Paralegal-Forum 2017: Ein Investment in die Zukunft

Das II. Paralegal-Forum vom 18. Mai 2017 an der ZHAW zeigte die Unentbehrlichkeit von Paralegals in der Rechtsberatung und im öffentlichen Dienst.

Unter dem Motto «Ein Investment in die Zukunft» kehrten rund 35 Absolventinnen und Absolventen des CAS Paralegal am zweiten Paralegal-Forum zurück an die ZHAW School of Management and Law (SML), um sich auszutauschen. Nach der Begrüssung durch Prof. Dr. Patrick Krauskopf richtete Prof. Dr. Philipp Sieber, Leiter Lehre der Abteilung Business Law, eine Grussnote an die Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Darin erinnerte er an die Anfänge des Lehrgangs vor fünfzehn Jahren, als Begriff und Tätigkeitsfeld des Paralegals den wenigsten geläufig waren. Aufgrund des Lehrgangs an der SML und mittlerweile über 700 Absolventinnen und Absolventen hat sich dies geändert: Heute sind Paralegals aus der Privatwirtschaft nicht mehr wegzudenken und sind auch in der öffentlichen Verwaltung gesuchter denn je. «Die Ausbildung eine Investition mit beachtlicher Nettorendite», sagte Philipp Sieber. «Davon profitieren nicht nur die Paralegals selbst, sondern auch die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft.»

Effizienzsteigerung und Potential im Bereich IP
Paralegals seien ein Gewinn für die Effizienz, sagte Ständerat Hannes Germann in seiner Keynote. Er verwies zunächst auf die Ursprünge in den USA, wo Paralegals seit Jahrzehnten wesentlich zur Effizienzsteigerung in Unternehmen und bei Behörden beitragen. Der Trend sei seit der Lancierung der Paralegal-Weiterbildung an der ZHAW auch in der Schweiz angekommen. «Ich bin überzeugt, dass die CAS und DAS-Paralegal mehr sind, als nur ein Titel», sagte Germann. «Die Absolventinnen und Absolventen erwerben wichtige Kompetenzen und Skills für die tägliche Arbeit.»

Der Rechtsanwalt Guillaume Fournier stellte fest, dass in seinem Tätigkeitsbereich der Immaterialgüterrechte (IP) viel Potential für Paralegals bestehe. «Dies ist umso wichtiger, als die Schweiz bezüglich Eintragung von IP-Rechten im internationalen Vergleich auf dem fünften Platz rangiert», so Fournier. «Damit ist der Bedarf an Fachkräften ausgewiesen.» Er gab den Teilnehmenden des Forums einen Überblick über die Vielfalt der Tätigkeiten eines IP-Paralegal, angefangen von der Anmeldung, über die Erneuerung bis zur Löschung von Immaterialgüterrechten in den entsprechenden Registern bis zum Vertrags- und Litigation-Management.

Selbständige Paralegals machen sich unentbehrlich
An der Podiumsdiskussion, geleitet von Prof. Dr. Mark Alder (ZHAW), diskutierten neben den Referenten Dr. Jürg Frick (Hombuger AG), Philippe Hengy (AXA Winterthur), Philippe Senn (Swiss Paralegal Association) und Dr. Felix Schraner (Studienleiter CAS Paralegal / DAS Paralegalism) über Paralegals als unentbehrliche rechte Hand von Anwälten. Die Diskussion bestätigte die äusserst vielfältigen Tätigkeiten und Einsatzbereiche von Paralegals.  «Paralegals sind bei Homburger selbstverständlicher Teil der einzelnen Practice Groups», sagt Jürg Frick. Der Bedarf an Paralegals ist gemäss Philippe Hengy auch bei der AXA klar vorhanden – etwa im Bereich Corporate Housekeeping. «Erst die Ausbildung zum Paralegal hat mir die juristische Sprache näher gebracht», sagt Philipp Senn und unterstrich damit die Bedeutung einer zielgerichteten Ausbildung.

Die Panelisten zeigten sich überzeugt, dass die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten der Schlüssel für eine erfolgreiche Berufstätigkeit als Paralegal sei. «Die grundlegenden Methoden- und Fachkompetenzen, die an der ZHAW vermittelt werden, bereiten die Teilnehmenden auf diese Selbstständigkeit vor», sagte Felix Schraner. Guillaume Fournier stellte mit Bezug auf die Fachkompetenzen fest, dass es mehr Paralegals im Bereich der Immaterialgüterrechte brauche. Ständerat Hannes Germann wies darauf hin, warum die Politik Weiterbildungsabschlüsse an Hochschulen fördere: «Das ist richtig und wichtig, denn Profis kommen immer weiter.» Paralegals würden ausserdem stabilisierend wirken, da sie einem Unternehmen in der Regel lange die Treue halten und somit wertvolle Träger von Know-how seien.

Paralegals sind enorm vielseitig einsetzbar
Zum Abschluss gab Viola Kellenberger (Paralegal bei Wenger & Vieli AG) einen Einblick in ihre Tätigkeit. Sie schloss den CAS Paralegal 2009 und den DAS Paralegalism 2012 an der ZHAW ab. Aufgrund ihrer Kompetenzen verfügt sie heute über ein enormes vielfältiges Aufgabenportfolio, das unter anderem IP-Recht, Gesellschaftsrecht, Erb- und Steuerrecht sowie Strafrecht einschliesst. Sie wies darauf hin, dass Paralegals im Rechtsalltag vollwertige Teammitglieder seien.

Paralegal-Forum 2018
Das III. Paralegal-Forum findet am 24. Mai 2018 statt. Die ZHAW freut sich schon heute, Sie zahlreich begrüssen zu dürfen.

Auskunft: Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

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