SML als Gastgeberin der 91. BundesDekaneKonferenz Wirtschaftswissenschaften

Unter dem Thema Internationalisierung tagte die BundesDekaneKonferenz erstmals ausserhalb von Deutschland in Winterthur. Die ZHAW School of Management and Law zeigte sich als Gastgeberin von ihrer besten Seite und bot den Gästen ein reichhaltiges Programm.

Beim Empfang im Winterthurer Rathaussaal waren hochkarätige Gäste anwesend.

Beim Empfang im Winterthurer Rathaussaal waren hochkarätige Gäste anwesend.

Vom 31. Mai bis 2. Juni 2017 war die ZHAW School of Management and Law (SML) Gastgeberin der 91. BundesDekaneKonferenz Wirtschaftswissenschaften (BDK). Die BDK ist die Vereinigung der amtierenden Dekaninnen und Dekane der wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiche an Fachhochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Zweimal pro Jahr befasst sich die BDK mit hochschulpolitischen Themen und Fragestellungen aus dem aktuellen Tagesgeschäft. Erstmals fand die Tagung ausserhalb von Deutschland statt, passend zum Thema «Profilierung der Hochschule durch Internationalisierung» in Winterthur.

Die Tagung startete am Mittwoch mit einer Stadtführung durch Winterthur und der anschliessenden offiziellen Begrüssung im Festsaal des Rathauses. Die Dekaninnen und Dekane wurden von Stadtpräsident Michael Künzle, dem deutschen Botschafter in der Schweiz Dr. Otto Lampe, dem Vorsitzenden der BDK Prof. Dr. Joachim Winkler sowie Jean-Marc Piveteau, dem Rektor der ZHAW und SML-Direktor André Haelg willkommen geheissen. Der ZHAW Chor alpha-capella begrüsste die Teilnehmenden mit einem Ständchen und wurde von den Teilnehmenden mit einer Standing Ovation belohnt.

Am Donnerstag und Freitag widmeten sich die Dekaninnen und Dekane im Fachprogramm zum Thema «Profilierung der Hochschule durch Internationalisierung». Im Begleitprogramm genossen ihre Partnerinnen und Partner am Donnerstag eine Schiffsfahrt von Stein am Rhein nach Gottlieben und die Besichtigung der Gottlieber-Hüppen-Manufaktur. Am Freitag durften sie eine Führung in der Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz erleben.

Zum Rahmenprogramm gehörte eine Führung durch die Gottlieber-Hüppen-Fabrik.

Zum Rahmenprogramm gehörte eine Führung durch die Gottlieber-Hüppen-Fabrik.

Internationalisierung als Teil der Strategie
Das Fachprogramm startete mit einer Vorstellung der schweizerischen Hochschulstruktur durch Prof. André Haelg. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Ruedi Nützi, Direktor der Hochschule für Wirtschaft der FHNW, die Bedeutung der Internationalisierung für Hochschulen vor. Dabei erwähnte er englischsprachige Module und Studiengänge als Katalysator für die Internationalisierung. Dies alleine genügt jedoch nicht: «Es braucht verrückte Leute und es braucht Spielraum, damit man letzten Endes zum Ziel kommt.» Ruedi Nützi sieht die Internationalisierung als Bereicherung für die Hochschulen, welche zu einem Reputationsgewinn führe. «Die Reputation steigt einerseits bei den Studierenden und Mitarbeitenden, andererseits aber auch bei Unternehmen, da die Hochschule den Unternehmen länderspezifisches und aktuelles Wissen bieten kann», so Nützi. Die Internationalisierung solle jedoch kein Selbstzweck sein, sondern Teil der Hochschulstrategie und -kultur.

Am Nachmittag hielt Prof. Dr. Michael Hengartner, Präsident von swissuniversities und Rektor der Universität Zürich, ein Keynote-Referat zur Bedeutung des europäischen Bildungs- und Forschungsraum für die Schweizer Hochschulen. Er thematisierte die aktuellen Herausforderungen der Schweiz wie die Teilnahme an Horizon2020 respektive dem Nachfolgeprogramm FP9, Erasmus+ sowie die Zusammenarbeit mit britischen Hochschulen nach dem Brexit. «Der wissenschaftliche Erfolg der Schweiz ist davon abhängig, dass das Land erfolgreiche Wissenschaftler anziehen kann», betonte Hengartner. Er erwähnte aber auch, dass es in der Schweiz weder «brain gain» oder «brain drain» gebe, sondern «brain circulation». Die Schweiz und Europa würden gleichermassen vom Austausch zwischen Studierenden und Forschenden aus dem In- und Ausland profitieren.

Das Fachprogramm zum Thema «Profilierung der Hochschule durch Internationalisierung» sorgte für angeregte Diskussionen.

Das Fachprogramm zum Thema «Profilierung der Hochschule durch Internationalisierung» sorgte für angeregte Diskussionen.

Kulturelle Integration ist kostspielig
Zum Abschluss des ersten Tages folgte ein Inputreferat zum Thema Aspekt der Internationalisierung von Prof. Dr. Ottmar Schneck, Rektor der SRH Fernhochschule The Mobile University und Geschäftsführer der SRH Hochschulen GmbH. Er stellte unter anderem die These auf, dass bei der Gewinnung von ausländischen Studierenden zunehmend Asien in den Fokus rücke. «Dadurch steigen die Transaktionskosten und die Anforderungen an die kulturelle Integration», so Schneck.  Er nannte als Bedingung für eine erfolgreiche Internationalisierung insbesondere die Strategie, die Verankerung in der Organisation, Programme, in denen sich die Internationalisierung in allen Fächern ausdrückt sowie die Finanzen. Internationalisierung beanspruche Mittel für Reisen, Stipendien, Gastdozierende, Beratungsstellen und dergleichen.

Im Anschluss an das Inputreferat diskutierten die Dekaninnen und Dekane in Gruppen Thesen und Fragen zu verschiedenen Aspekten der Internationalisierung:

  • Internationalisierung der Faculty
  • Internationalisierung der Lehre
  • Pflege und Aufbau von Netzwerken
  • Mobilität von Studierenden und Mitarbeitenden
  • Joint- und Double-Degrees
  • Auswirkungen der Digitalisierung
  • Internationalisierung als Wettbewerbsvorteil.

Aus den Rückmeldungen des Plenums war deutlich zu spüren, mit welchem Engagement und Interesse die Dekaninnen und Dekane bei der Sache waren.

Am Abend besichtigten die Teilnehmenden  die ZHAW Hochschulbibliothek, gefolgt von einem Nachtessen in der Cafeteria. Beat Habegger, Kantonsrat und Mitglied des SML-Beirates, richtete ein Grusswort an die deutschen Dekaninnen und Dekane und der Jodelklub Oberwinterthur überraschte die deutschen Gäste mit einigen schweizerischen Klängen.

Zu typischen schweizerischen Klängen tagte die BDK erstmals ausserhalb von Deutschland.

Zu typischen schweizerischen Klängen tagte die BDK erstmals ausserhalb von Deutschland.


Pro und Kontra von Akkreditierungen

Am Freitag 2. Juni wurde das Fachprogramm mit einer Podiumsdiskussion zum Sinn und Zweck von internationalen Akkreditierungen fortgesetzt. Es diskutierten Prof. Dr. Thomas Heimer, Vorsitzender der Akkreditierungskommission «Programmakkreditierung und Systemakkreditierung» der FIBAA, Prof. Dr. Ruedi Nützi, Prof. Dr. Werner Inderbitzin, Mitglied des schweizerischen Akkreditierungsrats und ehemaliger Rektor der ZHAW sowie Prof. André Haelg unter Moderation von Prof. Dr. Mark Alder. Auf die Frage, warum die FHNW drei verschiedene Akkreditierungen anstrebe, antwortete Ruedi Nützi, dass einerseits vom Bund eine Akkreditierung vorgeschrieben sei, die FHNW sich zusätzlich für das Modell von EFQM entschieden habe und die FHNW-Wirtschaft AACSB als beste Akkreditierung für Business Schools gewählt habe. «Eine Fachhochschule braucht nicht zwingend eine AACSB-Akkreditierung», ergänzte André Haelg, «sie dient aber als Marketinginstrument und Türöffner für Partnerschaften mit hochrangigen Business Schools.» Für Business Schools sei durchaus nachvollziehbar eine AACSB-Akkreditierung anzustreben, sagte Thomas Heimer.  «Man darf aber auch nicht alles von den Amerikanern übernehmen.» Er plädierte dafür, dass in Europa eine Agentur geschaffen wird, die zum Ziel hat, ein kleiner Eliteklub zu sein. Bei der Gestaltung der Aufnahmekriterien müsste der europäische Rahmen berücksichtigt werden. Werner Inderbitzin wies darauf hin, dass Hochschulen sich nicht Standards aufdrücken lassen sollten, die nicht zu ihnen passen. Heimer erklärte sich damit einverstanden, gab aber zu bedenken, dass die Agenturen nicht ein Modell, sondern bestimmte Regeln vorgeben. Wie die Hochschulen diese Regeln dann umsetzen, darin seien sie frei. Nach der angeregten moderierten Diskussion folgten diverse Fragen aus dem Publikum.

Rund 40 Dekaninnen und Dekane waren an der BDK zu Gast in Winterthur.

Rund 40 Dekaninnen und Dekane waren an der BDK zu Gast in Winterthur.

Prof. Dr. Kerstin Fink, Geschäftsführerin der FIBAA, beleuchtete zum Abschluss aktuelle Themen der Akkreditierung. Sie fokussierte dabei auf das Akkreditierungssystem nach dem neuen Staatsvertrag ab dem 1. Januar 2018 in Deutschland. Dieses wird sowohl für Agenturen wie die FIBAA als auch für die Hochschulen eine Herausforderung. Aktuell bestehen noch viele offene Fragen, die in den kommenden Monaten geklärt werden müssen. Die Mitgliederversammlung der BDK beendete die diesjährige Frühjahrstagung. André Haelg bat die Dekaninnen und Dekane sowie ihre Begleitpersonen zum abschliessenden Fototermin und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Auskunft: Rahel Schnydrig, Generalsekretariat

Weitere Impressionen in der Fotogalerie

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