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Compliance in der Baubranche

Am 8. März 2018 fand die Ausbildungsreihe «Excellence in Compliance» zum Thema Compliance in der Baubranche statt. Partner der Veranstaltung war – wie bereits bei der erfolgreichen Durchführung 2017 – der Schweizerische Baumeisterverband.

Patrick Hauser und Patrick Krauskopf vor ihrer Begrüssungsrede.

Patrick Hauser und Patrick Krauskopf vor ihrer Begrüssungsrede.

Compliance in der Baubranche und deren Wichtigkeit
Patrick Krauskopf (Leiter Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht ZHAW) und Patrick Hauser (Vizedirektor Schweizerischer Baumeisterverband)  betonten in ihrer Begrüssung zur Veranstaltung Excellence in Compliance die zentrale Funktion von Compliance in Unternehmen der Baubranche. Sie wiesen insbesondere auch darauf hin, wie wichtig eine robuste Compliance im Zusammenhang mit Verfahren durch die Wettbewerbsbehörde ist. Patrick Hauser hielt fest, «für den SBV ist ein kartellrechtskonformes Verhalten eine Selbstverständlichkeit!»

Henrique Schneider nach seinem Referat über die kartellrechtlichen Risiken der Baubranche.

Henrique Schneider nach seinem Referat über die kartellrechtlichen Risiken der Baubranche.

Wettbewerbsrechtliche Risiken in der Bauwirtschaft
Henrique Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, führte in seinem Referat über die kartellrechtlichen Risiken in der Baubranche den Begriff der Wettbewerbsabrede und dessen Bedeutung aus. Er führte aus, dass die Schweizer Kartellrechtspraxis stetig strenger wird. Eine Entlastungspraxis hat sich indes noch nicht entwickelt. Das bedeutet, «Kartellrechtsverstösse darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.» Gerade bei der Bildung von ARGE, die grundsätzlich prokompetitive Wirkungen haben, ist den Risiken durch eine klare Hervorhebung der Effizienzvorteile vorzubeugen.

Konrad Meyer: «Zur Korruption darf man keine Gelegenheit geben!»

Konrad Meyer: «Zur Korruption darf man keine Gelegenheit geben!»

Integrität und Transparenz als Herausforderung im geschäftlichen Alltag
Anschliessend zeigte Konrad Meyer (Transparency International Schweiz, Blum & Grob Rechtsanwälte) die Herausforderungen im Zusammenhang mit Compliance und Bribery auf. Er nahm dabei Bezug auf den aufsehenerregenden Korruptionsskandal bei Siemens. Er erklärte, wie man mit Instrumenten von Transparancy International, beispielsweise dem Corruption Perceptions Index, Korruption in Länder messen und vergleichen kann und zeigte die diesbezügliche Situation in der Schweiz auf. Er legte sinnvolle Compliance-Massnahmen gegen Korruption dar und schloss sein Referat mit dem Aufruf: «Zu Korruption darf man keine Gelegenheit geben!»

Wolf S. Seidel berichtet aus der Praxis.

Wolf S. Seidel berichtet aus der Praxis.

Die Bedeutung von Compliance im heutigen Unternehmensfeld
In einem Praxisbericht aus der Baubranche sprach Wolf S. Seidel, Sekretär des Verwaltungsrates Priora Holding AG, über die Bedeutung von Compliance und die damit verbundenen Herausforderungen im heutigen Unternehmensumfeld, insbesondere  für KMU. Zwecks Sicherstellung einer hinreichenden Compliance präsentierte er eine Anleitung mit sechs Kernelementen für die Praxis. Mit Blick auf die weitere Entwicklung vermerkte er einerseits die ständig steigende Regulierungsdichte, anderseitsdie in der Digitalisierung liegenden Chancen durch automatisierte Abläufe und Tools.

Caroline Socchi nach ihrem Referat über die Risiken und Grenzen im Submissionsverfahren.

Caroline Socchi nach ihrem Referat über die Risiken und Grenzen im Submissionsverfahren.

Submissionsverfahren bergen auch Chancen
Zum Abschluss referierte Caroline Socchi (AGON Partners/ZHAW) unter dem Titel «Risiken und Grenzen im Submissionsverfahren». Sie zeigte zunächst auf, dass Submissionsverfahren nicht nur Risiken bergen, sondern vor allem Chancen auf Nachfrager- und Anbieterseite bieten können. Sodann erläuterte Caroline Socchi in einem zweiten Teil, dass das Kriterium der Nachhaltigkeit im Submissionsverfahren auf Seiten Vergabestellen zunehmend an Bedeutung gewinne. Die kartellrechtlichen Rechtfertigungsgründe ermöglichen es KMUs, gemeinsam nachhaltige Produkte oder Produktionsverfahren zu entwickeln und wettbewerbsfähig zu sein. Zum Abschluss vermittelte sie, wie durch Risikoanalyse und Compliance-Massnahmen (z. B. Schulungen) ein Bauunternehmen den Risiken eines Submissionsverfahrens präventiv entgegenwirken kann. Gemäss Socchi reicht «häufig eine geringe Dosis Compliance, um hohe Schäden zu verhindern.»

Nächste Veranstaltung
Die nächste Veranstaltung – Compliance und Gesundheit – wird in Kooperation mit ASSGP und SVKH am 26. April 2018 an der PH in Zürich stattfinden.

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Für die Serie Excellence in Compliance ist Dr. Felix Schraner, Head Excellence in Compliance, zuständig.

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