Gesucht: Paket-U-Boote und andere Ideen

Die Schweizerische Post und die ZHAW School of Management and Law suchen nach innovativen Ideen. Wer eine geeignete Geschäftsidee für die Post von morgen in 400 Wörtern beschreiben kann, hat die Chance auf eine Anschubfinanzierung von 50’000 Franken.

Die Post sucht gezielt nach frischen Ideen, mit denen sie Angebote in ihren strategischen Entwicklungsschwerpunkten weiter vorantreiben kann. Mit dem Programm PostVenture engagiert sie sich partnerschaftlich für junge Talente und Unternehmer, die mit neuen Geschäftsmodellen den Markt erobern möchten und hilft ihnen dabei, interessante Vorhaben umzusetzen. Das Center for Innovation & Entrepreneurship der ZHAW School of Management and Law unterstützt die Post dabei und bereitet die Teilnehmenden in dreitägigen Intensivcoachings auf ihren Pitch vor. Zehn Ideen werden ausgewählt und mit einer Anschubfinanzierung von je 50’000 Franken unterstützt.

Ideen können bis spätestens am 24. September bei der Post eingereicht werden. Dazu gilt es die Teilnahmebedingungen zu beachten. Doch was braucht es ausserdem, um bei PostVenture mitzumachen? Wir haben bei Projektleiter Roland Keller von der Post nachgefragt.

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«Nutzen Sie diese Chance, um die Post in einer frühen Phase ihrer Geschäftsidee als Partner zu gewinnen, ein kostenloses Training zu erhalten und im Rennen um eine von zehn Anschubfinanzierungen im Wert von 50’000 Franken mitzumachen», sagt Projektleiter Roland Keller von der Post.

Wer kann Ideen einbringen?
Die Post ist an guten Ideen interessiert, egal woher sie kommen – von Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten oder Startups. Dafür haben wir verschiedene Schnittstellen um die geballte Innovationskraft unserer Anspruchsgruppen zu nutzen. PostVenture ist ein Programm, das auch externen Partnern mit zusätzlichen Anreizen und einer niedrigen Eintrittsschwelle die Möglichkeit gibt, ihre Idee gemeinsam mit der Post auszuarbeiten. 

Warum ist die Post gerade an meiner Idee interessiert?
Sie haben den Vorteil, diese Themenfelder frisch und unbekümmert angehen zu können – und genau das brauchen wir. Die grossen Herausforderungen kommen heute nicht nur aus den Themenfeldern, in denen wir traditionell tätig sind. Die Digitalisierung ruft neue Mitbewerber auf den Plan. In der Hotellerie beispielsweise vermittelt Airbnb heute weltweit mehr Betten als jede Hotelkette. Solche Herausforderungen haben wir bei der Post auch. Amazon beginnt beispielsweise damit, ihre Pakete selbst zuzustellen, Uber konkurriert unsere Postautos und im Kreditgeschäft drängen Crowdlending-Plattformen auf den Markt.

Was muss ich genau liefern, um bei PostVenture mitmachen zu können?
Wir suchen nach guten Ideen, die zu unseren Kernmärkten und Entwicklungsschwerpunkten passen. Wir brauchen keinen fertigen Businessplan, sondern eine grob ausformulierte Idee in rund 400 Wörtern. Für vielversprechende Ideen bieten wir zusammen mit der ZHAW Unterstützung bei der Ausarbeitung an. Dabei gehen wir nach dem Co-Star-Prinzip vor: Customer, Opportunity, Solution, Team, Advantage, Results. Diese Ausarbeitung erfolgt in einem dreitägigen Intensivworkshop, den die ZHAW durchführt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Kann ich die Rechte an meiner Idee behalten?
Die Rechte bleiben bei den Ideengebern. PostVenture hilft ihnen lediglich dabei, ihre Idee auszuformulieren und das Ergebnis vor einer Jury zu präsentieren. Diese entscheidet, welche zehn Ideen mit einer Anschubfinanzierung von je 50’000 Franken unterstützt werden. Auch dann bleiben die Rechte bei den Autoren. Nach dieser Validierungsphase können Sie die ausgearbeiteten Ideen vor der Konzernleitung der Post präsentieren.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Nehmen wir an, Sie haben ein Startup im Bereich der Schifffahrt und entwickeln ein U-Boot, mit dem Sie Pakete durch den Bodensee transportieren können. Wir fragen uns: Welche Kunden könnten davon profitieren? Wie läuft die technische Abwicklung? Welche Kosten verursacht der Transport? Wie viel Geld lässt sich damit verdienen?

Wo liegen die Grenzen der Innovation?
Wir werden keine Molkerei betreiben oder eine Pizzeria. Die Idee muss zur Post und unseren vier Kernmärkten Kommunikation, Logistik, Retailfinanz und Personenverkehr passen. Zudem fokussieren wir uns auf sieben Entwicklungsschwerpunkte: E-Commerce, Mobilität, digitale Finanzdienstleistungen, Digital Trust, Cross Channel Communication, Business Process Outsourcing und Vertriebslösungen. Wenn sie das Transportwesen in Vietnam verbessern möchten, mag das eine gute Idee sein, sie hat aber zu wenig mit der Post zu tun. Imagestärkung allein reicht für eine Berücksichtigung nicht aus. Das genannte Beispiel ist übrigens nicht aus der Luft gegriffen – solche Ideen haben wir bereits erhalten.

Geht die Innovation auch über die Landesgrenzen hinaus?
Besonders im Bereich der Digitalisierung spielen Landesgrenzen keine grosse Rolle mehr. Wir sind auch an global skalierbaren Geschäftsideen interessiert. So verschickt beispielsweise die Deutsche Bahn ihre Lohnausweise bereits heute mit einer sicheren Lösung der Schweizer Post.

Muss meine Idee neu sein?
Nicht unbedingt. Die Bewertung der Ideen erfolgt anhand von vier Kriterien: Strategiefit, Innovationsgehalt, Potenzial, Time-to-Market. Wenn das Potenzial genügend gross ist, kann eine Idee auch erst in zehn Jahren zur Marktreife gelangen. Grundsätzlich suchen wir aber nach Ideen, die sich in sechs Monaten bis fünf Jahren umsetzen lassen. Denn die technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen erfordern eine rasche Umsetzung. Auch die Mitbewerber schlafen nicht.

Wer ist für Sie der ideale Teilnehmer für PostVenture?
Wir suchen nach Personen mit guten Ideen und einem unternehmerischen Flair, welche die Bereitschaft mitbringen, sich über das übliche Mass hinaus für die Umsetzung dieser Ideen zu engagieren. Idealerweise suchen wir nach Startups kurz vor der Gründung. Da wir mit unserem Screening die Startup-Landschaft bereits nach potenziellen Partnern durchsuchen, setzen wir mit PostVenture einen Schritt früher an. Wir wollen bereits in einer sehr frühen Phase eine vertrauensvolle Basis der Zusammenarbeit schaffen, unser Vorwissen einbringen und jene Aspekte herausgreifen und fördern, die für uns wichtig sind.

Warum arbeiten Sie mit der ZHAW zusammen, um diese Personen zu erreichen?
Die ZHAW hat Erfahrung im Ausarbeiten von Business Cases und kann die Teilnehmenden aus neutraler Perspektive glaubwürdig bis zum Pitch begleiten. Sie ist in der Startup-Szene gut vernetzt und kann ausserdem Zertifikate für die Trainings ausstellen. Selbst wenn Ihre Idee am Schluss nicht ausgewählt wird, erhalten Sie damit eine gratis Weiterbildung – finanziert von der Post.

Welche Botschaft haben Sie für interessierte Teilnehmer?
Nutzen Sie diese Chance, um die Post in einer frühen Phase ihrer Geschäftsidee als Partner zu gewinnen, ein kostenloses Training zu erhalten und im Rennen um eine von zehn Anschubfinanzierungen im Wert von 50’000 Franken mitzumachen.

Auskunft: Angela Beckenbauer, Center for Innovation & Entrepreneurship

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