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Schweizer Botschafter in den «Zentren der Macht»

Wie werden Schweizer Interessen auf den wichtigsten Aussenposten vertreten? Florian Keller ist der Frage nachgegangen und hat die Karriere von acht Botschaftern in sechs für die Schweiz relevanten Zentren der Weltpoilitk analysiert.

Diplomatie und Internationale Beziehungen sind seit 2012 ein wichtiges Thema an der ZHAW School of Management and Law. So wurden bereits unter dem früheren Dozierenden und ehemaligen Diplomaten Dr. Max Schweizer drei Textsammlungen zur Schweizer Diplomatie (2014), zur Europapolitik (2015), sowie zur Rolle der Schweiz im Welthandelsdorf (2016) publiziert. Diese Tradition führt das Center for European Business & Affairs mit der neuesten Publikation über Schweizer Botschafter in den «Zentren der Macht» fort: In «Botschafterporträts» erforscht der Leiter des Center, Dr. Florian Keller, die Hintergründe und das Wirken von acht herausragenden Botschaftern in Washington, Moskau, London, Paris, Bonn/Köln und New York (Uno). Wer waren diese Persönlichkeiten und wie haben sie ihre Aufgabe wahrgenommen?

Keller, Florian (2017), Botschafterporträts, Chronos-Verlag, Zürich

Keller, Florian (2017), Botschafterporträts, Chronos-Verlag, Zürich

Von der Kubakrise zur Frühstücksdiplomatie auf dem Bürgenstock
In Kellers systematischen Porträts der Botschafter Karl Bruggmann, Henry de Torrenté, Albert Huber, August Lindt, Max Troendle, Armin Daeniker, Felix Schnyder und Pierre Dupont spiegeln sich die grossen Themen der Schweizer Aussenpolitik von 1945 bis 1975. Dazu gehören zum Beispiel die Verhandlungen zum Washingtoner Abkommen, die US-Interessenvertretung durch die Schweiz in Kuba oder der Kauf des ersten Schweizer Atomreaktors.

Zudem beleuchtet «Botschafterporträts» diverse Anekdoten aus der Schweizer Diplomatiegeschichte aus persönlichen Blickwinkeln, wie ein Brief von Botschafter Troendle ans Eidgenössische Politische Departement (EPD, heute EDA) über ein Konzertverbot in Zürich gegen den Sowjetischen Stargeiger David Oistrach, da dieser laut der Polizei «einfache Menschen zugunsten des Kommunismus beeinflussen könnte». An anderer Stelle wird das besondere Verhältnis von Bundeskanzler Adenauer zur Schweiz geschildert. Aufgrund seiner regelmässigen Aufenthalte am Vierwaldstädtersee schrieben die Schweizer Medien damals kritisch vom «Bundeskanzleramt Bürgenstock».

Rechtsstudium als Voraussetzung
Wenn Keller die Profile dieser acht untersuchten Botschafter zusammenfasst, fällt nicht nur auf, dass alle in gut situierten Familien aufgewachsen sind, sondern auch, dass alle ausnahmslos Juristen waren: die eine Hälfte von ihnen hatte einen Doktortitel, die andere Hälfte ein Anwaltspatent. Diese Hürde für Nichtjuristen fiel erst mit dem neuen Zulassungswettbewerb, dem sogenannten Concours Diplomatique ab dem Jahr 1955, welcher zu einer Demokratisierung des Diplomatischen Corps geführt hat.

Die Publikation, welche hauptsächlich auf dem Aktenstudium im Bundesarchiv in Bern basiert, endet mit dem Jahr 1975. Es begann nicht nur die Zeit einer neuen Aussenpolitik und ab 1979 eines neuen Departements, sondern auch einer neuen Generation im schweizerischen diplomatischen Dienst.

Buchbesprechung der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik: «Die längsten, nicht immer stärksten Arme der Aussenpolitik».

Kontakt: Florian Keller, International Management Institute

 

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