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DACH-Litigation-PR-MeetUp Wien 2020 beim Österreichischen Parlament

Teilnehmende des DACH-Litigation-PR-MeetUps Wien 2020 in den Ausweichräumlichkeiten des Österreichischen Parlaments, Wien

Teilnehmende des DACH-Litigation-PR-MeetUps Wien 2020 in Räumlichkeiten des Österreichischen Parlaments, Wien

Ende Januar organisierte die ZHAW School of Management and Law das DACH-Litigation-PR-MeetUp Wien 2020 mit Litigation-PR-Expertinnen und -Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel des MeetUp war es, die ersten Erkenntnisse aus der laufenden Studie zu den Herausforderungen und Anforderungen an Weiterbildungsangebote in der Litigation-PR mit den Teilnehmenden weiter zu entwickeln.

von Daniel Hardegger

Eröffnung des DACH-Litigation-PR-MeetUps Wien 2020 und Präsentation erster Studienresultate durch Dr. Daniel Hardegger

Eröffnung des DACH-Litigation-PR-MeetUps Wien 2020 und Präsentation erster Studienresultate durch Dr. Daniel Hardegger

Nach dem erfolgreichen DACH-Litigation-PR-MeetUp im September 2019 gemeinsam mit der Hertie School in Berlin konnte die ZHAW School of Management and Law den Diskurs zu den Herausforderungen der Litigation-PR, mit einem besonderen Fokus auf die Weiterbildung, im Rahmen des MeetUps Wien 2020 weiterführen.

Zum Auftakt hiess Dr. Daniel Hardegger (ZHAW School of Management and Law) die 25 Teilnehmenden willkommen. Die Inter- und Transdisziplinarität des Themas Litigation-PR zeigte sich dabei auch in der Diversität der Teilnehmenden, die aus unterschiedlichsten Disziplinen, Fachbereichen und Positionen kamen. Nach der Eröffnung erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in den aktuellen Stand einer Studie zu den Anforderungen an Weiterbildungsangebote in der Litigation-PR und vier daraus abgeleitete Herausforderungen für den anschliessenden co-kreativen Prozess.

Resultat der Diskussion

Resultat der Diskussionen bezüglich eines “Code of Conducts” in der Litigation-PR

Diskussion und Weiterentwicklung vier ausgesuchter Herausforderungen
Anschliessend an die Einführung diskutierten die Teilnehmenden in rotierenden Arbeitsgruppen die vier ausgesuchten Herausforderungen. Moderiert wurden die Gruppen von Volker Dohr, Dozent an der ZHAW School of Management and Law, Sarah Fürlinger, Sprecherin der Bundeswettbewerbsbehörde Österreich, Martin Jenewein, Senior Partner der Wiener Kommunikationsagentur SMJ Partners, und Christoph Abels, Doktorand der Hertie School in Berlin.

Die erste Gruppe evaluierte den CAS (Certificate of Advanced Studies) Rechtskommunikation und wie dessen Inhalte gestaltet sein müssten. Ein besonderer Fokus wurde auf die Anschlussfähigkeit an weiterführende CAS-Produkte gelegt. Die zweite Gruppe diskutierte die Frage, auf welchen «Werten» ein «Code of Conduct» für die Litigation-PR in der DACH-Region basieren müsste und was für Beispiele es aus den mit der Litigation-PR verbundenen Disziplinen gibt. Eine dritte Gruppe besprach die Herausforderung, wie ein CAS in der Litigation-PR inhaltlich strukturiert sein müsste, damit es die Diversität der Litigation-PR im DACH-Raum erfahrbar macht. Die vierte Arbeitsgruppe befasste sich schliesslich mit der Frage, wie quantitative und qualitative KPIs in der Litigation-PR definiert sein müssten und was für mögliche Beispiele es mit der Litigation-PR verwandten Disziplinen gibt.
Nach den Diskussionen in den Arbeitsgruppen präsentierten die Moderatorinnen und Moderatoren die wichtigsten Erkenntnisse und diskutierten diese mit den Teilnehmenden des MeetUps:

Volker Dohr, Dozent, ZHAW SML, Winterthur, moderiert die Diskussion zum Thema CAS Rechtskommunikation

Volker Dohr, Dozent, ZHAW SML, Winterthur, moderiert die Diskussion zum Thema CAS Rechtskommunikation

«Dieser CAS muss den Anspruch haben, die Teilnehmenden auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen. Im Fokus wären dabei Inhalte zur Rechtsordnung und deren Auswirkung auf die Litigation-PR sowie Kenntnisse zur ‘Übersetzungsleistung’ juristischer Sprache, das heisst wie diese zu interpretieren ist und wie deren Inhalte in der Öffentlichkeit verständlich kommuniziert werden können. Auch innovative Inhalte, wie crossmediale Kommunikation oder juristisches Grafikdesign, die im Rahmen weiterführender Angebote vertieft werden könnten, können thematisiert werden.»

Volker Dohr, Moderator Arbeitsgruppe CAS Rechtskommunikation, Dozent, ZHAW SML, Winterthur

 

Sarah Fürlinger, Sprecherin der Wettbewerbsbehörde, moderierte die Diskussion zum Thema Litigation-PR-"Code of Conduct"

Sarah Fürlinger, Sprecherin der Wettbewerbsbehörde, moderierte die Diskussion zum Thema Litigation-PR-“Code of Conduct”

«Die Herausforderung eines Litigation-PR-«Code of Conduct» (CoC) ist, dass man auf Basis bestehender CoC den Diskurs beginnen muss, um am Ende eine sinnvolle Lösung zu erzeugen. Jedenfalls müsste ein „Gremium“ mit Litigation-PR-Spezialisten besetzt werden, dessen Aufgabe es wäre, für die Einhaltung des CoC zu sorgen sowie Sanktionen zu verhängen. Dieser CoC müsste von Werten wie Fairness, Respekt, Transparenz geprägt sein sowie die Achtung des Rechtsstaates, die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und die Informationsbeschaffung innerhalb des Rechtsrahmens miteinbeziehen.»

Sarah Fürlinger, Moderatorin Arbeitsgruppe Litigation-PR-«Code of Conduct», Sprecherin Bundeswettbewerbsbehörde Österreich, Wien

 

«Ein CAS, der sich auf die Herausforderungen im DACH-Raum fokussiert, müsste sich vor allem zwei Themen widmen. Erstens müssen die sprachkulturellen Unterschiede diskutiert werden, die in den Medien, der Politik sowie der Justiz existieren. Zweitens müssen die Unterschiede der Medienlandschaften der drei Länder erfahrbar gemacht werden, wobei der Blick über den DACH-Raum hinaus als zusätzlicher Reflexionsrahmen genutzt werden kann. Für die Teilnehmenden wäre gleichzeitig die internationale Vernetzung im Rahmen des CAS ein grosser Mehrwert.»

Martin Jenewein, Moderator Arbeitsgruppe CAS Cross-Border-Litigation-PR (in der DACH-Region), Senior Partner, SMJ Partners, Wien

 

Christoph Abels, Doktorand der Hertie School, bei der Moderation der Diskussionen zum Thema KPIs in der Litigation-PR

Christoph Abels, Doktorand der Hertie School, bei der Moderation der Diskussionen zum Thema KPIs in der Litigation-PR

«Woran lässt sich der Erfolg von Litigation-PR bemessen? Vor dem Hintergrund vielfältiger Perspektiven, zum Beispiel Behörden, Justiz und PR-Berater, ist eine quantitative Definition von Erfolg schwierig. Erfolgreiche Litigation-PR kann zudem situationsabhängig sein: Auch eine juristische Niederlage kann medial ein Erfolg sein, wenn die Reputation des Betroffenen gewahrt bleibt. Weiterhin geht es aber auch um die Wahrung des Rechtsstaates und des Vertrauens der Menschen in diesen.»

Christoph Abels, Moderator Arbeitsgruppe KPIs in der Litigation-PR, Doktorand, Hertie School, Berlin

 

Die Resultate aus den Arbeitsgruppen werden nun durch die ZHAW School of Management and Law weiter analysiert und fliessen in den Abschluss der Studie zu den inhaltlichen und strukturellen Anforderungen an Weiterbildungsangebote in der Litigation-PR in der DACH-Region ein. Der Abschluss der Studie wird Anfang März erwartet.

Ausblick: Litigation-PR-Tagung 2020 unter anderem mit Doris Leuthard, Thomas Middelhoff, Dirk von Manikowsky und Florian Klenk

Am 2. April 2020 findet die 5. Litigation-PR-Tagung statt. Wir freuen uns bereits jetzt über spannende Expertinnen und Experten sowie Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Alle weiteren Informationen dazu sowie die Möglichkeit, sich für die Tagung anzumelden gibt es auf der Webseite der Tagung.

Auskunft: Patrick Krauskopf, Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht