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Studie untersucht das Schweizer Spitalwesen aus Managementperspektive

Die Schweizer Spitallandschaft steht vor grossen Veränderungen. Welches die grossen Herausforderungen sind und wie die Spitäler diese meistern können, zeigt eine neue Studie der SML auf.

Eine Vielzahl Akteure, eine starke Fragmentierung und ein hoher Komplexitätsgrad prägen die Schweizer Spitallandschaft. Hinzu kommen Herausforderungen wie demographische Veränderungen, Fachkräftemangel, steigender Kostendruck sowie neue Versorgungs- und Finanzierungsmodell. Ein neuer Branchenreport zeigt auf, welches die zentralen Entwicklungen der Branche sind und wie sie sich aus einer Managementperspektive darstellen. Das Autorenteam um Prof. Dr. Alfred Angerer, Eva Hollenstein und Dr. Florian Liberatore vom Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie zeigt die Entwicklung der Schweizer Spitalbranche anhand folgender Themenschwerpunkte auf: Aktuelle Situation, Fokusthemen, Best Practices und Zukunftsperspektiven.

Grosse Dynamik
Mittels Kennzahlen wird die Lage der Branche veranschaulicht. Daraus geht hervor, dass sich das schweizerische Gesundheitswesen durch eine grosse Dynamik und eine rasch wachsende wirtschaftliche Bedeutung auszeichnet. Auch das Thema der «Kostenexplosion» in Schweizer Spitälern wird thematisiert. Die Ausgaben für Spitalleistungen nahmen in den vergangenen Jahren stetig zu, wobei ein Grossteil der Kosten auf die stationäre Versorgung zurückzuführen ist. Der Branchenreport zeigt, dass die Ausgaben für die Gesundheitsdienstleistungen im Verhältnis zum BIP tendenziell stärker steigen. Die Dynamik spiegelt sich auch in den Fokusthemen der Branchen wieder, welche die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2015 zusammenfassen. Dabei wird auf die zunehmenden Konsolidierungen im Gesundheitsmarkt hingewiesen. In diesem Zusammenhang werden potentielle Vertrauensproblem als zukünftige Herausforderungen diskutiert. Unklar scheint auch, wie sich Zusammenschlüsse auf die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit oder die Attraktivität als Arbeitsgeber auswirken werden.

Die Studie kommt zum Schluss, dass Lean Management zu mehr Kosteneffizienz und Qualitätsverbesserung im Spitalwesen führen wird.

Die Studie kommt zum Schluss, dass Lean Management zu mehr Kosteneffizienz und Qualitätsverbesserung im Spitalwesen führen wird.

Weiter wird der Beschluss über das neue Bundesgesetz zum elektronischen Patientendossiert veranschaulicht. Dieses soll sich insbesondere auf die Koordination, Behandlungsqualität, Patientensicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen positiv auswirken. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die sich hauptsächlich auf den Datenschutz beziehen. Im Bereich des Personellen wird über die hohe Fluktuationsrate, insbesondere im Pflegeberuf, berichtet. Massenahmen wie die Verbesserung der Arbeitszeiten und des Salärs werden empfohlen, um diese Entwicklung einzudämmen. Die vorgestellten Best Practices zeigen auf, wie Innovation in der Praxis funktioniert: Sei es in der Verbesserung interprofessioneller Kommunikation durch Simulationstrainings zur Erhöhung der Patientensicherheit, im Einschlagen neuer Wege im Rahmen einer vereinfachten Zusammenarbeit zwischen Spital und Versicherer oder in der Entwicklung IT-gestützter Systeme zur Erhöhung des Behandlungserfolgs.

Trends stimmen positiv
Wie sehen die Zukunftsperspektiven des Schweizer Spitalwesens aus? Welches sind die zentralen Trends, die Handlungsbedarf implizieren oder die Schweiz (noch) nicht erreicht haben? Diese Fragen versucht die WIG-Trendmatrix zu beantworten. Die gemeinsame Betrachtung aller Trends ergibt ein insgesamt optimistisches Bild. Fünf der neun Trends ermöglichen gemäss Experteneinschätzung eine Verbesserung der Qualität zu geringeren Kosten. Dazu gehört der Einsatz von Überwachungs-, Beobachtungs- und Betreuungsgeräten und –Apps, die zunehmende Delegation von ärztlichen Aufgaben an derer Berufsgruppen, Lean Hospital, Fusionen und Kooperationen und die Entlastung von Spitälern durch beispielsweise Patientenhotels. Die Ausprägung dieser Trends wird für die nächsten drei bis fünf Jahre als eher schwach bis mittelmässig eingeschätzt. Darum gilt es, wirksame Massnahmen zu treffen, um deren (Weiter-)Entwicklung zu fördern.

Der Report ist online auf der Digital Collection der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erhältlich und kann in gedruckter Form bei Eva Hollenstein bestellt werden.

Auskunft: Eva Hollenstein, Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie

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