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Studie zeigt: Ecuador macht vorwärts beim integrierten Finanzmanagement

Wie steht es um die Einführung eines integrierten Finanzmanagements in Ecuador? SML-Experten überzeugten sich im Februar vor Ort vom Stand der Dinge. Das Fazit fällt positiv aus.

Vom 22. bis 26. Februar 2016 besuchten Prof. Dr. Andreas Bergmann und Christoph Schuler das ecuadorianische Finanzministerium in Quito. Der Anlass war eine Studie des Instituts für Verwaltungs-Management zum Stand der Einführung eines integrierten Finanzmanagements in Ecuador. Die SML-Experten wurden von der Vize-Finanzministerin Madeleine Abarca empfangen und von der Leiterin des Subsekretariats für Finanz- und Rechnungswesen, Magdalena Vicuña, durch die Woche begleitet.

Hintergrund der Studie
Die Studie beschäftigt sich ganz spezifisch mit integriertem Finanzmanagement im öffentlichen Sektor. Dabei stehen die vier Elemente Budget, Rechnungslegung, Rechnungsprüfung und Finanzstatistik im Fokus. Das Finanzmanagement kann dann als integriert betrachtet werden, wenn alle Elemente aufeinander abgestimmt sind. Grundlegende Standards und Normen müssen für alle Elemente gleichermassen gelten und umgesetzt werden. Dies ermöglicht den Vergleich der Werte untereinander sowie eine Wiederverwendung der Daten. So sollten beispielsweise für das Budget und die Rechnungslegung dieselben Kontenbezeichnungen verwendet werden, damit die Abschlusszahlen auch mit den prognostizierten Zahlen des Budgets verglichen werden können.

Treffen mit den relevanten Stakeholdern
Ziel der Projektwoche war es, verschiedene Aspekte des ecuadorianischen Finanzmanagements kennenzulernen und den aktuellen Stand der Entwicklung hin zu einem integrierten öffentlichen Finanzmanagement zu untersuchen. Während mehrerer Workshops, auch mit Organisationseinheiten ausserhalb des Finanzministeriums, wurden die Elemente des öffentlichen Finanzmanagements besprochen. So fanden Treffen mit Mitarbeitenden des Subsekretariats für Budgetierung, der Tresorerie, der Steuerverwaltung und von Linienministerien statt. «Wir waren erstaunt, wie weit entwickelt gewisse Aspekte bereits sind, auch im Vergleich zur Schweiz», erklärt Andreas Bergmann. So wird beispielsweise die Steuererklärung ausschliesslich online ausgefüllt und eingereicht. Jeder Steuerpflichtige hat überdies ein Kontokorrent, über das Forderungen und Verpflichtungen des Staates ihm gegenüber direkt verrechnet werden. Lücken wurden dagegen beispielsweise bei der Erfassung der Infrastruktur ausgemacht, die in den letzten Jahren stark ausgebaut wurde. Hier werden beachtliche Anstrengungen nötig sein. Immerhin stehen dafür rund zwei Jahre zur Verfügung, was realistisch erscheint. Das Projekt ist deshalb insgesamt auf Kurs.

Christoph Schuler (4. v.l.) und Andy Bergmann (4. v.r.) tauschten sich im Finanzministerium mit den Projektverantwortlichen aus.

Die SML-Studie wird durch die Zusammenarbeit mit der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IADB), der die Schweiz ebenfalls angehört, ermöglicht. Die IADB wird lokal unterstützt durch den Country Representative Morgan Doyle und sein Team, bestehend aus Carmiña Moreno, Marcela Hidrovo und Gustavo Palmerio. Die vollständige Implementierung eines integrierten Finanzmanagements ist auf den 1. Januar 2019 geplant. Das Projekt scheint auf sehr guten Weg zu sein und einer pünktlichen Einführung steht, zumindest aus heutiger Sicht, nichts im Wege.

Kontakt: Christoph Schuler, Institut für Verwaltungs-Management

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