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HRM2: Herausforderungen bei der Umsetzung

Bei der Podiumsdiskussion bestand ein breiter Konsens darüber, dass die harmonisierte Rechnungslegung HRM2 unumgänglich sein wird.

Bei der Podiumsdiskussion bestand ein breiter Konsens darüber, dass die harmonisierte Rechnungslegung HRM2 unumgänglich sein wird.

Rund 110 Fachleute aus Verwaltung, Politik und Wissenschaft diskutierten an der SML über die Umsetzung des Rechnungslegungsmodells HRM2. Sechs Referenten informierten aus der Perspektive der Wissenschaft, der Politik und der Verwaltung über die Motivation zur Implementierung und Umsetzung.

Dr. Andreas Bergmann, Leiter der Abteilung Public Sector der SML, eröffnete die Fachtagung mit einem Referat über die Aufgabe und Funktion einer harmonisierten Rechnungslegung im öffentlichen Sektor aus einer wissenschaftlichen, internationalen Perspektive.

Ivonne Beutler, Finanzvorsteherin der Stadt Winterthur, berichtete über die Beweggründe und die Erfahrungen mit der Umsetzung von HRM2 aus der politischen Perspektive. In Winterthur wurde die Einführung von HRM2 mit der Ausfinanzierung der Pensionskasse verknüpft.

Arthur Helbling, Leiter des Gemeindeamts Zürich und Ivonne Reichlin-Zobrist, Leiterin der Gemeindeabteilung des Kantons Aargau, ergänzten die Beiträge um die Perspektive der Gemeindeaufsicht. Der Kanton Aargau hat HRM2 für die Gemeinden bereits eingeführt, Zürich wird das Modell aller Voraussicht nach bald einführen.

Die Referierenden erachten folgende Aspekte als besonders wichtig für die reibungslose Einführung von HRM2:

  • politische Legitimation der Stimmbürger
  • politischer Wille zur Umsetzung im Kanton und den Gemeinden
  • motivierte Projektleiter in den jeweiligen Finanzdepartementen
  • starkes Netzwerk und Kommunikation
  • Austausch des Informations- und Kenntnisstands unter den Gemeinden
  • Unterstützung durch das Gemeindeamt oder die Gemeindeabteilung

Erfahrungsberichte aus der Perspektive der Gemeinden

Das Beispiel der Pilotgemeinde Pfäffikon gibt detailliert Aufschluss über Schwierigkeiten und Lösungen bei der Umsetzung von HRM2. Der Finanzverantwortliche Markus Josi ging in seinem Referat dezidiert auf die Planungs- und Durchführungsschritte ein. Dazu gehören etwa die Neubewertung der Bilanzpositionen, Verschiebungen zwischen Finanz- und Verwaltungsvermögen, Kontenplan und Budget.  Thomas Kuoni, Präsident der Zürcher Finanzfachleute, ergänzte das Beispiel mit einem vertieften Einblick in die finanzielle Steuerungsrelevanz und die mittelfristigen Zukunftsperspektiven für die Weiterentwicklung der Rechnungslegung in Schweizer Gemeinden.

Podiumsdiskussion

Im Anschluss diskutierten die sechs Referenten unter der Leitung von Iris Rauskala, Leiterin der Fachstelle für Public Financial Management. Die Teilnehmenden konnten die Referenten zu konkreten Sachverhalten direkt zu befragen. Die Podiumsdiskussion wurde mit der Frage angestossen, ob finanzieller Druck, etwa im Zusammenhang mit den Pensionskassen, die Einführung von HRM2 in den politischen Instanzen erleichtert oder erschwert. Weiter wurde der Frage auf den Grund gegangen, wie sich die finanzielle Steuerung durch die Einführung von HRM2 verändern wird. Dies vor dem Hintergrund der veränderten Finanzkennzahlen, wie etwa eines erhöhten Eigenkapitals.

Erkenntnisse und Fazit

Im Hinblick auf das neue Gemeindegesetz wird HRM2 in der einen oder anderen Form wohl bald Realität für die Zürcher Gemeinden sein. Die Tagung bezweckte daher primär die Möglichkeit zum Austausch über Erfahrungen und mögliche Strategien zur Umsetzung des neuen Rechnungslegungsmodells. Die Teilnehmenden machten davon sowohl im Anschluss an die Referate, als auch informell im Rahmen der Pausen und beim Stehlunch regen Gebrauch davon.

Besonders die Erfahrungsberichte der Pilotgemeinden verdeutlichten politische und finanztechnische Hintergründe und Problematiken für die unterschiedlichen Ansätze der Umstellung. Sie zeigten den Teilnehmenden Lösungswege auf und gaben nützliche Tipps zur praktischen Umsetzung.

Zum Schluss der Veranstaltung bestand ein breiter Konsens darüber, dass eine harmonisierte Rechnungslegung – wie sie HRM2 vorsieht – für alle Schweizer Gemeinden früher oder später unumgänglich sein wird. Deutlich wurde dabei, dass mit der Umstellung nicht nur auf die technischen Details zu achten sei, sondern dass sich auch die finanzielle Steuerung ändert.

Auskunft: Anna Schmitt, Institut für Verwaltungsmanagement

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