Paralegal-Forum 2016: Berufsbild mit wachsender Bedeutung

Seit dem 26. Mai haben die weit über 700 Paralegals in der Schweiz eine eigene Plattform: Am ersten Paralegal-Forum beschäftigen sich 75 Teilnehmende an der ZHAW School of Management and Law mit der Zukunft ihres Berufsstands. Patrick L. Krauskopf, Leiter des Zentrums für Wettbewerbs- und Handelsrecht, führte durch den informativen und spannenden Abend. 

«Anything a Paralegal can do, a lawyer can do, too! Of course, it will take three attorneys, six times as along, cost seven times as much and make ten times the mess», sagt Martin Naville, von der Swiss-American Chamber of Commerce. Seine Aussage am ersten Paralegal-Forum zeigt, welche Bedeutung das Berufsfeld in den USA hat, wo es sich bereits seit den 60er-Jahren entwickelt und etabliert hat. Aufgrund der Verrechtlichung der Gesellschaft sowie der Professionalisierung und Beschleunigung der Anwaltstätigkeit gewinnen Paralegals auch in der Schweiz immer mehr an Bedeutung.

Würdigung durch die Politik
«Die SML hat bereits vor 15 Jahren mit der Ausbildung von Paralegals begonnen und damit massgeblich zur Entwicklung des Berufsbildes in der Schweiz beigetragen», sagt Jens Lehne, Leiter der Abteilung Business Law. Silvia Steiner, Regierungsrätin und Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, würdigte das Engagement der ZHAW School of Management and Law und wies auf das Bedürfnis nach gut ausgebildeten Fachkräften hin. «Solche praxisorientierten Ausbildungen und eine hohe Durchlässigkeit des Bildungssystems sind für den Wirtschaftsstandort Zürich und für eine zukunftsfähige Gesellschaft von grosser Bedeutung», so Steiner.

Etablierung des Berufsbildes
Thomas Anwander, Leiter der Rechtsabteilung der Rieter Holding AG, bestätigte in der Podiumsdiskussion welchen Mehrwert Paralegals für ein Unternehmen darstellen: «Ich ermutige deshalb meine Mitarbeitenden bereits seit vielen Jahren zu einer Paralegal-Ausbildung.» Stefan Liechti, Vorstand der Swiss Paralegal Association, wünscht sich, dass sich das Berufsbild des Paralegals in der Schweiz schnellstmöglich etabliere. «Damit kann den Paralegals die nötige Verantwortung und Kompetenz übergeben werden, um ihr Know-How im Unternehmen voll auszuschöpfen.» Boris Vassella, Inhaber der Legaljob GmbH, wies darauf hin, dass das Berufsbild und der Begriff des Paralegals noch nicht genügend in den Köpfen der Leute verankert seien. Dies könnte sich jedoch bald ändern. So erwartet auch Cornelia Stamm Hurter, Oberrichterin aus Schaffhausen, dass im Gerichtswesen  aufgrund der stärkeren Internationalisierung und technologischer Entwicklungen neue Möglichkeiten für Paralegals ergeben: «Ich kann mir gut vorstellen, dass Paralegals den Gerichtsschreibern Arbeit abnehmen könnten.»

Umfrage zum Tätigkeitsfeld
In einer Umfrage hat Dr. Jacqueline Janser vom Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht gezeigt, dass Paralegals – neben dem zu erwartenden hohen Anteil in Anwaltskanzleien und in der Justiz (29%) – namentlich in der öffentlicher Verwaltung (14%), in Banken (14%), Versicherungen (9%) und in der MEM-Industrie (12%) tätig sind. Sie kommen in mittleren und grösseren KMU (38%) sowie in Grossunternehmen (32%) zum Einsatz. Überwiegende Tätigkeitsfelder von Paralegals sind: Legal Research, Legal Writing, Vertragsgestaltung und -management sowie Corporate Housekeeping und Case Management.

Positive Resonanz
«Das Paralegal-Forum 2016 hat mir sehr gefallen, besonders die Diskussion über das Berufsbild des Paralegal aus den verschiedenen Blickwinkeln», sagt Teilnehmerin Evelyne Abbt. «Am Apéro konnte ich Kontakte knüpfen und mein Netzwerk mit motivierten Paralegals erweitern.» Wer das erste Paralegal-Forum verpasst hat, sollte sich den 18. Mai 2017 bereits vormerken. Dann findet die zweite Durchführung an der ZHAW School of Management and Law in Winterthur statt.

Auskunft: Patrick Krauskopf, Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

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