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Politische Risiken – «Politics as unpredictable element for business»

Am Insurance Circle vom 31. März referierte Dr. Beat Habegger, Head Political Risk bei Swiss Re und Beirat der SML, zum Thema politische Risiken. Dabei ging er insbesondere der Frage nach, wie mit diesen Risiken in der Versicherungswirtschaft umgegangen wird.

Dr. Beat Habegger spricht über die Herausforderungen politischer Risiken für die Versicherungsindustrie

In einer Industrie, deren Geschäftsmodell massgeblich auf quantitativen Daten basiert und die rechtlich stark reguliert ist, bilden politische Risiken eine Sonderform. Deshalb werden sie gemäss Beat Habegger gelegentlich ignoriert. Die Erfahrung mit verschiedenen politischen Krisen hat aber gezeigt, das politische Ereignisse sehr wohl einen Einfluss auf das finanzielle Ergebnis von Unternehmen haben können. «Empirisch ist sogar bewiesen, dass eine Korrelation zwischen BIP-Wachstum und Wachstum der Versicherungsindustrie besteht», so der Risikoexperte. Die Herausforderung in dieser Risikokategorie besteht aber darin, «dass sich politische Risiken nicht gleich modellieren lassen wie beispielsweise das Hurrikan-Risiko in den USA», erläuterte Habegger. Konkret versteht der Referent unter dieser Risikokategorie politische Ereignisse, die einen Einfluss auf das finanzielle Ergebnis von Unternehmen haben können.

Zunehmende Bedeutung von politischen Risiken für die Weltwirtschaft
Verschiedene Studien, welche unter Executives durchgeführt wurden, zeigen auf, dass namhafte Entscheidungsträgerinnen und -träger dem politischen Risiko eine zunehmend wichtigere Bedeutung für das globale Wirtschaftssystem beimessen. Der Referent zeigte in seinen Ausführungen auf, dass das Bewusstsein für die Interdependenz von politischen Ereignissen in einer globalisierten Welt steige, auch wenn sich bspw. gewisse Firmen – und dazu zählen auch Versicherungsunternehmen – primär auf den nationalen Markt konzentrieren.

Zentrumsleiter Daniel Greber befragte den Referenten

Qualitative Analyse als Grundlage für die Szenariobildung
Wie lassen sich aber politische Risiken erfassen und bewerten? Um diese Frage zu beantworten, hielt Habegger zunächst fest: «Politisches Handeln geht immer von Menschen aus und das erschwert die Vorhersehbarkeit.» Daher beginnt die Arbeit über politische Risiken immer bei der Definition der relevanten Akteure und deren Präferenzen. In der qualitativen Analyse werden somit Informationen über relevante spezifische Akteure gesammelt und ausgewertet. Darüber hinaus werden die realpolitischen Entwicklungen vor dem Hintergrund der theoretischen Kenntnisse reflektiert und daraus letztlich anhand einschlägiger Analyseinstrumente (bspw. aus den Politik- oder Wirtschaftswissenschaften) Szenarien über mögliche politische Entwicklungen (sog. Outcomes) entwickelt. Die Resultate dieser Analyse fliessen nicht nur ins Tagesgeschäft (bspw. im Bereich der Political Risk Insurance, PRI), sondern auch in strategische Projekte ein. Damit soll das politische Risiko als «unpredictable element» für die Unternehmenstätigkeit sowohl für die Industrie als auch die Versicherungswirtschaft einschätzbar gemacht werden.

Auskunft: Matthias Erny, Zentrum für Risk & Insurance

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