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«Nur einfache Regulierung ist wirksam»

German Egloff, Chief Financial Officer der Baloise Group, ging am Insurance Circle der ZHAW School of Management and Law auf das Thema «Gedanken eines Versicherers, zum Anspruch von Regulatoren, die Welt sicherer zu machen» ein. Rund 50 Gäste aus der Versicherungsbranche wohnten dem Anlass bei.

German Egloff, CFO Baloise Group, spricht über die Eigendynamik der Versicherungsregulierung.

German Egloff, CFO Baloise Group, spricht über die Eigendynamik der Versicherungsregulierung.

Dynamik der Regulierung

Auslöser für den Referatstitel ist die Beobachtung, dass in den vergangenen Jahren die Regulierung der Versicherungsindustrie stark zugenommen hat. So bezeichnete der Referent «Regulierung als Selbstläufer» und untermauerte diese Aussagen mit der gestiegenen Anzahl Beschäftigter im «Regulierungsmarkt». Zudem hob Egloff hervor, dass mittlerweile nicht nur die staatliche Aufsicht das Versicherungsgeschäft reguliere, sondern zahlreiche andere Akteure wie supranationale Institutionen, Gremien zu Rechnungslegungsvorschriften oder auch die Gesetzgebung anderer Länder. In diesem Zusammenhang erwähnte der Referent insbesondere das US-Gesetz Fatca.

«Blinde Modellgläubigkeit»

In seinem Referat erwähnte Egloff, dass wir in einer Zeit der ständigen Normänderungen leben, die mitunter auch zu Zielkonflikten führen, auf die ein Unternehmen reagieren muss. Dies führe zum Paradoxon, dass das Management nicht das tue, was für das Unternehmen das Beste sei, sondern versuche, die grössten Sanktionen abzuwenden, sagt der Referent. In seinen Ausführungen erwähnte Egloff auch, dass die Geschäftsführung zunehmend zur Glaubenssache wird und die Position von Experten gestärkt wird. Dies könne zu einer «blinden Modellgläubigkeit» führen, die fatale Folgen haben kann, wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/9 bekannt ist.

In seinem Fazit fordert Egloff eine einfache, aber wirksame Regulierung.

In seinem Fazit fordert Egloff eine einfache, aber wirksame Regulierung.

Forderung: Einfache und wirksame Regulierung

«Die Regulierung, die sich auf verschiedenen nationalen und internationalen Ebenen sowie in unterschiedlichen thematischen Feldern ausbreitet, stellt ein grosses Risiko darstellt, das die Welt letztlich nicht sicherer macht», hielt der Betriebsökonom in seinem Fazit fest. In der Folge befasse sich das heutige Risikomanagement zunehmend mit «Regulatory Affairs», was den unternehmerischen Handlungsspielraum einschränke und in ausgewählten Fällen sogar der Substanz des Versicherungsgeschäftes schade. Egloff hält resümierend fest «Nur eine einfache Regulierung ist auch eine wirksame Regulierung».

Auskunft: Matthias Erny, Zentrum für Risk and Insurance

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