung mehr in die dritte Säule ein als noch im Vorjahr, dennoch ist der Anteil von Menschen ohne dritte Säule weiterhin hoch.

Vorsorgebarometer Raiffeisen ZHAW School of Management and LawDas Vertrauen in das Schweizer Drei-Säulen-System hat weiter abgenommen. Dafür verantwortlich ist auch der Vertrauensverlust in die Pensionskassen gegenüber dem Vorjahr. Immer mehr Menschen in der Schweiz sind der Ansicht, dass Staat und Arbeitgeber für die Altersvorsorge verantwortlich sind. Vor allem jüngere Menschen sehen den Staat in der Pflicht. Die Beobachtung, dass die Verantwortung für die eigene Altersvorsorge verstärkt Staat und Arbeitgebern übertragen wird kontrastiert mit der steigenden Bedeutung der privaten Vorsorge.

Die Ergebnisse des Vorsorgebarometers wurden zeitgleich an Medienorientierungen in Bellinzona, Lausanne und Zürich von Vertretern von Raiffeisen und Experten des ZHAW Zentrums für Risk & Insurance vorgestellt und stützen sich auf die Analyse ökonomischer Daten und einer Bevölkerungsbefragung, die für alle Landesteile repräsentativ ist. Auf besonderes Interesse stiess zudem die Erkenntnis, dass der Generationenvertrag in der AHV von einer Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr getragen wird.

Die rückläufige Entwicklung beim Vorsorgebarometerwert zeigt Handlungsbedarf von Politik, Wirtschaft und (Hoch-)Schulen. Nur wenn das Vorsorgewissen in der Bevölkerung erhöht werden kann, werden das Vertrauen in das Drei-Säulen-System und die Bereitschaft zum Handeln zunehmen.

Auskunft: Markus Moor