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Compliance und Gesundheit

Die Veranstaltungsreihe «Excellence in Compliance» widmete sich am 29. August 2019 in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischer Fachverband für Selbstmedikation (ASSGP) und dem Schweizerischen Verband für komplementärmedizinische Heilmittel (SVKH) der «Compliance in der Gesundheitsbranche».

Patrick Krauskopf begrüsste die Teilnehmenden der Veranstaltung Compliance und Gesundheit

Patrick Krauskopf begrüsste die Teilnehmenden der Veranstaltung Compliance und Gesundheit.

Martin Bangerter erörterte die Vorteile einer Kooperation mit der ZHAW

Martin Bangerter erörterte die Vorteile einer Kooperation mit der ZHAW.

Patrick Krauskopf (ZHAW) betonte in seiner Begrüssung die zentrale Funktion von Compliance für Pharma-Unternehmen. Martin Bangerter (ASSGP) stellte die beiden Partnerverbände ASSGP und SVKH vor. Zudem erklärte er, dass Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich erhöhten Compliance-Risiken ausgesetzt sind. Die Kooperation mit der ZHAW sei deshalb für die Privatwirtschaft ein grosser Vorteil.

Kartellrecht – Das gesunde Mass
Unter dem Titel «Kartellrecht – das gesunde Mass» erläuterte Stefano Dozio (WEKO), dass das Kartellrecht alle Unternehmen aller Branchen betreffe. Besondere Vorsicht sei geboten, da die Wettbewerbskommission bereits aktiv werde, sobald Abreden den Wettbewerb auch nur potenziell beeinträchtigen würden. Daher sei Kartellrechts-Compliance besonders effektiv, wenn sie nicht nur reaktiv, sondern vor allem auch präventiv betrieben werde.

Gemäss Stefano Dozio sei eine präventive Kartellrechts-Compliance besonders effektiv

Gemäss Stefano Dozio sei eine präventive Kartellrechts-Compliance besonders effektiv.

Ein hohes Risiko für Verstösse gegen das Kartellrecht bestehe v.a. im «nicht regulierten Bereich» der Gesundheitsbranche. Er betonte: «Eine einzelfallbezogene Risikoanalyse liegt immer in der Verantwortung der Unternehmen und Compliance muss nach einem Assessment zunächst dort ansetzen, wo die Risiken am grössten sind!»

 

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Volker Dohr referiert zum Thema Datenschutzverletzung.

Datenschutz – einfach und effektiv umsetzen

Volker Dohr (ZHAW) eröffnete sein Referat mit der Aussage «in der Schweiz werden nach dem vorliegenden Entwurf zum totalrevidierten Datenschutzgesetz zuerst die Verantwortlichen (Manager) haftbar gemacht». Demzufolge müssen auch europäische Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind aufpassen und künftig neben dem EU auch das Schweizer Sanktionsregime beachten. Volker Dohr ergänzt mit Beispielen (CSS und DRK), die nur zwei Tage alt sind, wie brisant und alltäglich in der Gesundheitsbranche, Unternehmen wegen Datenschutzverletzungen zur Kasse gebeten werden können.

Marc Schröder gewährt einen Einblick in das Datenschutzrecht der Schweiz und der EU

Marc Schröder gewährt einen Einblick in das Datenschutzrecht der Schweiz und der EU

Hier knüpfte Marc Schröder (Generali) mit einem Überblick der Grundlagen des aktuellen und zukünftigen Datenschutzrechts in der Schweiz und der EU an. An Fallbeispielen zeigte Schröder auf, wie schnell heute ein Unternehmen durch fahrlässiges Verhalten die Datenschutzgesetze verletzen kann. Hierzu sagte er: «Früher wurden Personendaten in Kellern gelagert und waren nur mit drei verschiedenen Schlüsseln zugänglich, heute sind sie auf einem USB Stick und gehen auf der Strasse verloren.» Insbesondere nach der Totalrevision des Schweizer DSG ab 2022 müssen Unternehmen auch das Datenschutzrecht wegen der Sanktionen ernst nehmen, jedoch sollte man mit dem Projekt in jedem Fall früher beginnen.

Korruption und Compliance

Fabio Babey während seines Referats über Korruption und Compliance

Fabio Babey während seines Referats über Korruption und Compliance.

Reto Wildeisen erläuterte Compliance aus der Sicht der Pharmaindustrie.

Reto Wildeisen erläuterte Compliance aus der Sicht der Pharmaindustrie.

Fabio Babey (ZHAW) betonte, dass nicht nur zivilrechtliche Verfahren gegen ein Unternehmen eingeleitet werden können, sondern auch die Staatsanwaltschaft Untersuchungen einleiten kann und muss. Dies ist gemäss Fabio Babey: «besonders einschneidend, da immer auch die natürlichen Personen zur Verantwortung gezogen werden und bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.» Abschliessend zeigte Fabio Babey auf, mit welchen konkreten Compliance-Massnahmen strafrechtlichen Risiken effektiv begegnet werden können. Reto Wildeisen (Biomed AG) zeigte auf, dass es für die Pharmaunternehmen faktisch eine Umkehr der Unschuldsvermutung gäbe. Gemäss Wildeisen ist das Gesundheitssystem der Schweiz eines der besten weltweit, weshalb unsere Ärzte sich regelmässig weiterbilden müssen, um den hohen Standard beibehalten zu können. Pharmaunternehmen unterstützen Weiterbildungen oftmals finanziell, «was der ganzen Bevölkerung zugutekommt». Der Ruf, die «Pharmaindustrie kaufe unsere Ärzte», sei deshalb unzutreffend. Nebst guten Gründen zur Compliance und einer Übersicht der kommenden Gesetzesänderungen gab Wildeisen den Teilnehmenden einige Dos und Don’ts mit auf den Weg, denn «Compliance geht alle an.»

Compliance im Bereich Pharma- und Life Sciences

Robert Lüthi schloss mit seinem Referat die Veranstaltung ab

Robert Lüthi schloss mit seinem Referat die Veranstaltung ab.

Robert Lüthi (PwC) referierte zum Schluss über Compliance im Bereich Pharma- und Life Sciences. Er machte sofort klar: «Non-Compliance ist ein No-Go.» Denn Unternehmen wie Mitarbeitende müssten sich entscheiden: «entweder man will in der Pharmaindustrie arbeiten und hält sich an die Regeln oder man hat hier nichts verloren, Regelbrecher können wir nicht brauchen.» Die Regulierung sei in der Pharmabranche streng, weil Ärzte, Spitäler und Pharmaunternehmen eng kooperieren und über die Versicherungen das Geld der Allgemeinheit ausgeben. Somit ergibt sich für die Gesundheitsbranche, dass Governance und Compliance von grosser Bedeutung sind.

 

 

Die nächste Veranstaltung «Compliance für Markenunternehmen» wird in Kooperation mit Promarca am 3. Oktober 2019 in Zürich stattfinden. Anmelden können Sie sich via Online-Formular.

Auskunft: Dr. Felix Schraner, Head Excellence in Compliance, Zentrum für Wettbewerbs und Handelsrecht