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Neuerscheinung: Angewandte Unternehmensethik

Die Selbstdarstellung und die öffentliche Wahrnehmung von Unternehmen in Bezug auf Verantwortung und Nachhaltigkeit stimmen oft nicht überein. SML-Professor Mathias Schüz zeigt in seinem neusten Lehrbuch auf, was angewandte Unternehmensethik wirklich bedeutet.

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Am Brownbag-Lunch der Abteilung General Management stellte Mathias Schüz sein neustes Werk als erstes seinen Kolleginnen und Kollegen vor.

Von der Nuklearkatastrophe von Fukushima über die Ölpest im Golf von Mexiko bis hin zum VW-Abgasskandal – in der jüngeren Geschichte gibt es zahlreiche negative Beispiele dafür, wie Unternehmen mit Verantwortung umgehen. Aufgrund von höherer Transparenz, schrumpfenden Ressourcen und wachsenden Erwartungen der Stakeholder kann es Unternehmen immer weniger egal sein, welche Konsequenzen ihr Handeln verursacht. Die Milton’sche Doktrin des «Shareholder Value» ist als Modell der sozialen Verantwortung zu einseitig geworden. Unter dem Begriff Corporate Social Responsibility wird die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen auf zahlreiche Stakeholder ausgeweitet.

Was hast Du getan?
In seinem neusten Lehrbuch «Angewandte Unternehmensethik – Grundlagen für Studium und Prasix» stellt SML-Professor Mathias Schüz ein ganzheitliches Modell der Unternehmensverantwortung in ökonomischen, ökologische und sozialen Dimensionen vor. Mit Hilfe von Fallbeispielen und Übungen zeigt er basierend auf interdisziplinärer Forschung und philosophischer Reflexion Lösungswege für komplexe Probleme, Dilemmata und Risiken aus der Praxis auf. «Verantwortung ist abgeleitet von Antwort. Den Antworten auf die Fragen: Was hast Du getan? Was tust Du? Was wirst Du tun?», sagt Mathias Schüz. Abhängig von der Wertvorstellung der fragenden Instanz werden die Antworten unterschiedlich beurteilt.

Wenn sich etwa ein Kundenberater einer Privatbank weigert, ein aus seiner Sicht unseriöses Wertpapier zu verkaufen, mag der Arbeitgeber dies als verantwortungslos wahrnehmen. Die Kundschaft nimmt den Berater dagegen als verantwortungsvoll wahr. Entscheidend für die Wahrnehmung ist die Art der Ethik. Ohne selbst zu werten zeigt Mathias Schüz die Unterschiede zwischen utilitaristischer Ethik, deontologischer Ethik und situativer Tugendethik auf und stellt neue Ethikansätze für Unternehmen vor. Für den Autor, der zu den philosophischen Konsequenzen der Quantenphysik promoviert hat, hängt alles mit einander zusammen und beeinflusst sich gegenseitig.

Dilemma zwischen Ethos und Unternehmenskultur
Aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung aus Grosskonzernen und seiner Lehrtätigkeit weiss Mathias Schüz, dass Manager den «moralinsauren Zeigefinger» ablehnen. «Ich gewinne ihre Aufmerksamkeit, wenn sie die Bedeutung ethischen Handelns für den ökonomischen Erfolg ihrer Arbeit erfassen», sagt er. An realen Fallbeispielen zeigt er auf, welche Risiken entstehen, wenn Entscheidungen ohne ethische Reflexion getroffen werden. Besonders im mittleren Management sind Arbeitnehmende oftmals einem Dilemma zwischen eigenem Ethos und der Unternehmenskultur ausgesetzt. Als Dozent im Zentrum für Human Capital Management nimmt Schüz auch die HR-Perspektive ein und zeigt auf, das gelebte Unternehmensethik zu einem grossen Teil auch eine Führungsaufgabe ist. Unter dem Titel «Wunsch und Wirklichkeit» hat er dazu im Magazin HR Today anlässlich der Buchpublikation einen Artikel veröffentlicht.

Auskunft: Mathias Schüz, Zentrum für Human Capital Management

angewandte_unternehmensethik«Angewandte Unternehmensethik – Grundlagen für Studium und Praxis»
Das Lehrbuch vermittelt Studierenden, Lehrenden und Praktikern die wichtigsten Grundlagen und neuartige Ansätze der Unternehmensethik, damit sie ihre Entscheidungen nicht länger auf Kosten von Anspruchsgruppen treffen, sondern zum Gewinn für alle Beteiligten verantworten können. Das 366-seitige Werk ist im Pearson-Verlag erschienen und für SML-Angehörige und -Studierende zum reduzierten Preis von 30 Franken bei studentbooks.ch erhältlich.

 

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