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Richtungswechsel für den globalen Freihandel?

Was ist die Zukunft des globalen Freihandels in Anbetracht eines «harten» Brexit sowie einer neuen US-Handelspolitik unter Donald Trump? An einem Round Table des International Management Institute der SML erörterten Expertinnen und Experten diese Veränderungen für den Handelsplatz Schweiz.

2016 ist die Idee des globalen Freihandels stark unter Beschuss geraten und protektionistische Konzepte wie «America First» fanden vermehrt Gehör bei der Wählerschaft. Anfang 2017 spricht sogar die Grossbank Credit Suisse vom «Ende der Globalisierung, wie wir sie kennen» und blickt in einer neuen Studie besorgt in die Zukunft:  «Wenn 2016 das Jahr ist, in dem die Globalisierung scheiterte, dann entsteht 2017 eine stärker multipolar geprägte Welt – und die Gefahr, dass der globale Handel einbricht.» Bestärkt wird dies auch durch die Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf, laut der 2016 das Jahr mit dem geringsten Wachstum des grenzüberschreitenden Handels seit dem Ausbruch der Finanzkrise war.

Das International Management Institut (IMI) der ZHAW School of Management and Law (SML) hat diese Veränderungen für die Handelsnation Schweiz bei einem Round Table aufgenommen und mit Expertinnen und Experten aus Handelsdiplomatie, Verwaltung und Think Tanks kritisch diskutiert. Durch den Abend führte Dr. Florian Keller, Leiter des Center for European Business & Affairs. Neben einer Analyse der globalen Entwicklungen wurde auch die Rolle der Schweizer Aussenhandelspolitik diskutiert, sowie auf die inhaltliche Weiterentwicklung von Freihandelsabkommen eingegangen.

In der Expertenrunde wurde deutlich, dass gerade öffentliche Kampagnen – zum Beispiel von Nichtregierungsorganisationen – einen grossen Einfluss auf die Wahrnehmung von Handelsabkommen haben können. So wurde die mühevolle Unterzeichnung des EU Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) Ende Oktober 2016 in der medialen Öffentlichkeit oft als Schwäche der EU-Handelspolitik ausgelegt. Im gleichen Jahr hat die EU jedoch ein Freihandelsabkommen mit Vietnam abgeschlossen und hofft 2017 auch die Verhandlungen mit Japan erfolgreich abzuschliessen.

Mehr Klarheit nach Verschnaufpause
Eine weitere Erkenntnis des Abends war, dass die Nicht-Ratifikation des Trans Pacific Partnership (TPP) nicht automatisch einen Misserfolg des Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) bedeuten muss. Schenkt man Präsident Trumps Äusserungen Glauben, dass er einen grösseren Nutzen in «fairen, bilateralen Handelsabkommen» sieht als im zwölf Staaten umfassenden TPP, dann müsste das transatlantische TTIP zwischen den USA und der EU seiner Logik entsprechen. Mehr Klarheit hierzu wird erst nach 2017 erwartet, wenn die Verschnaufpause vorüber ist, die durch die Wahlen in den EU-Gründerstaaten Frankreich (April/Mai) und Deutschland (September) entsteht.

Die Round Table-Veranstaltungen des International Management Institute der SML sind eine Plattform für den Austausch zu aktuellen internationalen und interkulturellen Themen aus der Unternehmenspraxis. Im Juni 2016 führte das Center for European Business & Affairs führte bereits einen Round Table zu den Szenarien zur Brexit-Abstimmung durch. Für 2017 sind weitere Roundtables in Planung. Teilnahme nur auf Einladung.

Kontakt: Florian Keller, International Management Institute

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