HR-Blitzlicht: «Nicht alles so heiss gegessen, wie es gekocht wird.»

Das Zentrum für Human Capital Management (ZHCM) führte von Mitte März bis Mitte April 2017 eine Blitzlichtumfrage zu aktuellen HR Themen bei 387 seiner ehemaligen Weiterbildungsteilnehmenden durch. Die Resultate zeigen unter anderem, dass die Rekrutierung durch Roboter oder eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit noch meilenweit entfernt liegen.

Das Thema «Demographie» ist in den Medien omnipräsent. Auf politischer Ebene ist die Verlängerung der Lebensarbeitszeit beschlossene Sache. Die Realität sieht jedoch anders aus. In einer Blitzlichtumfrage des Zentrum für Human Capital Management sieht die Mehrheit der Befragten keinen Trend hin zur Beschäftigung von älteren Mitarbeitenden über das Pensionsalter hinaus. Nur sechs Prozent gaben an, dass es in ihrem Unternehmen einen erhöhten Trend zur Beschäftigung älterer Mitarbeitenden gibt.

Robot recruiting ist Zukunftsmusik
Obwohl das Thema «Robot recruiting» in aller Munde ist, hat es in der Schweiz noch keinen flächendeckenden Einzug gehalten. Erst bei 4.4 Prozent der befragten Unternehmen werden zukünftige Mitarbeitende mithilfe einer Software, etwa auf Basis eines Algorithmus, ausgewählt. Laut der Studie Recruiting-Trends 2017 bildet dies den derzeitigen Stand der Umsetzung ab. Daher erstaunt es nicht, dass eines der drei Top-Themen der HR-Verantwortlichen die HR-Technolgoie & IT ist. Hier besteht grosser Handlungsbedarf, insbesondere, wenn man die Entwicklungen auf dem asiatischen Markt anschaut.

Die Themen Führungskräfte- und Organisationsentwicklung gehören ebenfalls zu den drei Top-Themen, an welchen HR-Verantwortliche aktuell arbeiten. Bei zwei Drittel der Unternehmen hat sich in den letzten Jahre eher direktiv geprägte zu partizipativen Führungsverständnissen entwickelt. Zugenommen hat parallel dazu die Eigenverantwortung der einzelnen Mitarbeitenden. Im Kontrast dazu steht eine nach wie vor sehr herkömmliche Gestaltung der Arbeit.

Obwohl in der öffentlichen Wahrnehmung die freie Gestaltung der Arbeit bezüglich Ort und Zeit relativ hoch scheint, ist bei den Befragten der Anteil jedoch vergleichsweise gering. Darüber hinaus gibt es derzeit bei nur ca. einem Drittel der Unternehmen eine Zunahme von projekt- oder zeitbezogenen Arbeitsverträgen.

50 Prozent der Befragten geben an, dass Ethik in ihren Unternehmen in starkem oder sehr starkem Ausmass zum Thema geworden ist. Mit jeweils knapp 60 Prozent spielt das Thema Ethik in Auswahlverfahren, Mitarbeitendenbeurteilungen und -bewertungen sowie Führungskräfteschulungen eine wichtige Rolle.

Der Auszug der Resultate aus der Blitzlichtstudie zeigt die grossen kommenden Herausforderungen für Verantwortliche im Bereich des Human Capital Managements. Ansprüche ergeben sich von Seiten sich veränderter Technologien (Digitalisierung) und sich abzeichnender veränderter Rahmenbedingungen (Ethik und Regulierungen, Pensionsalter und Altersvorsorge). Dazu brauchen die Verantwortlichen genügend Ressourcen und Kompetenzen, um diesen Veränderungen umzusetzen.

Bei Interesse können die Ergebnisse der Studie hier bezogen werden.

Auskunft: Claudia Sidler-Brand und Dr. Frithjof Müller, Zentrum für Human Capital Management

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