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M&A Konferenz 2018 der ZHAW School of Mangament and Law

Thema der diesjährigen M&A-Konferenz der ZHAW School of Management and Law waren die schweizerisch-chinesischen Firmenzusammenschlüsse. Der Tagungsleiter Dr. Markus Braun konnte über 70 Teilnehmende begrüssen. Die M&A Konferenz fand am 23. Oktober in der PH Zürich statt.

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IMG_9515Sacha Beer, Partner von PwC Schweiz, erläuterte die gegenwärtigen M&A-Transaktionsvolumen und benannte die chinesischen Firmengruppen, die mit ihren Akquisitionen in der Schweiz aktiv sind. China’s Initiativen «Belt and Road» (neue Seidenstrasse) und «Made in China 2025» befördern einerseits die globale Vernetzung, unterstreichen aber auch die Ambition China’s, eine führende Technologie-Nation in zehn Kernindustrien zu werden. In China bereiten derzeit über 1’000 Privatfirmen ein IPO vor. Kredit und Kapital ist ein knappes Gut für Privatfirmen in China. Die Anzahl der chinesischen Transaktionen hat im Jahr 2016 einen Höchststand erreicht. Im Jahr 2017 fiel die Anzahl von grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen um 14 Prozent niedriger aus als im Vorjahr, aber erreichte immer noch den zweithöchsten Stand.

IMG_9552Marcel Pawlicek, CEO von Burckhardt Compression AG, erläuterte eindrücklich am Beispiel von Burkchardt’s Akquisition von Shenyang Yuanda Compressor wie schweizerisch-chinesische Fusionen gelingen können. Marcel Pawlicek betonte, dass bei jeder Akquisition nicht nur Maschinen, Patente und Liegenschaften sondern vor allem auch Leute per Kaufvertrag übernommen werden. Bei internationalen Mergers ist es wichtig, dass den Mitarbeitenden in der übernommen Firma Respekt und Vertrauen entgegengebracht wird. Dies gilt über alle Sprachbarrieren und lokalen Geschäftspraktiken hinweg.

IMG_9571Franc Kaiser, Partner InterConsult China, erläuterte die Beweggründe für chinesische Firmen, im Ausland Firmen zu akquirieren. Heute würden keine Fussball-Clubs mehr akquiriert – die «everything goes»-Zeit sei vorbei in China. Die heutigen chinesischen Investitionen im Ausland müssen sich wirtschaftlich rechnen und im Rahmen des chinesischen 5-Jahresplans Sinn machen. Franc Kaiser sagte auch, dass nur zehn Prozent der chinesischen Firmen eine wirklich globale Strategie verfolgen. Viele der chinesischen Akquisitionen im Ausland sind durch auftauchende Opportunitäten getrieben. Chinesische Investoren meiden Auktionen bei Firmenübernahmen. Diese Akquisitionsform kennen sie nicht. Chinesische Akquisiteure sind bei einer privaten Transaktion sehr schnell in der Kontaktaufnahme, verlieren dann aber meist Momentum und Zeit gegenüber den europäischen Kaufinteressenten bei den nachfolgenden M&A-Prozessphasen bis zum Verkaufsabschluss.

IMG_9590Dr. Rudolf Strahm ging im Kontext der Schweizerisch-Chinesischen Firmenzusammenschlüsse der Frage nach, ob es Alternativen zur liberalen Politik der Schweiz braucht. Er schaute auf den Technologietransfer, der vielfach mit einer Akquisition einhergeht, auf mögliche internationale Verschiebungen von Know how-intensiven Arbeitsplätze und den Forschungsvorsprung in einer Volkswirtschaft. Dr. Strahm skizzierte in seinem Vortrag drei Thesen zu einer wünschbaren Position: Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die schützenswerten Branchen im öffentlichen Interesse: Rüstungsunternehmen, Strom und Gas, Wasserversorgung, Telekom-Infrastruktur.

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In der abschliessenden Podiumsdiskussion vertrat zuerst Dr. Marco Salvi als Forschungsleiter der Studie «Investitionskontrolle: Der ungebetene Schutz» die Position von Avenir Suisse. Staatliche Investitionskontrollen bei ausländischen Akquisitionen von Schweizer Firmen seien eine Zeit- und Geldverschwendung. Solche Kontrollen seien für eine kleine offene Volkswirtschaft kontra-produktiv und sind zudem sehr teuer in der Anwendung. Avenir Suisse plädiert für offene Märkte und offenen Wettbewerb hier in der Schweiz wie im Ausland. Zielführend sei eine schärfere Handhabung des Fusionsgesetzes.

Die Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit in der abschliessenden Fragerunde, um von den Referenten Klarheit über die geltenden Eigentümergesetze bei einer Akquisition in China und um mehr über die derzeitige wirtschaftliche Vernetzung und die Wertschöpfungsketten zwischen China und Europa zu erfahren. In diesem Zusammenhang erwähnte Marcel Pawlicek, dass bereits heute vom BMW Werk in Shenyang, das in der Nähe vom Werk von Burckhardt Compression liegt, wöchentlich ein Zug mit 48 Güterwagen voll mit BWM-Teilen zwischen Leipzig und Shenyang verkehrt. Einige Konferenzteilnehmer gaben ihrer Vermutung Ausdruck, dass die Vernetzung zwischen China und Europa in dem Masse zunimmt, als dass sich China eher Europa zuwendet und von Amerika im Zuge des Handelskriegs eher abwendet.

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Im Vorfeld der M&A-Konferenz führte der Journalist Marc Lehmann vom Radio SRF 1 mit Franc Kaiser und Dr. Markus Braun ein Interview in der Sendung «Tagesgespräch» zum Thema «Die Schweiz im Geschäft mit China»:

https://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/die-schweiz-im-geschaeft-mit-china

 

 

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