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Litigation-PR-MeetUp München 2022 (in Zusammenarbeit mit Noerr)

Am 6. Mai 2022 organisierte die ZHAW SML, nach einer corona-bedingten Unterbrechung, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Klindt von der Noerr PartGmbB das erste Litigation-PR-MeetUp 2022 in München. Mit gut 20 Litigation-PR-Expertinnen und -Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und zwei spannenden Input-Referaten von Prof. Klindt und Dr. Julian Zuber von GermanZero war es ein erfolgreicher Auftakt, um den informellen, kreativen und persönlichen Austausch wieder zu initiieren und zu gestalten.

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Nach zwei erfolgreichen Litigation-PR-MeetUps, das eine im September 2019 in Berlin gemeinsam mit der Hertie School und das andere im März 2020 in Wien gemeinsam mit der Bundeswettbewerbsbehörde Österreich, und nach einer gut zweijährigen corona-bedingten Unterbrechung, konnte die ZHAW SML mit dem Litigation-PR-MeetUp München 2022 den Diskurs zu den Herausforderungen und der Litigation-PR wieder aufnehmen. Bei den diesjährigen MeetUps, die, neben in München, in Wien (22. Juni), Winterthur (1. September) und Berlin (6. Oktober) stattfinden werden, steht das Thema «Sustainability, Accountability and Litigation-PR» im Fokus.

Das MeetUp in München wurde von Dr. Daniel Hardegger (ZHAW SML) eröffnet. Dieser hiess die gut 20 Teilnehmenden in den Räumlichkeiten von Noerr willkommen und verwies auf die Inter- und Transdisziplinarität des Themas Litigation-PR. Das zeige sich dabei auch in der Diversität der Teilnehmenden, die aus unterschiedlichsten Disziplinen, Fachbereichen und Positionen kämen. Nach der Eröffnung erhielten die Teilnehmenden durch Prof. Dr. Patrick Krauskopf, Leiter des Zentrums für Wettbewerbsrecht und Compliance sowie der jährlichen Litigation-PR-Tagung der ZHAW SML, einen kurzen Einblick in die Bemühungen der ZHAW SML, das Thema «Litigation-PR» über Forschungsprojekte, Weiterbildungsangebote, Veranstaltungen und Partnerschaften weiter zu erschliessen.

Inputreferate und Diskussionsrunden zu aktuellen Herausforderungen

Nach der Eröffnung präsentierten die beiden Inputreferenten, Prof. Dr. Thomas Klindt von Noerr zum Thema «Klimaklagen vor Gericht – was kommt da auf uns zu» sowie Dr. Julian Zuber von GermanZero zum Thema «», ihre Perspektive auf aktuelle Herausforderungen in der Litigation-PR bzw. ihre eigenen Erfahrungen und Überlegungen, insbesondere im Hinblick auf das Thema des MeetUps «Sustainability, Accountability and Litigation-PR».

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Prof. Dr. Thomas Klindt, Partner, Noerr: «In Litigation-PR steckt bekanntlich viel „Litigation“, also Gerichtsverfahren. Für die zukünftig anwachsende Herausforderung von Klimaklagen und Human Rights-Litigation wird kennzeichnend sein, dass hier internationales Recht, oft auch Völkerrecht, zur Anwendung kommt. Für die Litigation-PR ist das bereits fachlich eine besondere Seite, den rechtlichen Hintergrund exakt zu verstehen, um ihn dann gediegen kommunizieren zu können! Da geht es um internationale Grundsätze des Zivilprozessrechts für die Frage nach einem Gerichtsstand hier in D, A oder CH. Da geht es um grenzüberschreitende Unterlagen-Zustellung und um die internationale Abklärung, welches nationale Recht den Fall eigentlich prägen wird. Weil ein deutscher Richter aber ausländisches Recht nicht kennen muss, kann er nach § 293 ZPO ein Gutachten über die Rechtslage im Ausland beauftragen. Und die dauern bekanntlich sehr, sehr lange – ein Zeitraum, in der die Litigation

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Dr. Julian Zuber, CEO, German Zero: «GermanZero ist eine Zukunftslobby. Wir vertreten die Interessen einer Mehrheit der Bevölkerung und nehmen für eine klimasichere Zukunft Einfluss auf die Politik. Wir haben ein 1,5-Gesetzespaket entwickelt, dass alle Massnahmen enthält, die wir brauchen, damit Deutschland bis 2035 klimaneutral wird. Gemeinsam mit engagierten Bürger:innen überzeugen wir deutschlandweit die Politik von unseren Lösungen. Wir überwachen, ob die Gesetzgebung das 1,5-Grad-Limit einhält. Inzwischen haben wir über 600 Gespräche geführt. Mehr als 1000 Ehrenamtliche sind bei uns aktiv. Für unsere Arbeit brauchen wir juristisches und kommunikatives Wissen, um zu aktivieren, Komplexität zu reduzieren ohne dabei die notwendige Fachtiefe zu verlieren. So schaffen wir Veränderung und damit eine gute Zukunft.»

Unter Anleitung der beiden Referenten und Prof. Dr. Patrick Krauskopf diskutierten die Teilnehmenden anschliessend drei Herausforderungen im Themenbereich der Litigation-PR. Die Erkenntnisse aus den Diskussionen wurden anschliessend von den ModeratorInnen präsentiert, die die wichtigsten Erkenntnisse aus den Diskussionen zusammen fassten. Anschliessend wurde der informelle Austausch im Rahmen eines Apéro/Get-togethers fortgeführt.

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«Klimaklagen sind vom Prinzip her fast immer gut gegen böse / David gegen Goliath. Unternehmen können diesen medialen Kampf fast nicht gewinnen und müssen sich verstärkt die grundsätzliche Frage stellen, wieviel „böse“ kann ich aushalten – gegenüber meinen Konsument:innen und damit der breiten Öffentlichkeit, gegenüber den Shareholdern oder politischen Entscheidungsträger:innen. Gleichzeitig kann eine klare Argumentation der eigenen rechtlichen Standpunkte zumindest einer qualifizierten Teilöffentlichkeit sehr wohl näher gebracht werden, v.a. wenn die Themen Rechtsicherheit und Rechtsstaatlichkeit hervorgehoben werden.»

Nicole Bäck-Knäpp, Geschäftsführende Gesellschafterin, Ecker & Partner, Wien, und Co-Host des Litigation-PR-MeetUp Wien am 22. Juni 2022

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«Litigationkommunikation ist dann erfolgreich, wenn sich Juristen und Kommunikatoren auf die Argumente des jeweils anderen einlassen und so für ihre Mandanten eine Strategie aus einem Guss entwickeln. Die erfolgreiche Strategie reicht im Regelfall über den kurzfristigen juristischen oder medialen Erfolg hinaus. Sie denkt mehrere Szenarien um mehrere Ecken vor. Grosse Litigationthemen sind heute so komplex, dass sie über längere Zeiträume und Instanzen erstrecken – das geht am Ende des Tages nur auf fundierter Datengrundlage gepaart mit exzellenter Beratung, juristisch wie kommunikativ.»

Ralf Kunkel, Managing Director, Bernstein Group, Berlin, und Co-Host des Litigation-PR-MeetUp Berlin am 6. Oktober 2022

 

Die Resultate aus den Diskussionen werden nun durch die ZHAW SML weiter analysiert und fliessen in die kommenden MeetUps 2022. Die Anmeldung zu den weiteren MeetUps am 22. Juni in Wien, am 1. September in Winterthur und am 6. Oktober in Berlin, findet sich auf der Webseite der Litigation-PR-Tagung

Am 10. November 2022 findet dann der Höhepunkt des Jahres, die 7. Litigation-PR-Tagung, statt. Wir freuen uns bereits jetzt über spannende Expertinnen und Experten sowie über Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alle weiteren Informationen dazu sowie die Möglichkeit, sich für die Tagung anzumelden, gibt es auf der Webseite der Tagung.

Auskunft

Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbsrecht und Compliance