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Studie zum Schweizer Kautionsversicherungsmarkt

Das Zentrum für Risk & Insurance der SML hat im Auftrag von Euler Hermes den Schweizer Kautionsmarkt analysiert. Die Studie zeigt unter anderem, dass Versicherer als Garantie- und Bürgschaftsgeber immer häufiger gefragt sind.

 Schweizer Unternehmen sind immer mehr dazu gezwungen auf globaler Ebene zu agieren, um langfristig erfolgreich zu bleiben – sei dies im Absatz bei der Erschliessung neuer Märkte oder im Einkauf zur Sicherstellung wettbewerbsfähiger Beschaffungskosten. Internationale Geschäfte mit neuen Partnern bergen aber höhere Risiken als eine Tätigkeit im Heimmarkt. Darum gewinnt der Einsatz von Absicherungsinstrumenten rasant an Bedeutung. Bei grossen Infrastrukturprojekten oder Ausrüstungsinvestitionen werden meist Garantien, Kautionen oder Bürgschaften verlangt.

In Zusammenarbeit mit Euler Hermes, dem weltweit führenden Kreditversicherer, hat das Zentrum für Risk & Insurance (ZRI) der SML in einer Studie untersucht, wie sich der Kautionsversicherungsmarkt in der Schweiz entwickelt. Sie zeigt, dass der Kautionsmarkt zwischen 2011 und 2014 kontinuierlich mit rund sechs Prozent gewachsen ist und rund zur Hälfte durch Miet- und Baugarantien beherrscht wird. Daneben existieren spezialisierte Anbieter, die sich mehrheitlich auf den Maschinen- und Anlagebau konzentrieren. Die Nachfrage nach Bürgschaften ist stark von der jeweiligen Industrie abhängig. «Wir gehen davon aus, dass die zunehmende Exportorientierung der Schweizer KMU dem Kautionsversicherungsmarkt weiteren Auftrieb verleihen wird», sagt Studienautor Matthias Erny vom ZRI.

Instrument zur Vertrauensbildung
Aus 15 qualitativen Interviews mit führenden Unternehmen der Maschinen- Elektro-und Metallindustrie geht in der Studie hervor, dass konzerninterne Richtlinien wie Compliance-Vorgaben immer häufiger Garantien und Bürgschaften für gewisse Geschäfte vorschreiben. Insbesondere in der Zulieferungsindustrie, der Instandhaltung, dem Detailhandel und teilweise auch in der Investitionsgüterindustrie verlangen die Auftraggeber Sicherheiten. «Ab einer bestimmten Projektgrösse sind Garantien zwingend notwendig», sagt Matthias Erny. «Dies gilt vor allem für Grossprojekte in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Investitionsgüter.» Für internationale Konzerne spielen Garantien eine besondere Rolle, speziell in der Beziehung zu Neukunden. Das Absicherungsinstrument dient dann der Vertrauensbildung.

Im Schweizer Kautionsversicherungsmarkt bieten sowohl Banken als auch Versicherungen ihre Dienstleistungen an. Ausschlaggebend für die Wahl des Garantie- und Bürgschaftsanbieters sind in erster Linie Bekanntheit und Rating. Unkomplizierte Online-Abschlüsse und Verwaltungslösungen sind ebenso gefragt wie Geschwindigkeit und Vollständigkeit der Offerte. Nicht zu vergessen ist neben der Erfahrung und Expertise in der Beratung auch der persönliche Kontakt, der sehr geschätzt wird. «Die Beziehung zu den Banken ist bei Schweizer Unternehmen traditionell stark verankert», sagt Matthias Erny. Insgesamt schätzen Kunden die Angebotsvielfalt, um für ihren individuellen Bedarf die optimale Lösung zu finden. Wenn jedoch Flexibilität, das Preisniveau und die Vertragsgestaltung im Vordergrund stehen, greifen sie aber immer häufiger auch auf Versicherungen als Garantiegeber zurück.

Mit der Einführung der Regulierungswerke Basel III für Banken und Solvency II für Versicherungen haben sich die Rahmenbedingungen für die Finanzdienstleistungsbranche insgesamt verändert. Die Kunden nehmen dies aktuell am gestiegenen Preisniveau der Banken war. «Da Solvency II für den Versicherungsmarkt weniger gravierende Auswirkungen hat, könnten entsprechende Versicherungslösungen langfristig an Attraktivität gewinnen», so Erny.

Zur Studie

Auskunft: Matthias Erny, Zentrum für Risk & Insurance

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