Litigation-PR – Im Gerichtshof der Öffentlichkeit

Am diesjährigen Rechtskommunikationsgipfel Deutschlands in Berlin war, nebst internationalen Kommunikationsprofis, auch ZHAW-Experte Prof. Dr. Patrick L. Krauskopf anwesend und berichtete über seine Erfahrungen in der Litigation-PR im Kartellrecht.

Patrick Krauskopf referiert zum Thema Litigation-PR im Kartellrecht.

Patrick Krauskopf referiert zum Thema Litigation-PR im Kartellrecht.

Litigation-PR bedeutet ins Deutsche übersetzt «Öffentlichkeitsarbeit im Rechtsstreit» oder «prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit». Diese besondere Art der (Krisen-)Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit erfolgt vor, während und nach einem Rechtsstreit. Ziel ist es, das Ergebnis des Prozesses mithilfe der Rechtskommunikation zu optimieren und in der Öffentlichkeit für den eigenen Klienten zu gewinnen. Gleichzeitig gilt es, Image-Schäden des Mandanten zu vermeiden. Denn selbst wenn ein Prozess vor Gericht gewonnen wird, kann er in der Öffentlichkeit verloren werden. Dies soll mit der Litigation-PR verhindert werden, indem das Image von Unternehmen oder Managern geschützt wird.

Rechtskommunikation: Der optimale Mix macht den Unterschied
Patrick Krauskopf betonte in seinem Referat: «Es kommt auf den optimalen Mix von Anspruchsgruppen, Botschaftern, Instrumenten sowie Strategie und Timing an.» Wenn es um die öffentliche Wahrnehmung des Klienten gehe, muss mit einer grossen Anzahl von Anspruchsgruppen (z. B. Vereine, Unternehmen, Arbeitnehmer, Richter, Gegenpartei etc.) kommuniziert werden. Den Medien kommt als Botschafter eine Schlüsselrolle in der juristischen Auseinandersetzung zu. Sie können Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei den einzelnen Anspruchsgruppen fördern. Die Instrumente, die bei der Litigation-PR eingesetzt werden, sind die klassischen Instrumente der PR: Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Interviews und auch Social Media über alle «Kanäle» hinweg (Print, TV, Radio, Online etc.).

Kartellrecht: Herausforderungen für die Litigation-PR
Aus kartellrechtlicher Sicht ist Litigation-PR vor allem für marktmächtige Unternehmen ein absolutes «Muss»: «Wenn ein marktmächtiges Unternehmen Zukäufe plant oder seine Preisgestaltung ändern möchte, sollten vor allem die Behörden mit den nötigen Informationen versorgt werden.» Denn jedes Kartellamt verfügt über einen gewissen Ermessensspielraum. Damit dieser nicht zum Nachteil der betroffenen Unternehmung ausgeübt wird, ist Litigation-PR unerlässlich.

An der Litigation-PR Tagung 2018 werden diese und weitere Themen mit Patrick Krauskopf und internationalen Gästen wie Peer Steinbrück, Andrea Titz und Daniel Hardegger diskutiert. Die Litigation-PR Tagung der ZHAW findet am 18. April 2018 bereits zum dritten Mal statt, dieses Mal unter dem Titel «Der Einfluss von Trump, Twitter & Fakenews auf die Rechtskommunikation».

Auskunft: Prof. Dr. Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

was Sie vielleicht auch interessiert...

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>