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Neu möblierte Klassenzimmer

Neue Einrichtung Klassenzimmer 2

Die beiden Klassenzimmer SW 129 und SW 229 wurden als Pilotversuch neu möbliert. Dadurch soll ein didaktisch flexiblerer Unterricht ermöglicht werden.

Von Mark Alder, 13.02.2019

Raumgestaltung weckt Erwartungen: Wenn man einen Kinosaal betritt, alle Sessel ausgerichtet auf die Leinwand, erwartet man, unterhalten zu werden. Wenn man eine Kirche betritt, alle Bänke ausgerichtet auf die Kanzel, erwartet man, belehrt zu werden. Und wenn man ein Klassenzimmer der SML betritt, alle Stühle und Tische auf die Leinwand ausgerichtet, erwartet man sicher nicht, dass man selber denken oder sogar mitmachen müsste. Das wäre aber im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Lehre besonders wichtig, denn die reine Wissensvermittlung steht nicht mehr im Zentrum des Unterrichts. Andere Sozialformen und Unterrichtsmethoden können die professoralen Monologe ersetzen.

Innovation braucht Inspiration
Wir haben uns nach anderen Gestaltungsmöglichkeiten umgeschaut, und sind fündig geworden! Zum Beispiel beim «Kindergarten-Kreisli», wo alle Kinder gleichberechtigt im Kreis sitzen, erwartet man, dass jedes Kind zu allem seine Ideen und Meinungen kundtun darf. Oder bei den Anonymen Alkoholikern, die ebenfalls im Kreis sitzen, erwartet man, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin als Individuum ernst genommen wird. Und wenn man die neu gestalteten Klassenzimmer SW 129 (direkt gegenüber vom Prüfungsoffice) und SW 229 (einen Stock höher) betritt, spürt man auch, dass hier anders als in den anderen Räumen keine Kasernenplatz-Gleichmacherei betrieben wird.

Didaktisch sinnvoller Einsatz
Die Stühle mit zwei integrierten Tischchen stehen recht chaotisch im Raum. Der/die Dozierende muss sich zuerst für eine Sitzordnung entscheiden. Was passt am besten zum didaktischen Konzept? Ein Kreis, ein „U“, Gruppeninseln für drei oder fünf Studierende, oder doch alles in Reih und Glied? Die Stühle sind so leicht und flexibel, dass die Studierenden diese selbständig in die von den Dozierenden gewünschte Position bringen können – Bodenmarkierungen bieten eine Orientierungshilfe.
Es geht so einfach, dass sogar während des Unterrichts umgestellt werden kann: Zuerst ist beispielsweise ein Lehrvortrag mit begleitenden PowerPoint Slides vorgesehen – hier macht es wohl Sinn, dass die Studierenden frontal ausgerichtet sitzen, damit sie gut nach vorne sehen können. Sollen sie anschliessend in Gruppen diskutieren, können die Stühle zu Inseln zusammengeschoben werden. Und bei der abschliessenden Klassendiskussion ist ein grosses „U“ die Bestuhlung, welche didaktisch am sinnvollsten ist.
Die Neumöblierung der beiden Klassenzimmer wurde per HS 2019 in Betrieb genommen. Im ersten Semester wurden von den Studierenden und Dozierenden vor allem die zu kleinen und viel zu rutschigen Tischchen bemängelt. Über Weihnachten wurde das nun angepasst, so dass per FS 2020 grössere, rutschfeste Tischchen auf experimentierfreudige Dozierende und deren Klassen warten.

Wer im HS 20 in einem neu möblierten Klassenzimmer unterrichten möchte, soll sich frühestmöglich bei Mark Alder (alma@zhaw.ch) melden. Die Administration wird dann versuchen, den Wunsch zu berücksichtigen. Eine Garantie gibt es jedoch leider nicht. Zu den übrigen Zeiten werden die Räume wie gewöhnliche Klassenzimmer verplant. Es kann also sein, dass einzelne Dozierende auch unfreiwillig in den Genuss eines solchen neu möblierten Klassenzimmers kommen.

Euer Feedback ist wichtig – alma@zhaw.ch hat ein offenes Ohr für konstruktive Kritik!