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Alumni-Start-up Tamandua: Mit Alt und Jung zum Erfolg

Tamandua, ein junges Start-up aus Zürich, beschäftigt sich mit dem demografischen Wandel in der Arbeitswelt und bietet erfolgreich strategische Unternehmenslösungen an.

Die Gründer Nadia Kägi und Alexander Locher am Arbeitsplatz in der Binz.

Die Gründer Nadia Kägi und Alexander Locher am Arbeitsplatz in der Binz.

Jeder, der schon einmal ein Studium abgeschlossen hat, weiss: Das Abschlussjahr ist das Schlimmste. Die letzten, wichtigsten Prüfungen, die Themenfindung für die Diplomarbeit, die Recherche, das Alles-wieder-über-den-Haufen-werfen und das Von-vorne-beginnen. Den meisten raucht bereits der Kopf beim blossen Gedanken an eine weitere Beschäftigung.

Und dann gibt’s da auch noch solche, die stampfen zwischen Einleitung und Schlusswort ein ganzes Unternehmen aus dem Boden. Zum Beispiel Nadia Kägi und Alexander Locher. Im September 2017 haben die beiden erfolgreich ihr Bachelorstudium International Management an der ZHAW School of Management and Law abgeschlossen und mit Tamandua zeitgleich ein Jungunternehmen gegründet, welches sich einem der derzeit wichtigsten, aber oft vernachlässigten Themen widmet: dem demografischen Wandel in der Arbeitswelt.

Die grösste Herausforderung unserer Zeit
Während sich Digitalisierungsspezialisten aus allen Branchen auf die jungen Millennials stürzen, rücken die Berater von Tamandua die gestandenen Arbeitskräfte in den Fokus. «In den nächsten Jahren werden rund 700’000 Arbeitnehmende pensioniert», erklärt Nadia Kägi. «Und bloss ein Bruchteil an jungen Talenten rückt nach.» Mit der Rente verlieren die Unternehmen häufig nicht nur langjährige Kolleginnen und Kollegen, sondern auch wertvolles Wissen, das auf jahrzehntelanger Erfahrung und Routine basiert. Diese sei, obwohl vielfach negativ konnotiert, «genauso wichtig wie der frische Wind, den Berufseinsteiger mit sich bringen», fügt Kägi an. Gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern und einem achtköpfigen Team entwickelt die selbst erst 26-Jährige strategische Businesslösungen für die wohl grösste Herausforderung unserer Zeit. Vom pensionierten Praktikanten über die Lehrtochter, die «Gotti» eines Mid-Agers ist, ist alles denkbar. Hauptsache, Jung und Alt durchmischt sich und lernt voneinander mit Freude. Denn das «lebenslange» Lernen wird immer wichtiger.

Die Angst, überflüssig zu werden
Ein alter Zopf, das passiert doch sowieso schon von alleine, mag nun manch einer denken, und ganz falsch liegt er damit nicht. Aber eben auch nicht ganz richtig, denn «viele Arbeitnehmende zögern damit, ihr gesamtes Wissen weiterzugeben, aus Angst davor, überflüssig und von jüngeren, günstigeren Arbeitskräften ersetzt zu werden», erklärt Kägi. Deshalb ist auch die beratende Rolle, welche die – übrigens altersmässig stark durchmischten – Experten von Tamandua im Kulturwandel einnehmen, so wichtig. «Es ist nicht zuletzt die Unternehmenskultur, die sich unter dem Wandel drastisch verändern wird.» Von Tamandua erhalten die Unternehmen auch Unterstützung in der personalentwicklungspolitischen Strategiefindung.

Bereit für den demografischen Wandel?
Dass das Start-up innert kürzester Zeit erfolgreich werden konnten, bestätigt das Marktbedürfnis. «Unsere Auftraggeber sind gut durchmischt – es ist definitiv keine Frage der Unternehmensgrösse», so Kägi. Es kämpften alle mit denselben Problemen. Wer sich nicht sicher sei, ob für ihn Handlungsbedarf bestehe, der könne sich unverbindlich auf dem Webauftritt von Tamandua einem Fastcheck unterziehen. Diesen hätten sie erst kürzlich veröffentlicht und sei eine Mini-Version des Tools, welches sie für die offiziellen Beratungen zur Analyse bräuchten und selbst entwickelt hätten. Und wenn der Wandel erfolgreich überstanden ist? «So schnell passiert das nicht», schmunzelt Kägi. «Aber nichtsdestotrotz – wir haben noch einige Ideen im Hinterkopf, die wir zeitnahe angehen wollen. Man darf also gespannt bleiben!»

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