ales "" & is zhaw mitarbeiter: "zhaw_staff"

Schweizer Firmen erwarten Höhepunkt der Krise Ende Juli – ZHAW Manager Barometer-Studie

csm_ZHAW_Coronakrise_Survey_00_631406042d1-720x340

Eine Umfrage der ZHAW bei über 200 Schweizer Firmen zeigt: Die meisten gehen davon aus, dass das Schlimmste erst noch kommt. Zudem profitieren laut ZHAW Manager Barometer-Studie vor allem wirtschaftlich starke Unternehmen von den Corona-Hilfen des Bundes.

Die von Benedikt Zoller-Rydzek und Florian Keller durchgeführte Studie ist auf grosses Interesse gestossen: Sie wurde bereits dem wissenschaftlichen Beratungsgremium des Bundesrats präsentiert, danach berichtete auch die NZZ am Sonntag darüber. An der Umfrage, die vom 7. bis zum 13. April 2020, durchgeführt worden ist, haben über 200 Manager diverser Schweizer Firmen teilgenommen, viele davon sind Alumni des IEMBA, MBA und MAS BA der ZHAW School of Management and Law. 

Haupterkentnisse

  1. Firmen erwarten den Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise Ende Juli (in 15 Wochen). Eine Beruhigung der Geschäftslage wird auf Ende Jahr oder in rund 40 Wochen erwartet.

    Entwicklungskurve: Firmen erwarten den Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise Ende Juli.

    Entwicklungskurve: Firmen erwarten den Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise Ende Juli.

  2. Der Einbruch der ausländischen Nachfrage trifft die Unternehmen am härtesten: «Bevor sich der Weltmarkt nicht erholt, wird auch für die Exportnation Schweiz die Krise nicht vorbei sein», sagt Studien-Co-Autor Zoller-Rydzek.
  3. Die grössten Lieferengpässe bestehen bei Ware aus China und Italien, andere Länder sind weniger beeinträchtigt. Am besten sieht der Lieferstatus bei inländischer Produktion aus.

    Absatz- und Beschaffungsentwicklung nach Region: Die grössten Lieferengpässe bestehen bei Waren aus China und Italien.

    Absatz- und Beschaffungsentwicklung nach Region: Die grössten Lieferengpässe bestehen bei Waren aus China und Italien.

  4. Bundeshilfe wird besonders von Firmen genutzt, denen es 2019 besser ging unabhängig von Firmengrösse. Für die Aufnahme von Kurzarbeit hat die vergangene Geschäftslage von Firmen keine Auswirkung.
  5. Firmen mit Just-in-Time Lieferketten waren besser auf die Krise vorbereitet und werden weniger verändern.
  6. Schweizer Unternehmen befinden sich mehrheitlich im reinen Krisenmodus. Als Massnahmen werden Home Office und Verringerung der Geschäftstätigkeit eingesetzt, aber noch kaum neue Produkte oder gar neue Geschäftsmodelle lanciert.
  7. Nach der Krise ist nicht wie vor der Krise. Es wird verbreitet ein «New Normal» erwartet. Dabei erlebt vor allem die Digitalisierung einen Schub.
  8. Im New Normal wird das Home Office von der Möglichkeit zum festen Bestandteil der Arbeitswelt.

    Beinahe ein Viertel der Firmen reagiert mit verstärkter Digitalisierung auf die Krise.

    Beinahe ein Viertel der Firmen reagiert mit verstärkter
    Digitalisierung auf die Krise.

  9. Nur wenige Firmen sehen die neue digitale Arbeitswelt als weniger erfolgreich als die bisherige.

ZHAW Manager Barometer-Studie

Die erste ZHAW Manager Barometer-Studie wurde im International Management Institute von Florian Keller und Benedikt Zoller-Rydzek gemeinsam mit Michael Farley und Christian Graf lanciert. Das Barometer soll eine unregelmässig wiederkehrende Umfrage zu aktuellen Themen für Schweizer Unternehmen werden.

Kontakt: Florian Keller, International Management Institute