Neue Plattform für Währungsrisiken

Das Institut für Financial Management der ZHAW und das Beratungsunternehmen IFBC schaffen mit FX Dialog eine neue Plattform für Währungsrisiken und dem adäquaten Umgang damit.

von Dr. Beat Affolter

Am 15. Januar 2018 – genau drei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank – startet das Institut für Financial Management (IFI) der ZHAW School of Management and Law zusammen mit dem Beratungsunternehmen IFBC unter dem Namen FX Dialog eine neue Plattform zu Währungsrisiken im Unternehmen. Die Partnerschaft hat zum Ziel, die Schweizer Wirtschaft im Umgang mit Währungsrisiken zu unterstützen. Häufig liegt das Problem dabei nicht in der Wahl der richtigen Absicherungsinstrumente, sondern im korrekten Verständnis der Währungsrisiken und dem adäquaten Umgang damit.

Bild FX Dialog

FX dialog – die neue Plattform für Währungsrisiken

Die Plattform FX Dialog umfasst einen Blog mit regelmässig erscheinenden Hintergrundberichten, eine Übersicht der aktuellen Währungsprognosen verschiedener Marktteilnehmer und einen Kalender mit den wichtigsten währungsrelevanten Events. Der eigentliche Kern der Plattform ist jedoch der Austausch mit den betroffenen Unternehmen. Der Dialog findet auf sozialen Plattformen und im Blog statt, aber auch offline im Rahmen von Events zum Zwecke des Erfahrungsaustauschs. Bereits heute können Sie sich auf der Seite www.fxdialog.ch registrieren, um bezüglich dem Launch der Plattform auf dem Laufenden zu bleiben.

Fokus auf Währungsrisiken
Die Motivation zu dieser Plattform entspringt der täglichen Erfahrung des IFI und der IFBC in Bezug auf den Umgang von Unternehmen mit Währungsrisiken. Aus verschiedenen Beratungsprojekten wurde ersichtlich, was auch empirische Erhebungen bestätigen: Das Währungsrisiko ist aus Sicht der Schweizer CFO immer noch eines der wichtigsten Risiken für die Unternehmen. Zudem ist es als hochkomplexes finanzielles Risiko einzustufen, sowohl hinsichtlich seiner Art und mannigfaltiger Wirkungsweise als auch hinsichtlich der Dynamik des Devisenmarktes. Zwar bietet der FX Dialog auch Kursdaten und eine Aggregation der verschiedenen Währungsprognosen, der Fokus liegt aber bewusst auf dem Verständnis von Währungsrisiken und deren Wirkungsweise.

Wirkungsweise auf Unternehmen verstehen
Falsch formulierte Währungsabsicherungsstrategien stellen für Unternehmen ein grosses Gefahrenpotenzial dar. Soll zum Beispiel ein Schweizer Unternehmen, welches Rohwaren teilweise in EUR beschafft und gleichzeitig die Fertigprodukte in CHF wieder in den Euro-Raum verkauft, die EUR-Exposure absichern oder nicht? Eine Absicherung verschafft zwar Planungssicherheit in CHF, kann aber gleichzeitig die Wettbewerbsposition bei stärker werdendem CHF massiv beeinträchtigen, sofern die Konkurrenz in EUR produziert. Das Schweizer Unternehmen hat dann eine fixe Kostenbasis in CHF und wird für die ausländischen Kunden teurer, im Gegensatz zur Konkurrenz. Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die nominale Exposure zu kennen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens einzubeziehen. Dazu gehört auch die Währungssituation der Kunden und der Konkurrenz.

Längerfristig spielt vor allem das natürliche Hedging, also die Angleichung der Währungsstruktur auf der Ertrags- und Kostenseite eine wichtigere Rolle. Aber auch auf dieser Ebene wird davon abgeraten, einfache Standardrezepte zu verwenden. Eine Angleichung kann relativ einfach erfolgen, indem die Verkaufswährung in CHF angepasst wird. Dadurch ist das Unternehmen nominal zwar vom Währungsrisiko befreit, hat es aber faktisch einfach an den Kunden im Ausland übertragen, was wiederum gefährlich sein kann. Häufig zu beobachten ist auch eine Angleichung der kostenseitigen Währungsstruktur durch Auslagerung der Produktion ins Ausland oder der Einkauf von Halbfabrikaten aus dem Ausland. Dies reduziert zwar tatsächlich das Währungsrisiko und dies sogar langfristig. Der damit allenfalls verbundene Verlust strategischer Flexibilität sowie die Verlängerung der Time-to-Market, verursacht durch komplexere Lieferketten oder Qualitätseinbussen, sind aber zwingend in die Entscheidung einzubeziehen.

Massgeschneiderte Dienstleistungen – auch für KMU
Neben dem Dialog und dem Austausch bieten die beiden Partner auch verschiedene Dienstleistungspakete an. Diese richten sich sowohl an grössere Unternehmen, als auch an KMU. Damit soll der Dialog auf konkreter Unternehmensebene fortgeführt werden und auf die spezifische Unternehmenssituation eingegangen werden.

Auskunft: Dr. Beat Affolter, Institut für Financial Management

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