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SML am internationalen Berufsbildungskongress

Vom 21.-22. Juni fand der 2. internationale Berufsbildungskongress in Winterthur statt. 450 Teilnehmende aus über 80 Ländern nahmen an dieser Fachtagung teil, die von einer breiten Trägerschaft organisiert wurde zu der auch die ZHAW gehört.

Als Neuerung des diesjährigen Kongresses wurde im Theater Winterthur ein Skills-Village aufgebaut, in dem diverse Akteure aus Wirtschaft, Bildung und Staat ihre Erfahrungen weitergeben konnten. Als Mitträger der Veranstaltung war die ZHAW vor Ort durch das Team des Center for European Business & Affairs vertreten. Dabei wurde eine neue Studie von Dr. Christoph Ebnöther vorgestellt. Sie identifiziert zehn Erfolgsfaktoren für den Aufbau von Management Schools an Fachhochschulen. Damit wurde die üblichen Fokussierung der Berufsbildung auf die Sekundarstufe II aufgehoben und um die tertiäre Bildungsstufe (Hochschulen) erweitert. Gemäss den Studienergebnissen benötigen duale Berufsbildungssysteme Fachhochschulen, um Absolventinnen und Absolventen der sekundärstufe eine spezifische Weiterentwicklung zu ermöglichen. Dies nach dem bewährten Schweizer Grundsatz «kein Abschluss, ohne Anschluss».

Für den ZHAW-Auftritt zeichnete das Center for European Business & Affairs verantwortlich (Bild: Standortförderung Region Winterthur)

Die Kongressteilnahme erwies sich als hilfreich, um die Herausforderungen aktueller Projekte und Reformen zu ermitteln. Dazu wurden am ZHAW-Messestand wertvolle Kontakte geknüpft, so mit Vertreterinnen und Vertretern aus Ländern wie Bangladesch, Brasilien, Deutschland, England, Hong Kong, Indonesien, dem Kosovo, Österreich und Singapur sowie mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der EU und der OECD.

Vom System-Export zum Erfahrungsaustausch
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann. Seine Rede zeigte exemplarisch den Wandel der noch vor wenigen Jahren propagierten Strategie des «Berufsbildungsexport» hin zu einer «Internationalen Berufsbildungszusammenarbeit». Diese geht nicht mehr davon aus, dass sich das ganze System im Ausland umsetzten lässt, sondern versucht zu eruieren, welche Elemente des Bildungssystem sich am ehesten in einen anderen Kontext transferieren lassen. In diesem Sinne präsentierte der Bildungsminister das Tagungsmotto «Dank Kompetenzen zu Wohlstand – Erfolgselemente teilen» und zählte die wichtigsten Erfolgsfaktoren des Schweizerischen Bildungssystems auf.

Unabdingbare Bildungsinvestitionen
Zu dieser neuen Bescheidenheit passt, dass er darauf verwies, dass es vor 200 Jahren noch Hungersnöte in Zürich gab. Erst nachdem über viele Jahre unter anderem auch in das Bildungssystem investiert worden ist, wurde die Schweiz zur heutigen Wissensgesellschaft mit einem der weltweit höchsten BIP pro Kopf und einer Erwerbsquote, die mit 84 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der OECD-Staaten liegt. Den Nutzen dieses Best-Practice-Austausches betonte auch der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vučić, der sich vom erfolgreichen dualen Berufsbildungssystem der Schweiz, Österreichs und Deutschlands inspirieren lassen möchte. Er sprach jedoch auch von den Schwierigkeiten auf dem Weg zu einem dualen Berufsbildungssystem in Serbien. Die grösste Herausforderung dieser Reform sei es, die Bevölkerung davon zu überzeugen, ihre Haltung und ihre Arbeitsgewohnheiten zu ändern.

Wie die Organisatoren unter der Leitung der Standortförderung Region Winterthur mitteilten, konnte sich die Eulachstadt «einmal mehr als Hauptstadt der Berufsbildung präsentieren», wozu auch ein entsprechendes Rahmenprogramm mit Firmen- und Werkstattsbesuchen gehörte. Der dritte Berufsbildungskongress findet wiederum in Winterthur statt, vom 6. bis 8. Juni 2018.

Auskunft: Christoph Ebnöther, International Management Institute

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