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Von Zuhause auf Besuch

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie, konnten die MSc Studiengänge Public und Nonprofit Management (PNP) sowie Health Economics and Healthcare Management (HEHCM) ihre geplanten Studienreisen nach Amsterdam respektive Berlin nicht durchführen. Anstelle dessen trat in beiden Studiengängen eine Studienwoche bestehend aus einer Mischung aus Online-Referaten und Präsenzveranstaltungen auf dem ZHAW Campus.

 

Traditionsgemäss begeben sich die MSc Studierenden der beiden Studiengänge Public und Nonprofit Management (PNP) und Health Economics and Healthcare Management (HEHCM) zu Beginn des dritten Semesters auf Studienreise, um sich internationale Praxisbeispiele zu erschliessen und Anwendungsfelder für das im Studium Erlernte zu erkunden. Gegeben der aktuellen COVID-19 bedingten Einschränkungen und Vorsichtsmassnahmen fanden die Studienreisen der MSc PNP und HEHCM Studierenden in diesem Jahr als Blockwoche an der ZHAW und online statt. Der Besuch der Niederlande für die PNP- respektive von Deutschlands Hauptstadt Berlin für die HEHCM Studierenden verschob sich entsprechend nach Hause an den Küchentisch, ins Wohnzimmer oder anderweitigen Arbeitsplatz der Wahl der Studierenden und die Referierenden des Gastlandes wurden von Zuhause aus digital besucht.

 

Ein Streifzug durch die Verwaltung 4.0, Smart City, Wirkungsmessung und Effizienz im Ressourceneinsatz

 

Für die MSc PNP Studierenden, welche ihre Woche auf dem ZHAW SML International Blog dokumentiert haben, startete die Woche mit den Themen digitale Verwaltung und Smart City. Die Tatsache, dass auf eine Vor-Ort-Durchführung in den Niederlanden verzichtet wurde, bot die Möglichkeit die Smart City Aktivitäten der Stadt Winterthur zu erkunden und eines der Projekte zu begehen. In einer online Session mit der Fachhochschule Amsterdam wurden die Smart City Ansätze von Amsterdam und Winterthur miteinander verglichen und erkannt, dass das Fördern von Gemeinwohl durch die Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Akteuren in beiden Städten ein wesentlicher Grundpfeiler der Smart City Aktivitäten darstellt. Darüber hinaus setzt eine smarte, Gemeinwohl kreierende Gestaltung des Lebensraumes in Städten nicht zuletzt auch die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie innovatives Handeln voraus. Mit Gastreferaten von Vertretern der Konova AG zu E-Partizipation und Innohack zu experimentellen Ansätzen im Testen von Geschäftsideen und Leistungsangeboten im öffentlichen Sektor wurden diese beiden Aspekte vertieft.
Erkundung des Sulzerareals aus einer Smart City Perspektive

Erkundung des Sulzerareals aus einer Smart City Perspektive

Ein zweiter inhaltlicher Fokus lag auf der Sicherstellung eines effizienten Ressourceneinsatzes und der Rechenschaftsablage über die Mittelverwendung gegenüber Spendenden im Falle von Non-profit Organisationen (NGO’s) oder gegenüber Steuerzahlenden im Verwaltungskontext. Mit virtuellen Treffen mit NGO Wirkungsmessungs-Spezialisten und dem Niederländischen Rechnungshof wurden die Bedeutung und Möglichkeiten zur Überprüfung der Effektivität und Effizienz des Mitteleinsatzes in beiden Feldern erkundet.

 

Auseinandersetzung mit der Zukunft des Gesundheitswesens

 

Die Studienwoche des MSc-Studiengangs HEHCM stand unter dem Motto «Digital Health und Innovation» und es standen digitale Besuche von in Berlin ansässigen Institutionen und Organisationen auf dem Programm. So gab es virtuelle Meetings mit Vertretern des «health innovation hub» des Bundesministeriums für Gesundheit – ein Think Tank mit dem Ziel, die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. Beim virtuellen Besuch des Flying Health Incubators beschäftigten sich die HEHCM Studierenden mit der Frage, wie Inkubatoren Start-ups unterstützen und fördern. Auch kam der Austausch mit Start-ups nicht zu kurz: mit Recare Soulutios, einer digitalen Lösung, welche Spitäler sowohl beim Entlass- und Überleitungsmanagement als auch bei Verlegungen unterstützt, wurden zum Beispiel nicht nur die Anwendungsmöglichkeiten von Digital Health, sondern auch eine konkrete Lösung betrachtet.

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Highlights der Woche waren für die HEHCM Studierenden die Treffen auf der Dachterrasse im Toni-Areal

Highlights der Woche waren die Treffen auf der Dachterrasse im Toni-Areal. Auf einem Spaziergang in Zweiergruppen haben die Studierenden beispielsweise Innovationsgeist bewiesen, indem sie eine Lösung für ein akutes Problem aus der Praxis entwickelt und eine fiktive Geschäftsidee für ein Start-up ausgearbeitet haben. Im anschliessenden Pitch musste die Geschäftsidee sowohl aus finanzieller als auch aus wissenschaftlicher Perspektive überzeugen. Selbstverständlich wurde auch der Nutzen für Patientinnen und Patienten in der Bewertung berücksichtigt.

Es ist selbsterklärend, dass diese Form der Studienreise eine echte Studienreise nicht ersetzen kann. Auch wenn online nur ein Hauch an Eindrücken aus den Zielländern in Bits und Bytes über die Leitung nach Hause kam, so konnten aber sicher einzigartige Praxiseinblicke gewonnen werden.
Auskunft: Pascal Horni (Institut für Verwaltungs-Management) und Irene Kobler (Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie)