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Unternehmen horten Covid-Kredite und nutzen diese zur Umstrukturierung von Schulden

Von Ende März bis Juli 2020 konnten Unternehmen Covid-19-Kredite beantragen. Im Oktober 2021 sind ein Fünftel der Überbrückungskredite zurückbezahlt. Ist dies ein Grund zur Sorge vor grösseren Zahlungsausfällen und Zombie-Firmen?

In den ersten Monaten der Pandemie gewährten die Schweizer Banken – mit Rückendeckung des Bundes – Covid-19-Kredite im Umfang von 16,9 Milliarden Franken. Heute sind von diesen 138 000 Covid-19-Krediten 20 Prozent vollständig zurückbezahlt. Dr. Benedikt Zoller, der in einer Studie zusammen Dr. Florian Keller den Zusammenhang zwischen Lockdown und der Notwendigkeit für staatlich verbürgte Kredite in der Schweiz untersucht hat, äusserte sich in der SRF Tageschau zu den Hintergründen für dieses Verhalten.

«Unternehmen, denen es vor der Krise schlecht ging, haben die Kredite gar nicht in Anspruch genommen», sagt Zoller. Ein Grund weshalb erst 20 Prozent der Kredite zurückbezahlt worden seien, sei die Anhaltende Unsicherheit wie lange die Pandemie noch dauern werde. Ökonom Zoller erläutert gegenüber SRF, dass daher ein Grossteil der Empfänger die Kredite als Sicherheit halte.

Die attraktiven Konditionen wie Nullzinse und eine Rückzahlungsfrist von bis zu acht Jahren erlaube es den Firmen andere verzinste Darlehen zurück zu bezahlen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass aktuell viele Unternehmen die Covid-Kredite zur Umstrukturierung ihrer Schulden nutzen. Aus diesem Grund kann auch nicht von Zombie-Firmen gesprochen werden. Die Erkentniss aus der ursprünglichen Studie, dass die Schweizer Covid-19-Kredite keine Zombie-Firmen schaffen, wurde daher nochmals bestätigt.

Kontakt: Dr. Benedikt Zoller-Rydzek, International Management Institute