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Finance Circle: Risikoprofilierung privater Anlagekunden

Der heutige Standard der Risikoprofilierung ist bei vielen Schweizer Finanzinstituten noch ungenügend. Der Grund hierfür liegt in der Vernachlässigung der Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie. Am Finance Circle der Abteilung Banking, Finance, Insurance trafen sich rund 100 Finanzfachleute im Technopark Winterthur, um sich zu dieser Problematik auszutauschen.

«Die Risikowahrnehmung des Kunden wird durch eine Vielzahl von psychologischen Fallen verzerrt», sagt Jérôme Zaugg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wealth & Asset Management (IWA). «Das kann dazu führen, dass Risiken über- oder unterschätzt werden. Diesem Umstand tragen die heutigen Methoden zur Risikoprofilierung kaum Rechnung.» So werden teilweise Risiken eingegangen, die nicht zum Kunden passen oder irrationale Anlageentscheide getätigt, die sich negativ auf die Rendite auswirken. «Folglich fühlt sich der Anleger irgendwann nicht mehr wohl und bereut vielleicht sogar seine getätigten Anlageentscheidungen», so Zaugg.

Angewandtes KTI-Forschungsprojekt
Diese Problematik hat das IWA in einem Forschungsprojekt der Kommission für Innovation und Technologie (KTI) des Bundes untersucht. Teil des Projektes war die Entwicklung eines neuen softwareunterstützten Risikoprofilierungsprozess. Um spätere Enttäuschungen zu verhindern, legt der Prozess viel Wert auf die Risikoaufklärung, damit eine bewusste Anlageentscheidung möglich wird und Risiken richtig wahrgenommen werden. Ausserdem wird dem Anleger dargestellt, welche psychologische Fallen zu irrationalen Entscheidungen führen können.

Die AEK Bank 1826 wendet das neue Tool bereits an. Alex Marjanovic, Leiter Kundenberatung und Niederlassungen, erklärt was solche kundenorientierte Anlageberatung bedeuten kann: «Für uns steht nicht die Diskussion über die Rendite im Vordergrund, sondern diejenige über mögliche Risiken von Anlagen.» Die bessere Abstimmung von Anleger, seiner Risikobereitschaft sowie seinem Anlageverhalten nehme für die AEK eine bedeutende Stellung ein. Die langfristige Kundenbeziehung stehe dabei im Vordergrund.

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Dr. Stefan Heinzer, Partner bei der K&W Software AG, präsentiert das neu entwickelte Tool, das auf den wissenschaftlichen Untersuchungen des KTI-Projekts basiert.

 

Unverzerrtes Bild der Chancen und Risiken
Dr. Stefan Heinzer, Partner bei der K&W Software AG, präsentierte schliesslich die entwickelte Software, die auf den wissenschaftlichen Untersuchungen des KTI-Projekts basiert. «Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten des neuen Tools erlebt der Anlagekunde auf spielerische Weise, wie sich die Risiken auf seine persönliche Ziele und finanzielle Situation auswirken können und erhält so ein unverzerrtes Bild der Chancen und Risiken», sagt Stefan Heinzer.

In einer Podiumsdiskussion diskutierten die Teilnehmenden die Risikoprofilierung privater Anlagekunden. Roland Hofmann vom Institut für Wealth & Asset Management moderierte die Diskussion. Anschliessend wurden die Gäste zum persönlichen Austausch bei einem Apéro riche eingeladen.

Auskunft: Jérôme Zaugg, Institut für Wealth & Asset Management

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