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Generationen am Arbeitsplatz – Rückblick auf die Arbeitsrechtstagung

Experten und Expertinnen aus Wissenschaft, Lehre und Praxis haben im neuen Gebäude des Belvoirparks Zürich rechtliche und strategische Fragen zu Generationen am Arbeitsplatz thematisiert. Die ernsten Themen liessen auch Platz für Heiterkeit und Aha-Erlebnisse – generationenübergreifend.

von Nadine Bircher
Arbeitsrechtstagung

Generationen sollen in gemischten Teams voneinander profitieren, so die Empfehlung von Keynote-Speaker Charles Donkor, Human Capital Partner bei PwC Zürich. Das Spektrum sei weit zu fassen, von der Generation Z (unter 18-Jährige) bis zu den Veterans (66–79 Jahre alt). Prof. Dr. Thomas Gächter von der Universität Zürich zeigte auf, dass die unterschiedlichen Interessen und Ausgangslagen von Generationen in Bezug auf die Pensionierung eine Anpassung des Sozialversicherungsrechts zu einem schwierigen Unterfangen machen. Es gebe daher keine einfachen Lösungsvorschläge für die Abkehr vom starren Pensionierungsalter.

Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende reicht alleine nicht
Prof. Dr. Roland A. Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands und Titularprofessor an der Universität Zürich, referierte zur Zukunft der Arbeitsorganisation, mit Blick auf die gesetzliche Verankerung der Arbeitszeiterfassung. Dies sei ein sehr aktueller Themenbereich, in welchen Bestrebungen zur Flexibilisierung, die Aufrechterhaltung eines wirksamen Gesundheitsschutzes sowie die Bestimmungen bzw. die Revision des Arbeitsgesetzes (ArG) einfliessen. Diskutiert wurde, wie Plattform-Arbeitsformen (Gig-Work) rechtlich erfasst werden können. Prof. Dr. Kurt Pärli von der Universität Basel ging der Frage der Altersdiskriminierung im Erwerbsleben nach und zeigte auf, wie völker- und verfassungsrechtliche Vorgaben in der Gesetzgebung und der Rechtsprechung zur Anwendung kommen. Im Fazit stellte er einen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende in Frage, solange nicht auch ein wirksamer Schutz vor der Diskriminierung aufgrund des Alters bei der Anstellung gewährt werden könne.

Den Auftakt zur spannenden Paneldiskussion gab Bruno Sauter, Generaldirektor des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, mit einem kurzen Referat. Er erklärte pointiert, dass die von einzelnen GAV vorgesehene garantierte Lohnhöhe für ältere Arbeitnehmende keine Wirkung erziele, wenn diesen – wie in einzelnen Branchen beobachtet werden kann – gekündigt und sie durch jüngere, «günstigere» Arbeitskräfte aus dem EU-Raum ersetzt würden. Die darauf folgende, angeregte Diskussion mit den Referenten des Vormittags wurde von der Tagungsorganisatorin lic. iur. Sara Licci, stellvertretende Leiterin des ZHAW-Zentrums für Sozialrecht, moderiert.

Der Nachmittag brachte praktische Beispiele
Nach einem reichhaltigen, vom jungen Gastro-Nachwuchs servierten und vom Sponsor Schweizer Lunch-Check offerierten Lunch, startete der Nachmittag mit Corner Presentations. Thema war die praktische Umsetzung von altersgerechtem Personalmanagement im Betrieb, wozu u. a. Yvonne Seitz, Leiterin Diversity Management der Axa und Dr. Urban Studer, Leiter Operatives betriebliches Gesundheitsmanagement der SBB, Praxisbeispiele lieferten. Abgerundet wurde der Anlass von spannenden Beiträgen zum Datenschutz (Dr. Michael Widmer, ZHAW), zum Umgang mit Familien-pflichten (lic. iur. Angela Hensch, Rechtsanwältin und Fachanwältin SAV Arbeitsrecht) sowie zu den Fallstricken beim Abbau von Sozialleistungen im Arbeitsverhältnis (Dr. Philipp Egli, Leiter Zentrum für Sozialrecht, ZHAW).

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Schulthess Juristische Medien AG und der ZHAW School of Management and Law durchgeführt.

Weitere Impressionen von der Arbeitsrechtstagung: www.arbeitsrechtstagung.ch

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