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Renditequelle mit alternativen Risikoprämien

Rund 100 Teilnehmende diskutierten am Investor Circle vom 31. Januar die Rolle von alternativen Risikoprämien als wichtige Portfoliobausteine.

Nach der Einführung durch Prof. Dr. Peter Meier, vom Institut für Wealth und Asset Management erläuterte David Engel, Leiter Private Markets der Pensionskasse des Bundes (Publica) deren Zielsetzung. «Bei angemessener Begrenzung der Risiken streben wir eine Gesamtrendite an, welche es erlaubt, Versicherte und Rentenbeziehende gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod zu versichern», sagt Engel. «Es ist sicherzustellen, dass die versprochenen Leistungen jederzeit termingerecht ausbezahlt werden können.»

Dem Anlagecredo treu bleiben

«Wir legen grossen Wert auf ein effizientes Liquiditätsmanagement sowie ein solides Verhältnis von Rendite und Risiko», sagt David Engel, Leiter Private Markets bei der Publica.

«Wir legen grossen Wert auf ein effizientes Liquiditätsmanagement sowie ein solides Verhältnis von Rendite und Risiko», sagt David Engel, Leiter Private Markets bei der Publica.

Die Publica legt also grossen Wert auf ein effizientes Liquiditätsmanagement sowie ein solides Verhältnis von Rendite und Risiko. Um eine möglichst hohe Gesamtrendite zu erzielen, versucht sie den Gesamtaufwand für die Verwaltung des Vermögens möglichst tief zu halten. Ende 2015 verwaltete die Publica knapp 36,5 Milliarden Franken, bei einem Verwaltungsaufwand von 0.201 Prozent. Dies erreichte sie vor allem dank dem passiven Anlageansatz und der Vergabe von Mandaten ohne Performance Fees. «Alternative Assets werden zunehmend durch das Inhouse Management verwaltet», sagt David Engel. «90 Prozent unseres Anlageerfolgs stammt aus der strategischen Asset-Allokation.» Dies zeigt, dass die Publica taktische Anpassungen im Bereich ihrer Asset-Klassen-Bandbreiten nur in seltenen Situationen durchführt, um auf Makro-Events zu reagieren. Auch deswegen ist es Engel beim Investieren in alternative Anlagen von hoher Bedeutung, dem Anlagecredo treu zu bleiben.

Aus dem interessierten Publikum wurde die Frage gestellt, in welche alternativen Anlagen die Publica investiere. David Engel erläuterte, dass vermehrt in Private Debt (in Zukunft auch Anlagen mit tieferen Ratings) und Hypotheken von über 5 Millionen Franken investiert werden soll, mit jeweils 4 Prozent des Anlagevermögens. «In der Vergangenheit haben wir keine schlechten Erfahrungen mit alternativen Anlagen gemacht, da wir nicht in überteuerte Asset-Klassen wie Rohstoffe oder Private-Equity investieren.»

 

Columbia Threadneedle Investments sponsorte den Anlass im Zunfthaus zur Zimmerleuten.  Portfoliomanager Benjamin Simonds sprach vor vollem Saal.

Columbia Threadneedle Investments sponsorte den Anlass im Zunfthaus zur Zimmerleuten. Portfoliomanager Benjamin Simonds sprach vor vollem Saal.

Traditionelle Portfolios profitieren von Diversifikation
Im Anschluss sprach Benjamin Simonds von Columbia Threadneedle Investments, dem Sponsor des Investor Circle. Der Client Portfolio Manager, Global Asset Allocation and Alternative Investments zeigte, wie liquide Risiko-Prämien in der Praxis umgesetzt werden können. «Wir investieren long und short in verschiedene Alternative-Beta-Strategien wie Style, Momentum, Value, Carry, Curve und Volatilität über verschiedene Asset-Klassen hinweg», sagte Simonds. Der grosse Vorteil der Asset-Allokation über Risiko-Faktoren liegt darin, dass liquide Risiko-Prämien über die letzten zwölf Jahre eine robust tiefe Korrelation untereinander aufzeigen, was gerade in Krisenzeiten von grosser Bedeutung ist. «Uns ist es wichtig, Risikofaktoren aus vielen Asset-Klassen und Investmentstilen auswählen zu können», sagt Simonds zum Schluss seiner Präsentation. «Der Hauptnutzen liegt im Diversifikationspotential, von dem viele traditionelle Portfolios profitieren können.» Der Fonds erhebt lediglich eine Management-Fee von 0.65 Prozent und keine Performance-Fee. Während der Kaffeepause tauschten sich die Teilnehmenden untereinander und mit den Referenten über die verschiedenen Portfoliobausteine aus.

Veränderte Rahmenbedingungen

Dr. Peter Oertmann, Vice Chairman der Vontobel Asset Management AG gilt als Pionier alternativer Risikoprämien in Europa.

Dr. Peter Oertmann, Vice Chairman der Vontobel Asset Management AG gilt als Pionier alternativer Risikoprämien in Europa.

Nach der Pause stellte Moderator Peter Meier Dr. Peter Oertmann als Pionier alternativer Risikoprämien in Europa vor. Der Vice Chairman der Vontobel Asset Management AG sprach über zeitvariable Risikoprämien als Grundlage für taktische Anlageentscheidungen. «Diese Präsentation habe ich schon vor zwanzig Jahren so ähnlich vorgetragen», sagte Peter Oertmann. Das Thema sei nicht neu, das Umfeld hat sich aber geändert. «Investoren interessieren sich nun dafür, wie man auch nur ein Prozent mehr Return erwirtschaften kann und setzen sich deshalb mehr diesem komplexen Thema auseinander.» Im späten 20. Jahrhundert hätten die Anlagemärkte noch von der Liberalisierung der Wirtschaft vieler Länder und dem Aufschwung der Emerging Markets profitiert. «Heute befindet sich die Weltordnung im Wandel. Politische Entscheide schwierige Anlagebedingungen wie tiefe Realzinsen und eine hochvolatiles Sentiment stellen Herausforderungen dar. Peter Oertmann zitierte die McKinsey-Studie Diminishing-Returns von 2016, welche für die nächsten zwanzig Jahre im Durchschnitt einen Drittel tiefere Renditen prognostiziert, als in den vergangenen dreissig Jahren. Aus diesem Grund schlägt Oertmann vor, mehr Risikoprämien ins Portfolio aufzunehmen, wobei das Timing und Verständnis von Markzyklen bedeutende Renditetreiber sind. «Das Timing ist nie perfekt», sagte Oertmann zum Schluss. «Entscheidend für den Mehrwert ist die Anlagedisziplin um zum Beispiel langfristige Risikoprämien abzuschöpfen. Durch Rückmeldungen des Anlageerfolgs kann man Modellerfahrung sammeln und das Modellrisiko minimieren.»

Der Investor Circle endete in einer angeregten Publikumsdiskussion und einem informellen Austausch beim Apéro-Riche, in denen spannende Fragen, wie die Persistenz von Risikoprämien diskutiert wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei der erfolgreichen Anwendung der Alternative-Beta-Theorie vor allem die Kosteneffizienz und Anlagedisziplin massgebend sind.

Auskunft: Alexander Schaier, Zentrum für Asset Management

Auf dem Podium diskutierten Benjamin Simonds, David Engel Peter Oertmann (vlnr).

Auf dem Podium diskutierten Benjamin Simonds, David Engel Peter Oertmann (vlnr).

Der Investor Circle endete mit einem Apéro-Riche an dem  etwa die Persistenz von Risikoprämien diskutiert wurde.

Der Investor Circle endete mit einem Apéro-Riche an dem etwa die Persistenz von Risikoprämien diskutiert wurde.

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