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Erstdurchführung der Kulturfundraising-Tagung in Winterthur

Am 26. November 2021 trafen Kulturschaffende, Fundraiser und Geschäftsführerinnen sowie Studierende und Kulturinteressierte aus der ganzen Schweiz in Winterthur zur ersten Kulturfundraising-Tagung ein. Wir berichten im Rückblick über die spannenden Referate und vermitteln die wichtigsten Erkenntnisse der Tagung. Die Kulturfundraising-Tagung entsteht im Rahmen der Kulturfundraising-Plattform, einer gemeinsamen Initiative von Swissfundraising und vom Zentrum für Kulturmanagement.

211210_menb_Kulturfundraising-Tagung_3Dr. Leticia Labaronne, Leiterin des Zentrums für Kulturmanagement, begrüsst das Publikum zum Fach- und Netzwerktreffen, welches gemeinsam vom Schweizerischen Fundraisingverband Swissfundraising und vom ZHAW Zentrum für Kulturmanagement organisiert wird. Die langjährige Zusammenarbeit dieser Akteure unterstreicht die Vorteile von strategischen Partnerschaften zwischen der Praxis, der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung. Das Programm der Kulturfundraising-Tagung bildet diese Symbiose ab: Im Anschluss an die Begrüssung hören die zahlreichen Teilnehmenden spannende Referate von diversen Expertinnen und Experten aus der state-of-the-art Forschung, Beratung und Praxis des Kulturfundraisings sowie der Philanthropie.

Prof. Dr. Rita Kottasz der Kingston University in London präsentiert in ihrem Referat die neusten Erkenntnisse aus der angewandten Forschung im Bereich Fundraising und Marketing. Sie zeigt auf, wie Kulturorganisationen neue digitale Fundraisingmöglichkeiten einsetzen, wie beispielsweise das Crowdfunding, um damit auch die nachrückende Generation an neuen Spendenden zu erreichen und sensibilisiert auf die zunehmende Erscheinung neuer Akteure und Intermediäre, wie Corporate Foundations, soziale Start-Ups oder Plattformen wie Amazon Smile und Global Giving. Diese mischen den Spendenmarkt auf und sorgen für ein fragmentiertes und unübersichtliches Marktverständnis aus Sicht der Spendenden.

Aus der Praxis geht es weiter mit dem ersten Inputreferat über die Kampagne «Technorama-Park und Wunderbrücke». Catherine Hauser, Fundraiserin im Swiss Science Center Technorama, und Roy Schedler, Fundraising-Experte, geben Einblicke in die erste Fundraising-Kampagne für Privatspenden des Technoramas. Dabei zeigen die beiden Referierenden deutlich auf, wie wichtig ein gut durchdachter Case for Support für Kulturorganisationen ist.

Das zweite Inputreferat führt das Publikum in ein Kunstmuseum: Michael Arnold, Head of Sponsoring und Fundraising im Fondation Beyeler präsentiert die Sponsoring-Aktivitäten des bekannten Kunsthauses. Er stellt die innovativen Projekte des Museums vor, welche den Fokus auf für Kulturbetriebe eher atypische Partnerschaften legen, und zeigt dabei auf, wie durch Kreativität und Engagement die heutigen Herausforderungen im Kulturfundraising gemeistert werden können.

Im Gespräch mit Monica Vögele, Philanthropin und Stiftungsratspräsidentin des Vögele Kulturzentrums, diskutiert Moderatorin Ladina Spiess über überzeugte Fundraiserinnen und Fundraiser und wie sowohl die persönliche Motivation als auch die Leidenschaft für ein Thema potenzielle Spenderinnen und Spender zur Spende anregen kann.

Abgerundet wird die Tagung von Andrea Müller, Vorstandsmitglied von Swissfundraising, mit einem grossen Dank an alle Teilnehmende und an die Community sowie einer Einladung zum Netzwerklunch.

Unsere wichtigsten Schlussfolgerungen

Die Referate der Tagung verdeutlichen, was viele Fundraiserinnen und Fundraiser tagtäglich bewältigen müssen: Die Fundraising-Welt wird zunehmend komplexer, professioneller, digitaler und dadurch auch diverser. Damit Kulturorganisationen an diesen Entwicklungen wachsen können und ihre Finanzierung nachhaltig sichern können, braucht es eine moderne und zeitgemässe Umsetzung der Fundraising-Strategie.

In allen Referaten wird dabei das Vertrauen betont – Kulturorganisationen müssen im Rahmen ihrer Kampagne aufzeigen, wieso sie die finanziellen Mittel benötigen, wie diese eingesetzt werden und was damit langfristig erreicht werden soll (Case for Support). So kann den potenziellen Spenderinnen und Spendern aufgezeigt werden, welche Wirkung eine Spende auf die Kulturorganisation und deren Arbeit hat.

Über die Kulturfundraising-Tagung und die Kulturfundraising-Plattform

Die Kulturfundraising-Tagung entstand im Rahmen der Kulturfundraising-Plattform, einer gemeinsamen Initiative von Swissfundraising und vom Zentrum für Kulturmanagement. Sie soll jährlich an wechselnden Standorten stattfinden und zum wichtigen Fach- und Netzwerk-Event im Bereich Kulturfundraising werden.

Die nächste Kulturfundraising-Tagung findet im November 2022 statt. Weitere Informationen dazu folgen im kommenden Jahr.