ales "" & is zhaw mitarbeiter: "zhaw_staff"

Finance Circle zum Thema Asset Management

Am 10. November nahmen rund 400 Personen am Finance Circle der Abteilung Banking, Finance, Insurance teil. Roland Hofmann und Prof. Suzanne Ziegler begrüssten die Teilnehmenden herzlich und zeigten sich erfreut über die „Rekordkulisse“. In der neunjährigen Geschichte verzeichnete die Veranstaltungsreihe noch nie so viele Anmeldungen. Einst für Alumni konzipiert, hat sich der Teilnehmerkreis inzwischen stark erweitert, auch dank der Partnerschaft mit dem Zürcher Bankenverband. Dessen Präsident, Dr. Thomas Ulrich, zeigte sich angesichts des Publikumszulaufs überzeugt, man habe mit dem Thema ins Schwarze getroffen.

Finance Circle, 10.11.2014

Bild 1 von 7

Grusswort von Thomas Ulrich, Präsident Zürcher Bankenverband

Finanzplatz unter Druck
Christoph Staub, Leiter BlackRock Schweiz, zitierte diverse Studien u.a. von BCG, KPMG und PwC, um den Status Quo und die Herausforderungen für Wealth und Asset Management aufzuzeigen. Die Schweiz ist nach wie vor der führende Finanzplatz für Offshore-Gelder, doch die Konkurrenz schläft nicht. Es gilt, wichtigen Standortfaktoren wie Markt-Know-how und Servicequalität Sorge zu tragen, will man die Spitzenposition verteidigen. Der Schweizer Wealth-Management-Markt ist stark fragmentiert, auch wenn der Konsolidierungsprozess anhält und die grossen Player heute 87% der privaten Assets betreuen. Die durch die KPMG gestützte Aussage, über 1/3 aller Schweizer Privatbanken arbeiten defizitär, sorgte für Raunen im Publikum. Dr. Andreas Schlatter, Leiter Global Asset Management der UBS, bezeichnete Asset Manager als Brückenbauer, die Kundengelder treuhänderisch und interessensfrei betreuen. Er erklärte die Ursprünge in der Schweiz und betonte, dass es sich bislang eher um eine subsidiäre Tätigkeit handle, ganz im Gegensatz zur angelsächsischen Bankenwelt. In Erwartung des künftigen Wachstums, zeichnete er die Vision von Asset Management als wichtiges Standbein des Schweizerischen Finanzsektors. Christoph Schenk, Leiter Abteilung Investment Solutions, ZKB, kam auf den regulatorischen Druck und die zunehmende Komplexität zu sprechen, mit der viele Banken Mühe hätten. Erfolgsfaktoren für die ZKB seien die Nähe zum Kunden, sowie eine stärkere „Mass Customization“. Anhand eines Diagramms zeigte er auf, dass Asset Management bei der ZKB nur ein kleiner Teil im Investment Prozess ist. Entscheidend seien die Beratung und der Mehrwert für den Kunden. Hier sei das Wealth Management gefragt.

Asset Management als künftiges Standbein
Susanne Giger, Wirtschaftsredaktorin SRF, leitete die Podiumsdiskussion. Andreas Schlatter gab zu bedenken, dass in der Schweiz zu stark organisatorisch gedacht werde. Die künstliche Dichotomie zwischen Asset und Wealth Management sei zu überwinden, da sie eine Expansion behindere. Christoph Schenk gab indes zu bedenken, dass hierzulande eine Asset-Management-Kultur fehle. Der Bereich habe immer im Schatten des Wealth Managements gelebt und das Universalbankensystem mit der Möglichkeit zur Quersubventionierung habe die Weiterentwicklung behindert. Demgegenüber habe in den USA der Margen-Druck aufgrund des Trennbankensystems (Glass-Steagall Acts) fördernd gewirkt. So bestätigte Christian Staub, dass nur wenige Schweizer Asset Manager mit ihren Produkten international bestehen könnten. Ob Asset Management den Angelsachsen kulturell besser liege, wollte Susanne Giger wissen. Auch wenn die Runde das verneinte, gab Christian Staub zu bedenken, der akademische Überbau sei sehr angelsächsisch geprägt. Diese Tradition fehle hierzulande. Gemäss Andreas Schlatter ist die UBS aber überzeugt, dass ein starkes, global ausgerichtetes Asset Management entscheidend ist. Sie werde in den kommenden Jahren dort stark investieren. Zudem verspreche man sich einiges von der geplanten Asset-Management-Initiative, die auch Christoph Schenk befürwortet: „Lieber spät als nie.“ Und wie steht es um kleinere Institutionen? Gemäss Christian Staub braucht es angesichts der Fragmentierung die Einsicht, dass man nicht alles selber machen kann. Kaum ein Bereich kenne ähnliche Skaleneffekte wie das Asset Management. Selektives Outsourcing sei kein Zeichen der Schwäche sondern der Stärke. Schliesslich wurde die technische Entwicklung diskutiert. Auch wenn diese z.B. im Risk Management wichtig sei, stünden das Verständnis des Kunden und die Beziehung zu ihm im Zentrum. Hier liessen sich Menschen nicht einfach durch Technik ersetzen. Die letzte Frage ging ans Publikum: Wird die Schweiz in fünf Jahren Asset-Management-Zentrum sein? Die Meinungen waren geteilt.

Auskunft: Roland Hofmann, Abteilung Banking, Finance, Insurance

was Sie vielleicht auch interessiert...

Hinterlasse eine Antwort