Kampf gegen strukturelle Diskriminierung

Unter dem Titel «Der Kampf gegen strukturelle Diskriminierung» fand an der School of Management and Law die dritte Nationale Tagung zum Diskriminierungsschutzrecht statt. Mit einem interessierten und engagierten Publikum wurde an diesem Tag die Rolle des Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrechts zur Beseitigung von struktureller und institutioneller Diskriminierung diskutiert.

Panel mit (v.l.) Brian McGowan, Barbara Krattiger, Tarek Naguib, Claudia Kaufmann, Martin Haug, Michele Galizia

Panel mit (v.l.) Brian McGowan, Barbara Krattiger, Tarek Naguib, Claudia Kaufmann, Martin Haug, Michele Galizia

Nach der Begrüssung durch Prof. Dr. Kurt Pärli, Leiter des Zentrums für Sozialrechts, führte Tarek Naguib ins Thema Diskriminierungsschutz ein. Im Rahmen der Geschlechterdiskriminierung zeigte Dr. Gesine Fuchs anhand von Lohnklagen die Möglichkeiten und Schranken der Rechtsmobilisierung vor Gericht auf und fragte, wie Recht als Instrument des sozialen Wandels dienen kann. Im Bereich der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zeigte Dr. Caroline Hess-Klein auf, wie sich die Sichtweise auf Menschen mit Behinderungen in den letzten zwanzig Jahren geändert hat und welchen Einfluss das parallele Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetz und der UN-Behindertenkonvention auf den Perspektivenwechsel ausübt.

Instrumente der Zivilgesellschaft und der Behörden
Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmenden in zwei Panels die Rolle des Rechts im Kampf gegen strukturelle Diskriminierungen mit Vertretern aus der Zivilgesellschaft und von Behörden. Die Sicht der Zivilgesellschaft vertraten Dore Heim, geschäftsführende Sekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, Prof. Dr. Regula Kägi-Diener, Anwältin und Professorin an der Universität St. Gallen, Christina Hausammann, Co-Geschäftsleiterin von humanrights.ch, und Alecs Recher, Rechtsberater von Transgender Network Switzerland und Vorstandsmitglied von Transgender Europe. Die angeregte Diskussion zwischen den Teilnehmenden konzentrierte sich rasch auf die Frage, welche Möglichkeiten der Zivilgesellschaft – neben der Führung von Rechtsprozessen – zur Verfügung stehen, um gegen strukturelle Diskriminierung vorzugehen.

Zu den Teilnehmenden des zweiten Panels gehörten Michele Galizia, Leiter Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes, Martin Haug, Behindertenbeauftragter Basel-Stadt, Claudia Kaufmann, Ombudsfrau Stadt Zürich, Barbara Krattiger, Leiterin Fachstelle Gleichstellung für Frau und Mann Stadt Bern und Brian McGowan, Verantwortlicher für das Thema Behinderung bei der Stabsstelle Diversity der ZHAW. Die Vertreterinnen und Vertreter der Behörden betonten in ihren Beiträgen die Notwendigkeit, das geschriebene Recht zum Leben zu erwecken, wobei ein empathischer Dialog mit dem Gegenüber manchmal bereits viel bewirken könne. Durch den Verweis auf konkrete Beispiele aus ihrem Berufsalltag verliehen sie dem Thema eine persönliche Note

Schlussbetrachtung und offene Fragen
Abgeschlossen wurde die Tagung durch die Schlussbetrachtung der Philosophin Dr. Patricia Purtschert, die ihre Eindrücke des Tages in vier Fragen zusammenfasste: Wie wird jemand zum Träger oder zur Trägerin von Rechten? Wie wird mit der Ambivalenz des Rechts umgegangen? Wie beeinflusst die Umsetzung oder Änderung des Rechts die öffentliche Diskussion? Und wie hilft Recht, ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln? Ihre Fragen wiesen darauf hin, dass die Diskussion über die Rolle des Rechts im Kampf gegen strukturelle Diskriminierung erst am Anfang steht und auch nach der Tagung offene Fragen bleiben.

Kontakt: Tarek Naguib, Zentrum für Sozialrecht

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