Hedge Funds: Marktopportunitäten und Handlungsbedarf in der Schweiz

An der Investor Fachtagung Hedge Funds vom 6. September diskutieren Investoren, Berater und Hedge Fund-Anbieter über Marktopportunitäten und Handlungsbedarf in der Schweiz. Der Saal des Zürcher Zunfthauses zur Zimmerleuten war fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Gemäss Théodore Economou, CIO der Lombard Odier Investment Managers und Key Note Speaker an der Fachtagung, erfüllen Hedge Funds seit 2008 das Versprechen nach Performance und Diversifikation nur teilweise.

«Hedge Funds erfüllen seit 2008 das Versprechen nach Performance und Diversifikation nur noch teilweise», sagt Théodore Economou, CIO der Lombard Odier Investment Managers.

«Hedge Funds erfüllen seit 2008 das Versprechen nach Performance und Diversifikation nur noch teilweise», sagte Théodore Economou, CIO der Lombard Odier Investment Managers an der Investor Fachtagung der ZHAW. In seiner Präsentation «A differentiated approach to hedge fund implementation» wies er nach, dass auch aktive «long only»-Fonds eine Underperformance erzielten. Gründe dafür sieht er unter anderem in der zunehmenden Beliebtheit von passiven Anlagen. Dieser Trend wurde zudem mit den Interventionen der Nationalbanken noch verstärkt worden, was schliesslich zu einer Fehlallokation von Kapital führte. Grosse passive Funds erhalten mehr Kapital und können so die Markindizes outperformen. Dies führt wiederum zu einer Outperformance von passiven im Vergleich zu aktiven Investments. Innovativen Funds fehle es dann an Finanzierung und Anreizen zur Steigerung der Performance.

Hedge Funds seien aber gemäss Economou auch strukturellen Herausforderungen ausgesetzt. Investoren sind beispielsweise nach der Krise von 2008 risikoaverser geworden. Zudem sind die Hürden für das Aufsetzen neuer Funds deutlich gestiegen. Zu lernen, wie sich Lombard Odier diesen Herausforderungen mit einem differenzierten Ansatz stellt, hat dem Auditorium Denkanstösse vermittelt, auch die eigene Asset-Allokation zu überdenken. Bei Lombard Odier sieht das zum Beispiel so aus: Mittels einer Kreditkonvexitätsstrategie wird versucht, einen absoluten Return Ansatz mit einer Nettorendite von 8 Prozent bei einer Volatilität von 6-8 Prozent zu erzielen.

 

Die Pensionskasse der F.Hoffmann-La Roche AG verwaltet laut Dr. Georg Wessling, Senior Portfolio Manager Alternative Investments, ein Gesamtvermögen von rund CHF 9 Mrd. und ist mit 14 Prozent in alternativen Investments investiert – 2 Prozent davon in Hedge Funds.

Die Pensionskasse der F.Hoffmann-La Roche AG verwaltet laut Dr. Georg Wessling, Senior Portfolio Manager Alternative Investments, ein Gesamtvermögen von rund CHF 9 Mrd. und ist mit 14 Prozent in alternativen Investments investiert – 2 Prozent davon in Hedge Funds.

Einsatz von alternativen Anlagen
Die Pensionskasse der F.Hoffmann-La Roche AG verwaltet laut Dr. Georg Wessling, Senior Portfolio Manager Alternative Investments, ein Gesamtvermögen von rund CHF 9 Mrd. und ist mit 14 Prozent in alternativen Investments investiert –2 Prozent davon in Hedge Funds. Dabei setzt die Pensionskasse auf eine Kombination von Dach- und Einzelfonds. Mit zunehmendem Anlagevolumen pro alternative Anlagekategorie können so die Kosten bei diversifizierten Einzelfonds niedriger ausfallen als bei Dachfonds. Die Ressourcen lassen aber nur eine begrenzte Anzahl Investments zu.

Im Zusammenhang mit alternativen Anlagen besteht der typische Anlageprozess bei Roche aus dem Screening, einer dreistufigen Due Diligence (Investments, Operational und Legal & Tax), der Anlageentscheidung und dem Monitoring. Bei der Implementierung alternativer Anlagen muss aber auch abgewogen werden, ob der Selektionsprozess intern erfolgen soll oder ob die Empfehlung von Beratern berücksichtigt wird. Soll in Einanlegervehikel investiert werden oder in Mehranlegervehikel?

Gisela Jaeggi, Leiterin Manager Selection & Alternative Investments bei der Schweizerischen Mobiliar Asset Management AG, machte ebenfalls keinen Hehl daraus, dass man an der Anlagefront mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen habe

Gisela Jaeggi, Leiterin Manager Selection & Alternative Investments bei der Schweizerischen Mobiliar Asset Management AG, machte ebenfalls keinen Hehl daraus, dass man an der Anlagefront mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen habe

Optimierung des Gesamtportfolios mit Hedge Funds
Gisela Jaeggi, Leiterin Manager Selection & Alternative Investments bei der Schweizerischen Mobiliar Asset Management AG, machte ebenfalls keinen Hehl daraus, dass man an der Anlagefront mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen habe, sei es mit den tiefen Zinsen, den Währungen oder den Volatilitäten. Vor sieben Jahren hat die 1826 gegründete Mobiliar, welche insgesamt 20 Milliarden CHF verwaltet, sukzessive ein diversifiziertes Portfolio von alternativen Anlagen aufgebaut. So ist man in heute in Hedge Funds, Private Equity, Insurance Linked Securities und seit kurzem in Private Debt und Infrastruktur investiert. Das Ziel des diversifizierten Hedge Fund Portfolios (70 Prozent Long/Short und 30 Prozent CTAs) besteht in der Optimierung des Risiko-Rendite-Profils des Gesamtportfolios mit Minimierung des Draw-Down-Risikos und der Reduktion der Volatilität im Gesamtportfoliokontext. Die Umsetzung erfolgt in erster Linie via massgeschneiderte Fund of Funds. Mit der Performance war man in letzter Zeit allerdings nicht nur zufrieden.

Cédric Kohler, Head of Advisory bei Fundana SA, erklärt, dass Hedge Funds seit jeher der Untergang vorausgesagt wurde. Entscheidend sei jedoch die risikoadjustierte Performance.

Cédric Kohler, Head of Advisory bei Fundana SA, erklärt, dass Hedge Funds seit jeher der Untergang vorausgesagt wurde. Entscheidend sei jedoch die risikoadjustierte Performance.

Hedge Funds: Who Cares?
Cédric Kohler, Head of Advisory bei Fundana SA, erklärt, dass Hedge Funds seit jeher der Untergang vorausgesagt wurde. Entscheidend sei jedoch die risikoadjustierte Performance. Der Hedge Fund Research Index (HFRI FOF) weise demnach im Gegensatz zum S&P500 weniger Drawdowns und Verluste auf. Es hänge auch massgebend davon ab, welcher HFRI-Index als Referenz für einen Performancevergleich gewählt werde. Die Erwartungshaltung in Bezug auf die Rendite ist gemäss Kohler signifikant gesunken. Das führe wiederum zwangsläufig zu steigendem Druck auf die Gebühren der Hedge Fund Industrie. Bei Betrachtung der Gebührenstruktur im Schweizer Markt wird ersichtlich, dass trotz der zweit höchsten Kostenbelastung (nach Private Equity), gemessen an der Total Expense Ratio, ein Hedge Fund Investment weiterhin eine positive Rendite erwirtschaftet. Zudem zeigte Cédric Kohler, dass ein positives Alpha im Zeitraum 2010-2016 generiert werden konnte.

«Die Bondmärkte sind mittlerweile ausgereizt und somit der «Free lunch» der Diversifikation praktisch ausgeschöpft», sagt Benedict Götte, Partner bei der Crossbow Partners AG.

«Die Bondmärkte sind mittlerweile ausgereizt und somit der «Free lunch» der Diversifikation praktisch ausgeschöpft», sagt Benedict Götte, Partner bei der Crossbow Partners AG.

Fokus auf aktives Risikomanagement
Die globale Verschuldung hat gemäss Benedict Götte, Partner bei der Crossbow Partners AG, in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Verdeutlicht wurde diese Problematik durch die Quote der gesamten privaten Schulden zum realen BIP von 286 Prozent. Die Bondmärkte seien mittlerweile ausgereizt und somit der «Free lunch» der Diversifikation praktisch ausgeschöpft. Er empfiehlt, nicht weiter Renditen nachzujagen, sondern aktiv gemanagte Risiken zu allozieren. Bei der Auswahl einer Handelsstrategie sollte man sich aktuell auf bewährte Strategien wie CTA-, Makro- und «relative Value» Strategien konzentrieren, die in der Regel geringere Korrelationen mit dem Business Cycle und/oder Aktienmärkten aufweisen. Eine Analyse zeigte, dass diese Strategien in Krisenzeiten gegenüber dem Aktienmarkt weltweit outperformt haben. Weiter betont er, dass die Outperformance von aktiven vs. passiven Investments in langjährigen Zyklen erfolge und jetzt ein guter Zeitpunkt für eine Neubeurteilung ist.

Im abschliessenden Panelgespräch unter Leitung von Prof. Dr. Peter Meier stellen sich die Referierenden auch den zahlreichen Fragen aus dem Publikum.

Auskunft: Drilon Prenaj, Institut für Wealth & Asset Management

Im abschliessenden Panelgespräch unter Leitung von Prof. Dr. Peter Meier stellen sich die Referierenden auch den zahlreichen Fragen aus dem Publikum.

Im abschliessenden Panelgespräch unter Leitung von Prof. Dr. Peter Meier stellen sich die Referierenden auch den zahlreichen Fragen aus dem Publikum.

 

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