Das Sulzerareal und die ZHAW – eine einzigartige Verbindung

Winterthur entwickelt sich von der Industriestadt zur Bildungs- und Wissensstadt. Am Beispiel des Sulzerareals lernen Teilnehmende in der Weiterbildung MBA Real Estate Management an der ZHAW, wie brachliegende Industrieareale zu lebendigen Stadtteilen werden.

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Die neue Hochschulbibliothek der ZHAW ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Bausubstanz des Industriezeitalters für moderne Bedürfnisse umgenutzt werden kann.

Als die Sulzer AG und die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik ihre Produktionswerke Ende des letzten Jahrhunderts schlossen, wurde ein Areal von 200’000 Quadratmetern Fläche frei – ein Gebiet von der Grösse der Winterthurer Altstadt und ähnlich zentral gelegen. Seit 1990 entsteht auf dem Sulzerareal Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil mit einer faszinierenden Mischung aus industriegeschichtlichen Monumenten, öffentlichen Plätzen und einem vielfältigen Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Bildungsangebot. Während die Maschinenindustrie vor 100 Jahren noch über 60 Prozent der Arbeitsplätze stellte, sind heute etwa gleich viele Beschäftigte in der Bildung und der öffentlichen Verwaltung tätig, wie in der Industrie. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) trägt mit rund 12’000 Studierenden und 3000 Mitarbeitenden wesentlich zu dieser Entwicklung bei.

Sulzerareal als reale Fallstudie
An der ZHAW School of Management and Law startet in diesem Herbst der MBA Real Estate Management – ein Lehrgang, der sich praxisorientiert mit der Entwicklung des neuen Stadtteils aus der Sicht der Immobilienbranche beschäftigt. Als Fallstudie dient das ehemalige Werk 1, der letzte, noch nicht umgenutzte Teil des Sulzerareals. «In dieser Arealentwicklung fusionieren Tradition und Industriegeschichte mit modernster Architektur und neuzeitlichen Nutzungskonzepten», sagt Ulf Hoppenstedt, Gesamtprojektleiter bei Implenia. «Ziel ist ein spannungsvolles Miteinander von Leben, Lernen, Arbeiten und Freizeitangeboten in einem nachhaltigen Stadtteil.» Gemäss den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft werden unter anderem drei Hochhäuser gebaut, von welchen das höchste bis zu 100 Meter hoch sein wird. Das oberste Geschoss soll für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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Das Werk 1 als letzter, noch nicht umgenutzter Teil des Sulzerareals, dient als Fallstudie für die Teilnehmenden im MBA Real Estate Management.

Weiterentwicklung hautnah miterleben
Bereits entwickelt wurde im Sulzerareal die neue Bibliothek der ZHAW. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtige Strukturen der Industriehallen erhalten bleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bald wird auch das Haus Adeline-Favre, benannt nach der bekannten Hebamme aus dem Val d‘Anniviers, fertig gestellt, welches erneut Tradition und Zukunft verbindet. Es übernimmt von der bestehenden Halle 52 die Fensterteilung sowie die Klinkersteine als Fassadenmaterial. Im Innern erwartet die künftig rund 1300 Studierenden und 260 Mitarbeitenden des Departement Gesundheit der ZHAW ein grosser, überdachter Lichthof. Um diesen herum sind auf sechs Stockwerken die Schulräume und Büros angeordnet. Zusammen mit den bestehenden Instituten der ZHAW auf dem Lagerplatzareal erhält die Bildungsstadt Winterthur einen attraktiven Hochschulcampus. «Die Teilnehmenden des MBA Real Estate Management erleben die Weiterentwicklung des Werks hautnah im direkt nebenan gelegenen Technopark», sagt Studienleiterin Eveline Soliva.

Im Modul «Rechtliche Rahmenbedingungen» erfahren sie etwa, welche Gesetze und Auflagen für die Realisierung der Überbauung massgeblich sind – vom Kaufvertrag, über die Auflagen des Denkmalschutzes, Anforderungen von Stadt, Kanton und Bund bis hin zum Verkaufsvertrag. «Geschützte Baudenkmäler müssen erhalten bleiben und 30 Prozent der Wohnfläche für gemeinnütziges Wohnen und preisgünstigen Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung zur Verfügung stehen», sagt Eveline Soliva. Im Modul «Marketing und Sales» gehen die Teilnehmenden zum Beispiel der Frage nach, ob die Arealkommunikation und das Marketing mit einer Einzelmarken- oder einer Dachmarkenstrategie umgesetzt wird.

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Seit 1990 entsteht auf dem Sulzerareal Schritt für Schritt ein neuer Stadtteil mit einer faszinierenden Mischung aus industriegeschichtlichen Monumenten, öffentlichen Plätzen und einem vielfältigen Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Bildungsangebot.


Erfahrene Praxispartner

Die ZHAW School of Management and Law bietet den MBA Real Estate Management in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin), der Akademie der Immobilienwirtschaft e. V., Berlin (BBA Berlin) sowie dem Schweizerischen Institut für Immobilienbewertung (Sirea) an. Der Dozentenpool von Sirea umfasst erfahrene Dozierende mit langjähriger Berufspraxis in der Entwicklung, Bewirtschaftung, in Marketing und Verkauf, Recht, Steuern und Finanzen sowie Portfoliomanagement der Immobilienbranche. «Diese Möglichkeit, eine hochstehende Weiterbildung in der Immobilienbranche, einhergehend mit der Entwicklung des Herzstückes einer Schweizer Grossstadt zu absolvieren, ist einzigartig und ermöglicht einen noch nie dagewesenen, höchst aktuellen Praxisbezug» sagt Dagmar Knoblauch, Weiterbildungskoordinatorin bei Sirea. «Die erfolgreiche Umsetzung der Praxis in die Theorie ist garantiert durch die direkte Einbindung von Implenia als Eigentümerin des Areals».

Die HTW Berlin bietet den Studiengang bereits seit zehn Jahren mit grossem Erfolg an. 153 Absolventinnen und Absolventen haben den MBA Real Estate Management bereits abgeschlossen und sind erfolgreich in der Immobilienbranche tätig. «Durch das Studium wurde mein immobilien- und betriebswirtschaftliches Know-how gestärkt», sagt Absolvent Christian Beder, heute Projektleiter bei der Berliner Wohnbau Consult GmbH. «Neben diesem Handwerkszeug wurden mir Führungsaufgaben und Führungsstile, rhetorische Fähigkeiten sowie Präsentationstechniken in einem interdisziplinären Ansatz näher gebracht.» An der ZHAW School of Management and Law startet der Studiengang zum ersten Mal am 29. September 2017. Anmeldungen werden noch bis 29. Juli entgegengenommen.

Auskunft: Eveline Soliva, Abteilung Banking, Finance, Insurance

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