SML-Alumna Sina Seger: Von Winti nach «Music City»

Erst letztes Jahr hat die 28-jährige Sina Seger ihren Bachelor-Abschluss in Business Administration an der ZHAW School of Management and Law geschafft. Nun studiert sie bereits im zweiten Jahr des MBA – und zwar in Nashville, der Stadt ihrer Träume, wo nicht nur Schul- sondern auch Musiknoten zählen.

Sina Seger in Music City

Sina Seger ist für ihren MBA in die Stadt der Musik gezogen.

Sie hätten Ihren MBA überall machen können. Warum 7’500 Kilometer von Zuhause entfernt?
Ich war immer sehr international orientiert. Als ich elf Jahre alt war, reiste meine gesamte Familie für einen dreimonatigen Sprachaufenthalt nach Australien. Dieses Erlebnis hat mich früh geprägt und mir gezeigt, dass die Welt einiges grösser ist, als wir Schweizer sie uns manchmal vorstellen. Durch ein Stage in Mexico City während meiner Anstellung bei der UBS lebte ich dann für längere Zeit in einem Land, in dem nicht alles so selbstverständlich funktioniert wie in der Schweiz, und konnte Menschen aus aller Welt mit unterschiedlichsten Kulturen und Hintergründen kennenlernen. Ich glaube, dass es einen fundamentalen Unterschied macht, ob man im eigenen Land Menschen aus anderen Ländern kennenlernt oder man selber der oder die «Fremde» ist. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen.

Womit hat Sie der MBA an der Vanderbilt University überzeugt?
Vanderbilt hat ein starkes MBA-Programm, welches einem die Freiheit lässt, den Studienplan individuell den eigenen Bedürfnissen anzupassen, sowie eine Kultur, die meinen eigenen Werten entspricht. Das «Miteinander» wird sehr stark gewichtet. Wir nennen das «competitive, not cutthroat». Ausschlaggebend war aber auch der Standort: Nashville ist eine Stadt, die momentan stark wächst und sowohl Firmen als auch Berufsleute aus allen Winkeln des Landes anzieht. Diese Durchmischung finde ich sehr spannend. Zudem spielt die Musikindustrie eine wichtige Rolle, und eines meiner Ziele für die Zeit hier war ein Karrierewechsel von der Finanz- zur Musikbranche.

Sina Seger steht vor der Owen Graduate School of Management.

Sina Segers neue Schule, die Owen Graduate School of Management.

Und? Sind Sie diesem Ziel bereits nähergekommen?
Über den Sommer konnte ich ein Praktikum bei FlyteVu machen, einer Marketingagentur, die sich darauf spezialisiert hat, Unternehmen und Marken durch den Einfluss von Musik den Konsumenten näherzubringen. Es war für mich sehr lehrreich und beeindruckend zu sehen, wie es möglich ist, Business mit Musik zu verbinden und die Konsumenten auf eine solch authentische Art anzusprechen, wie es mit herkömmlichen Marketingmitteln nur schwer zu erreichen ist. Ich arbeite noch immer Teilzeit bei FlyteVu und geplant ist, dass ich nach meinem Abschluss als Vollzeitmitarbeiterin einsteige, solange mein Visum das zulässt.

Die ZHAW ist seit 2015 AACSB-akkreditiert. Zudem gehörten Sie zu den besten 10 Prozent aller Studierenden Ihres Jahrgangs und sind Mitglied der Beta Gamma Sigma Gesellschaft. Haben Ihnen diese Faktoren die Zulassung zum Studium und die Arbeitssuche erleichtert?
Ich glaube nicht, dass ich ohne die AACSB-Akkreditierung die Aufnahme an der Vanderbilt University so ohne Weiteres geschafft hätte. Gerade als Absolventin einer Fachhochschule ist diese Akkreditierung ein Gütesiegel, welches lange Erklärungen zum Schweizer Schulsystem unnötig macht. In der Schweiz spielt sie vielleicht nicht so eine grosse Rolle, aber im internationalen Kontext ist sie fast unabdingbar. Ich bin definitiv sehr froh und dankbar, dass sich unsere Schulleitung so dafür eingesetzt hat, dass wir diese erhalten können. Die BGS-Mitgliedschaft war zwar nicht konkret Gesprächsthema bei meinem Job-Interview. Ich bin allerdings überzeugt, dass sie ein Faktor war, der meiner Bewerbung geholfen hat. Genauso wie die AACSB-Akkreditierung trägt die BGS-Mitgliedschaft ein gewisses Gewicht und spricht für die Qualifikation der Bewerbenden.

Sina Seger im Club.

Ihre Freizeit widmet Sina Seger ganz der Musik.

Neben Schule und Arbeit haben Sie hoffentlich auch noch Zeit für sich. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Musik ist definitiv meine liebste Freizeitbeschäftigung. Ich besuche oft und gerne sogenannte «Writers Rounds», wo professionelle Songwriter ihre neusten Werke und Hits, die sie geschrieben haben, vortragen. Ich liebe es, dass ich hier in Nashville praktisch täglich live Musik verschiedenster Stilrichtungen hören kann. Sonst gehe ich gerne laufen. Ein Highlight dieses Jahr war die Teilnahme am Music City Halbmarathon der Rock ‘n’ Roll Marathon Series – ein Lauf, an dem entlang der Strecke diverse Bands spielen. Sie sehen, hier macht die Musik auch vor einem Marathon nicht halt. Ich singe, komponiere und musiziere auch selbst. Das kommt im Moment neben Schule und Job dann doch etwas zu kurz.

Sie scheinen am richtigen Ort gelandet zu sein. Gibt es auch etwas aus der Schweiz, was Ihnen fehlt?
Nebst Freunden und Familie – der ÖV! Und Fisherman’s Friends, sowie richtiger Käse. Was man hier «Swiss Cheese» nennt, verdient den Namen definitiv nicht!

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