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SML-Absolvent ausgezeichnet: Top-Bachelor 2014

Gestern wurden die Sieger des Wettbewerbs von Making Science News und NZZ Campus gekürt. Der Preis für die beste Bachelorarbeit 2014 ging erstmals an einen FH-Vertreter: Reto Walther, Absolvent BSc Wirtschaftsrecht, wurde ausgezeichnet.

Grosse Freude gestern bei SML-Alumnus Reto Walther, als er in Zürich 3000 Franken Preisgeld entgegennehmen konnte. Seine Bachelorarbeit „UN Guiding Principles on Business and Human Rights & Effective Remedies – A state-based non-judicial grievance mechanism for Switzerland” hat die Jury überzeugt. Sie beurteilte die Arbeit als “sorgfältig und gründlich“ sowie „pragmatisch, handlungs- und lösungsorientiert”. Neuigkeitswert und Aussenwirkung wurden besonders hervorgehoben.

Reto Walther erhält für seine ausgezeichnete Bachelorarbeit 3000 Franken Preisgeld

Pragmatische Prinzipien
Das UN-Dokument, mit dem sich Reto Walther befasst hat, richtet sich gegen durch Unternehmen verursachte Menschenrechtsverletzungen. Doch ist es mehr als ein Papiertiger? Diesen Vorwurf hält er für ungerechtfertigt: Das Regelwerk beruht auf einem globalen Konsens aller relevanten Stakeholder und hat praktische Auswirkungen, wie die Gründung der Global Business Initiative on Human Rights und mehrerer staatlicher Forschungsinstitute zum Thema beweisen. Die Richtlinien geniessen grosse Akzeptanz, weil sie keine neuen Pflichten und Verantwortlichkeiten festlegen, sondern weitgehend akzeptierte Standards kombinieren. „Diese Stärke ist aber gleichzeitig die grösste Schwäche, da der Menschenrechtsschutz dadurch nicht ausgebaut, sondern lediglich bekräftigt wird“, so Reto Walther.

Konkrete Vorschläge für Umsetzung
Die konkrete Umsetzung eines Ansatzes der Richtlinien war das Thema der Bachelorarbeit. Reto Walther erarbeitete einen detaillierten Vorschlag, wie ein staatlicher nicht-gerichtlicher Streitbeilegungsmechanismus effektiv Rechtsschutz bieten könnte. „Zunächst ist sicherzustellen, dass Betroffene den Mechanismus kennen, Zugang dazu haben und ihm vertrauen.“ Zur Bekanntmachung müsse in Zusammenarbeit mit NGOs in vielen Sprachen und über zahlreiche Medienkanäle kommuniziert werden. Zusätzlich könnten den Unternehmen Informationspflichten gegenüber ihren Arbeitnehmenden auferlegt werden. Ein „Victim Support Service“ könnte Betroffene bei der Einleitung von Verfahren sowie während deren Dauer unterstützen. Wichtig sei schliesslich die Transparenz. Diese müsse aber legitime Vertraulichkeitsinteressen respektieren, da Unternehmen sonst kaum kooperieren würden. Wer sich ausführlich mit der Bachelorarbeit auseinandersetzen will, kann diese bei Making Science News downloaden.

Internationale Erfahrung – Internationale Zukunft?
Die Arbeit hat Reto Walther auf Englisch verfasst, was ohne das Austauschsemester an der University of Technology in Sydney kaum möglich gewesen wäre. „Das war zweifellos eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Nebst vielen bereichernden Begegnungen und Erlebnissen konnte ich mich fachlich weiterentwickeln“, sagt er rückblickend. Walther ist überzeugt, dass Auslandaufenthalte in einer stark globalisierten Welt wertvoll sind, da sie lehren, andere Kulturen und Perspektiven kennenzulernen.

Einen Drittel des Preisgelds lässt Reto Walther der Kampagne „Recht ohne Grenzen“ zukommen. Die von über 50 Schweizer NGOs getragene Initiative beschäftigt sich mit extraterritorialen Menschenrechtsverletzungen von Schweizer Unternehmen. Ob der Master-Student (Master of Law, Uni Luzern) eine Laufbahn im Bereich Menschenrechte anstrebt, kann er noch nicht mit Sicherheit sagen. Er kann sich ebenso gut eine wissenschaftliche Karriere vorstellen oder die Tätigkeit bei einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Ein Kanzleipraktikum hat er bereits absolviert und derzeit arbeitet er als Hilfsassistent an seiner Fakultät. Den Zivildienst wird er im Sommer 2015 bei einer NGO leisten. Gewiss wird er anschliessend wissen, wohin die Reise geht.

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