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Nachhaltigkeitsschulung mit Pioniercharakter

Das Institut für Financial Management schult seit September 2022 alle Mitarbeitenden der Thurgauer Kantonalbank zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen. Das Projekt ist in dieser Form und Grössenordnung eine Premiere in der Schweizer Bankenlandschaft.

Die Schweizer Volkswirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Für die Transformation der Schweiz zu einer nachhaltigen Wirtschaft werden gemäss einer Schätzung der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) bis 2050 insgesamt CHF 387 Milliarden investiert werden müssen, wovon ein grosser Teil mittels Bankkrediten finanzierbar sein dürfte. Für die Schweizer Banken ergibt sich daraus zwar viel Potential, die Entwicklung birgt aber auch sehr viele Risiken. Diese Risiken betreffen unter anderem nicht zukunftsfähige bestehende oder neue Geschäftsmodelle oder neu entwickelte Technologien, die nicht wunschgemäss funktionieren oder sich nicht durchsetzen.

Für Banken ist deshalb entscheidend, dass sich ihre Mitarbeitenden mit Nachhaltigkeitsthemen auskennen, um ihre Kundinnen und Kunden gezielt zu beraten und gleichzeitig die Risiken, welchen sich die Bank potenziell aussetzt, korrekt einschätzen zu können. Auch wenn Nachhaltigkeit aktuell bei den meisten Banken noch nicht systematisch in die Kreditbeurteilung hineinfliesst, so sind entsprechenden Überlegungen im Anlagegeschäft seit einigen Jahren etabliert.

Für die Thurgauer Kantonalbank (TKB) gehört Nachhaltigkeit seit vielen Jahren zum unternehmerischen Denken und Handeln. Deshalb will die TKB das Wissen ihrer 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch ausbauen und mit neusten Erkenntnissen stärken. Hierfür hat sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Financial Management (IFI) der ZHAW School of Management and Law ein umfassendes Schulungskonzept entwickelt. Die Schulungsinhalte werden vom IFI erstellt und vermittelt. Insgesamt absolvieren die Mitarbeitenden der Bank rund 1’900 Schulungstage.

Die Schulungen sind so konzipiert, dass das Wissen stufenweise und passend zur jeweiligen Funktion des Mitarbeitenden vermittelt wird. Unterschieden wird beispielsweise zwischen einem beruflichen Fokus im Anlage- oder Finanzierungsgeschäft. Zudem werden verschiedene Lernformen – insbesondere Selbststudium, virtuelle Live-Schulungen und Präsenzunterricht – kombiniert. Ein hoher Anteil von virtuellen Lerninhalten, die ortsunabhängig zugänglich sind, bieten den Teilnehmenden eine hohe zeitliche und örtliche Flexibilität. Trotzdem findet ein direkter Austausch unter den Mitarbeitenden der TKB und ein Dialog mit den Dozierenden statt.

Mit dieser Weiterbildungsinitiative nimmt die TKB in der Schweizer Bankenlandschaft eine Vorreiterrolle ein. Verschiedene Banken haben eigene Ausbildungsprogramme gestartet. Bei der TKB ist hervorzuheben, dass von den Mitarbeitenden der internen Post bis zum Bankrat alle Mitarbeitenden der Bank an dieser Ausbildung teilnehmen werden. Damit trägt die TKB der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit glaubhaft Rechnung und verankert dieses anspruchsvolle Thema gezielt im Bankalltag.

Kontakt

Andreas Schweizer, Stv. Leiter Fachstelle Corporate Performance and Sustainable Financing am Institut für Financial Management