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Mezzanine-Projekte sorgen für weiteren Wachstumsschub bei Winterthurer Fintech Startup Swisspeers

Im Rahmen eines Innosuisse-Projekts hat das Institut für Financial Management in Zusammenarbeit mit Swisspeers eine innovative Lösung im Bereich Wachstumsfinanzierung für KMU entwickelt. Ein gutes Jahr nach der Implementierung kann von einem Erfolg auf der ganzen Linie berichtet werden.

Von der Innosuisse geförderte Innovationsprojekte werden häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, als Papiertiger zu enden bzw. nicht über den Prototypenstatus hinaus entwickelt zu werden. Der hier geschilderte Anwendungsfall beweist das Gegenteil: Bereits kurze Zeit nach der Produktimplementierung konnten sechs Schweizer Unternehmen mit signifikanten Beträgen in ihrem Wachstum unterstützt werden. Gerade Wachstums- und Innovationsfinanzierungen sind von grosser Bedeutung zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Volkswirtschaft. Trotz dieser einleuchtenden Tatsache sehen sich hiesige KMU häufig mit Finanzierungsproblemen konfrontiert, da klassische KMU-Bankkredite zur Finanzierung des Unternehmenswachstums meistens nicht geeignet sind: Entweder wird aufgrund des im Vergleich zu klassischen Firmenkrediten erhöhten Risikos die Finanzierung erschwert oder der risikoadjustierte Zinssatz liegt höher als bei normalen Krediten. Die Unternehmen wären dann während der ohnehin schon liquiditätszehrenden Wachstumsphase mit zusätzlichen Liquiditätsabflüssen konfrontiert. Eine Alternative würde die Aufnahme von Eigenkapital darstellen, wobei sich die Suche nach Minderheitsaktionären für die meisten kleineren Unternehmen als schwierig bis unmöglich erweist.

Massgeschneidertes Finanzierungsinstrument für das Unternehmenswachstum

Projektziel war die Ausgestaltung eines finanzmarkttheoretisch fundierten Mezzanine-Modells, das für wachsende KMU zeitgemässe Finanzierungsmöglichkeiten bietet und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung dieser wichtigen Wirtschaftsakteure leistet. Idealerweise sollte das Modell dem Umstand Rechnung tragen, dass die Unternehmen zu Beginn der Kreditlaufzeit entlastet werden, der Investor für diesen Verzicht in der zweiten Hälfte der Laufzeit aber kompensiert wird. Das so entwickelte Finanzierungsinstrument (auf Basis eines partiarischen Darlehens) arbeitet mit einer relativ kleinen Fixverzinsung (Fremdkapitalkomponente). Der andere Teil der Investorenentschädigung erfolgt über eine variable Erfolgsbeteiligung (Eigenkapitalkomponente). D.h. die Investoren werden an den zukünftigen Unternehmensgewinnen beteiligt ohne Miteigentümer zu sein. Dabei musste eine methodisch saubere Lösung für die «Moral Hazard»-Problematik gefunden werden, damit der Kreditnehmer nach Kreditvergabe nicht den Anreiz hat, das finanzierte Projekt möglichst schlecht darzustellen, um die Kreditkosten zu senken. Zu diesem Zweck hat das Forschungsteam einen Sanktionsmechanismus zur Eliminierung solcher negativen Anreize erarbeitet. Damit sind die Mezzanine-Projekte auch für die Investoren attraktiv. Im Vergleich zu herkömmlichen Fremdkapitalkrediten ist die Tragbarkeit eines Mezzanine-Kredites im IST-Zustand nicht gegeben. Das Unternehmen muss den Cashflow steigern können, um die monatlichen Raten bedienen zu können. Folglich haben die Mezzanine-Kredite ein anderes Risikoprofil aufgrund der Nachrangigkeit und dem notwendigen Gewinnwachstum. Investoren werden dafür bei positivem Verlauf typischerweise mit einer Verzinsung in der ungefähren Höhe von 10 Prozent entschädigt.

Innosuisse ermöglicht einen einfachen Einstieg in die Welt der Innovationsförderung

Die Laufzeit des durch Innosuisse geförderten Innovationsprojekts erstreckte sich über 24 Monate und konnte Ende 2021 erfolgreich abgeschlossen werden. Alwin Meyer, Co-Gründer von Swisspeers, erläutert: «Wir sind mit dem Projektergebnis sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit der ZHAW verlief von Beginn weg äusserst zielgerichtet und effizient. Beiden Projektpartnern war bewusst, dass das Projekt nicht zum alchemistischen Selbstzweck verkommen darf, sondern einen echten Mehrwert für die KMU-Landschaft der Schweiz schaffen soll. Das ist uns zweifelsohne gelungen».

Kontakt

Fabian Danko, Stv. Leiter Fachstelle Corporate Finance & Corporate Banking am Institut für Financial Management