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Big Data im Spannungsfeld zwischen Chancen und Gefahren

Am XXIII. Atelier de la Concurrence wurden die Chancen und Gefahren von Big Data aus wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Sicht beleuchtet. Kommerziellen Interessen von Unternehmen stehen die Regulierungsbemühungen seitens der Behörden zum Schutze der Privatsphäre gegenüber.

Anlässlich des XXIII. Atelier de la Concurrence am 24. November 2016 in Bern diskutierten Expertinnen und Experten über die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung von Big Data. Die Erhebung und Auswertung von Daten hat aufgrund der technologischen Entwicklung in den letzten Jahren stark zugenommen. Interessenskonflikte sind da vorprogrammiert.

Patrick Krauskopf präsentiert das aktuelle Gutachten des ZWH.

Patrick Krauskopf präsentiert das aktuelle Gutachten des ZWH.

Gutachten zur Verwendung von Kundendaten in Kfz-Händlerverträgen
Dr. Prof. Patrick L. Krauskopf, Leiter des Zentrums für Wettbewerbs- und Handelsrecht stellte das jüngste Gutachten der ZHAW School of Management and Law im Auftrag des Auto Gewerbe Verbandes Schweiz (AGVS) vor. Dieses befasst sich mit der Nutzung und Weitergabe von Kundendaten in Kfz-Händlerverträgen. Untersucht wurde die sog. Datenklausel in Händlerverträgen, welche die Händler dazu verpflichtet, Kunden- und Fahrzeugdaten an Importeure/Hersteller zu übermitteln. Aus kartellrechtlicher Sicht sind derartige Klauseln kritisch zu betrachten, da sie Importeuren/Herstellern ermöglicht, bei Nicht-Einhaltung den Händlervertrag zu kündigen. Solche Klauseln können einen Marktmachtmissbrauch zu Lasten der Garagisten darstellen. Die erhobenen Daten haben zudem einen wirtschaftlichen Wert. Grundsätzlich steht den Händlern eine entsprechende Entschädigung durch Hersteller/Importeure zu.

Swisscom: Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft
Dr. Iris Kornacker von der Swisscom AG bekräftigte, dass Big Data auch von der Swisscom aktiv genutzt werde. Big Data erlaube es, neue Geschäftsmodelle und personalisierte Angebote zu schaffen sowie Effizienzgewinne zu erzielen. Dank Big Data kann die Swisscom AG etwa Servicesysteme verbessern oder den Geschäftskunden und der Gesellschaft Informationen zurückgeben, welche sie aus den Daten gewonnen hat. Dr. Iris Kornacker verdeutlichte die Vorteile von Big Data anhand eines Beispiels. Für das Bundesamt für Strassen (ASTRA) wurde die Agglomeration Zürich anhand einer Auswertung von Verkehrsströmen anhand Echtzeit analysiert. Durch Analyse der entstandenen Bewegungsmuster konnten Staus vorzeitig erkannt werden. Dank diesem Tool können Massnahmen zur zukünftigen Verhinderung von Staus getroffen werden.

Iris Kornacker erläutert Business Strategien der Swisscom.

Iris Kornacker erläutert Business Strategien der Swisscom.

Microsoft: Trägerrakete des helvetischen Wohlstandes
Dr. Marianne Janik von der Microsoft Schweiz GmbH zeigte anhand eines Beispiels das Potential künstlicher Intelligenz auf: Saqib Shaikh, ein blinder Ingenieur von Microsoft, entwarf eine Brille, welche Bilder aufnimmt, analysiert, und ihm dann beschreibt, was er gerade sieht. Der Vorteil von Big Data werde bereits heute in verschiedenen Branchen wie Banken, Versicherungen und im Gesundheitswesen genutzt, um Angebote zu personalisieren. Gleichzeitig seien aber auch Sicherheitsvorkehrungen nötig, um das Vertrauen in die neue Technologie zu stärken. Gemäss Dr. Marianne Janik besteht für die Schweiz noch ein grosses Potenzial im Bereich der Big Data.

Marianne Janik betont die Wichtigkeit der Schweiz für Microsoft.

Marianne Janik betont die Wichtigkeit der Schweiz für Microsoft.

Den feierlichen Abschluss machte die Diplomübergabe an die Absolventinnen und Absolventen der 4. Durchführung des CAS International Competition Law and Compliance aus der Schweiz. Der CAS wird in Zusammenarbeit mit der UNCTAD und der NYSBA durchgeführt.

CAS Absolventinnen und Absolventen präsentieren stolz ihre Zertifikate.

CAS Absolventinnen und Absolventen präsentieren stolz ihre Zertifikate.

Das XXIV. Atelier de la Concurrence findet am 8. Februar 2017 im Volkartgebäude in Winterthur statt.

Auskunft: Patrick Krauskopf, Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

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