ales "" & is zhaw mitarbeiter: "zhaw_staff"

IV. Paralegal-Forum 2019 – Professional Support for Lawyers

Rund 100 Paralegals trafen sich am alljährlichen Paralegal-Froum am 23. Mai 2019 an der ZHAW School of Management and Law. In Vorträgen, Interviews und Panels wurde besprochen, wie die Professionalisierung die Legal Services und die Tätigkeit der Paralegals verändert.

DSC_0193Prof. Dr. Jens Lehne, Leiter Abteilung Business Law (ZHAW), eröffnete das IV. Paralegal-Forum an der ZHAW in Winterthur zum Thema «Professional Support for Lawyers» mit den Worten: «Begegnung, Austausch, Diskussion». Er betonte, dass der Austausch mit der Wirtschaft ein Eckpfeiler sei, an dem sich die Ausbildung an der ZHAW ausrichte. Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht (ZHAW), unterstrich, dass „eine praxisorientierte und spezialisierte Ausbildung die Grundlage bildet, um als Paralegal die Aufgaben der Arbeitswelt zu meistern“. Dabei sind die Erwartungen an die Ausbildung von Paralegals hoch, gleichzeitig bieten sie aber auch hervorragende Chancen am Arbeitsmarkt.

DSC_0225Vortrag «Kommt die Robocalypse?»
Erich Herzog, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse, rief in Erinnerung, dass die «Robocalypse» in Politik und Medien oftmals verwendet wird, um Verunsicherung zu verbreiten. Er stellte klar, «bei der Digitalisierung geht es um den Menschen». Der Mensch sei nicht etwa Opfer dieser Entwicklung. «Es wird Veränderungen geben, aber wir können diese lenken und beeinflussen». Die technischen Möglichkeiten expandieren, mit ihnen auch die Ansprüche und die Erwartungen. Erich Herzog betonte, dass jene, die sich den Entwicklungen nicht verschliessen, sondern bereit sind, sich weiterzubilden und anzupassen, sich auch auch in Zukunft keine Sorgen machen müssen. Stattdessen werden sie von den neuen Möglichkeiten profitieren.

DSC_0306Interviews zum «Einsatz von Paralegals bei Behörden und in der Wirtschaft»
Danièle Wüthrich, Vizepräsidentin der Wettbewerbskommission (WEKO), erinnerte sich, dass vor 25 Jahren Paralegals in der Justiz nicht existiert haben. Heute spielen Paralegals in der Justiz eine sehr wichtige Rolle, wobei bei Behörden und Gerichten gute Qualifikation, vernetztes Denken und Sozialkompetenz entscheidend sind. Auch sprachliche Kompetenzen sind absolute Grundvoraussetzung für juristische Tätigkeiten. Verbale und schriftliche Kommunikation wird aktuell in der klassischen juristischen Ausbildung merklich vernachlässigt. Hier bietet die Paralegal-Ausbildung zusätzliche Chancen.

DSC_0413Babette Sigg, Präsidentin des Konsumentenforum kf, sieht ebenfalls für das Berufsbild der Paralegals grosses Potential. Sie betonte, dass «Paralegals gerade bei Konsumentenfragen sehr gut eingesetzt werden können, da in diesem Bereich ein spezielles Fachwissen gefragt ist». Generell würden Paralegals in der Schweiz bereits wichtige Aufgabe und Geschäftsbereiche abdecken – der Beruf des Paralegals sollte jedoch schweizweit gestärkt werden.

 

Vergabe des «CAS PARALEGAL AWARD»
Der traditionelle CAS PARALEGAL AWARD wurde erneut von der Swiss Paralegal Association (SPA) für den besten Paralegal des Studienjahres 2018/2019 verliehen. Der Award wurde von Stefan Liechti, Vorstand der SPA übergeben. Gesponsert wurde der Preis wiederum von der Schulthess Juristische Medien AG, die durch Christian Hillig (Produktemanager Zeitschriften) vertreten war. Ausgezeichnet wurde Gabriela Etterlin, Abschlussjahrgang 2018, die sich in ihre Arbeit mit dem Thema «Fallstricke mehrsprachiger Verträge» befasste. Dr. Felix Schraner, Studienleiter CAS Paralegal / DAS Paraleglism ZHAW, hob in der Laudatio die praktische Relevanz und Stringenz der Abschlussarbeit hervor, welche die Jury überzeugte.DSC_0506

Panel zu «Paralegals in der Schweiz und deren Qualifikationsprofil»
Simon Bachmann, Geschäftsführer des Zürcher Anwaltsverband, bestätigte, dass die Nachfrage nach Paralegals durch die Mitglieder im Verband steigt. «Gut ausgebildete Leute für qualifizierte Tätigkeiten sind immer gefragt.» Im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen bei Legal Tech und Digitalisierung des Rechts kommt den Paralegals eine zunehmende wichtigere Rolle zu.

Dem schloss sich auch Thomas Grotzer, General Counsel der Credit Suisse (Schweiz) AG, an. Es werden viele Paralegals in verschiedenen Bereichen der Bank beschäftigt. Dabei ist «eine fundierte Grundausbildung die Basis für eine Anstellung, wobei Flexibilität, Neugier, ständige Weiterbildung und Entwicklung wichtige Eigenschaften eines jeden Paralegal sind», erklärte Grotzer.

Dr. Franz Schenker, Partner bei Baker & McKenzie, ist davon überzeugt, dass in Zukunft Paralegals in Schweizer Anwaltskanzleien noch viel häufiger eingesetzt werden. Denn «das Hauptaugenmerk liegt auf der Optimierung von Abläufen, um für den Kunden eine günstigere und verbesserte Dienstleistung anbieten zu können». Dazu wird es wichtig sein, dass Anwälte und Paralegals zusammen an Projekten und Lösungen arbeiten würden, so Schenker.

Für Viola Kellenberger, Paralegal bei Wenger & Vieli AG, sind regelmässiger Klientenkontakt, Gleichberechtigung und Integration in allen Arbeitsabläufen die Key-Points ihrer Tätigkeit. Sie führte aus, dass sich «die Anzahl der Paralegals in ihrer Kanzlei in den letzten Jahren vervierfacht habe».

Die hohe Akzeptanz und die steigende Nachfrage bescheinigen der Weiterbildung an der ZHAW ein ausgezeichnetes Zeugnis. Felix Schraner, Studienleiter CAS Paralegal / DAS Paralegalism (ZHAW), machte deutlich, dass «die ZHAW die Weiterbildung an den Bedürfnissen des Marktes ausrichtet». Dies beinhaltete beispielsweise ein Redesign mit Kursinhalten wie Digitale Transformation, Datenschutz oder Knowhow Management. Beständige Grundlage der Weiterbildung, die seit 2002/3 angeboten wird, ist und bleibt jedoch die Vermittlung der Grundkompetenzen des juristischen Arbeitens.DSC_0633

Erfahrungsbericht «Paralegal-Alumni»
DSC_0683Matthias Dössegger, Controlling AXA-Winterthur, arbeitet in der Abteilung zur Bekämpfung von Versicherungsmissbrauch. Die Paralegal-Ausbildung absolvierte er, um die Zusammenarbeit mit den Juristen und Anwälten bei seinem Arbeitgeber zu verbessern. «Meine Motivation war es, die Ermittlungen so zu führen und dokumentieren, dass sie eine tragfähige Basis für mögliche spätere juristische Schritte sind».

DSC_0179Musikalischer Abschluss und Ausblick
Die Veranstaltung wurde vom Paralegal-Trio mit den Profi-Musikern Astrid Leutwyler und Sonja Leutwyler (Geige und Gesang) sowie Dimitri Demiashkin (Klavier) musikalisch umrahmt. Ein Apéro bot den Teilnehmenden die Möglichkeit die Denkanstösse zu diskutieren und den Abend ausklingen zu lassen.

Das nächste Paralegal-Forum findet am 28. Mai 2020 statt. Im Rahmen einer Job-Fair wird es neu möglich sein, kurze Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern zu führen.

Auskunft: Prof. Dr. Patrick L. Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

was Sie vielleicht auch interessiert...