Institut für Verwaltungs-Management (IVM) unterstützt den Iran im öffentlichen Finanzmanagement

Das Center for Public Financial Management des IVM wurde eingeladen, eine internationale Expertengruppe des Internationalen Währungsfonds (IMF) zu begleiten, um die Iranische Republik bezüglich Reformen des öffentlichen Finanzmanagements zu unterstützen.

von Sandro Fuchs

Sandro Fuchs, Leiter des Center for Public Financial Management (2. v. r.) mit Vertretern des iranischen Finanzministeriums sowie dem IMF-Expertenteam vor dem persischen Chehelsotoon Palast in Esfahan.

Sandro Fuchs, Leiter des Center for Public Financial Management (2. v. r.) mit Vertretern des iranischen Finanzministeriums sowie dem IMF-Expertenteam vor dem persischen Chehelsotoon Palast in Esfahan.

Fokus des zweiwöchigen Aufenthalts im Iran war eine Bestandsaufnahme der aktuellen Systeme und Prozesse in Bezug auf das öffentliche Finanzmanagement. Im Vordergrund standen Besuche mit Vertretern des Finanzministeriums, der Iranischen Zentralbank, des Supreme Audit Courts sowie weiterer, lokaler Behörden. Es zeigte sich, dass die iranische Republik wichtige institutionelle Reformen lanciert, um mehr Transparenz im öffentlichen Finanzmanagement zu schaffen. Konkret wurde das Finanzministerium gesetzlich verpflichtet, innert der nächsten fünf Jahre die sogenannten «International Public Sector Accounting Standards» (IPSAS) einzuführen. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass Staaten wie die Schweiz oder das Vereinigte Königreich bis zu zehn Jahre für die Umsetzung der entsprechenden Reformen benötigten, obwohl sie wesentlich höhere Kapazitäten und Ressourcen aufwiesen. Trotzdem wollen die Verantwortlichen an diesem ambitionierten Plan festhalten. Besonders wichtig ist ihnen die Erfassung staatlicher Vermögenswerte inklusive der grossen Erdölvorkommen oder Kulturgüter.

Wappnung für zukünftige Kapitalmarkttransaktionen
Auch wenn das Land momentan aufgrund von Sanktionen von den Kapitalmärkten abgeschottet ist, will man durch die Erfassung und Registrierung der staatlichen Vermögenswerte die Bilanz aufbessern und sich für zukünftige Kapitalmarkttransaktionen wappnen. Dieses Ziel ist zwar legitim, aber nicht der einzige Aspekt, unter dem Accounting-Reformen nutzenstiftend sein können. Die Rechnungslegung ist die zentrale Datengrundlage für die Bereitstellung finanzstatistischer Informationen, beispielsweise unter dem Government Financial Statistics Manual (GFSM), welches vom IMF herausgegeben und überwacht wird. Seit mehreren Jahren liefert der Iran keine finanzstatistischen Daten mehr ab, wobei sich einmal mehr zeigte, dass die Gründe dafür in limitierten Systemen und Prozessen der Buchführung sowie Rechnungslegung liegen.

Nach zahlreichen Gesprächen und Eindrücken kehrte das internationale Expertenteam Ende September nach Washington bzw. Zürich zurück – mit bleibenden Erinnerungen an die warme Gastfreundschaft, die stolze persische Kultur und wunderschöne Kulturgüter im Gepäck. Aber auch mit einigen Müdigkeitsfalten von der doch sehr intensiven Zeit in Teheran.

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