4. Diversity-Lunch: Chancengleichheit für Frauen

Am  4. Diversity-Lunch stand die Chancengleichheit für Frauen bei Anstellung und Laufbahnentwicklung im Zentrum. Dr. Christiane Löwe, Leiterin der Abteilung Gleichstellung der Universität Zürich (UZH), gab einen Überblick zum Aktionsplan zur Förderung der Chancengleichheit und den entsprechenden Projekten aus den Fakultäten. Anschliessend präsentierte Jamie Lee Gloor, Wissenschaftlerin am Institut für Betriebswirtschaftslehre der UZH das Projekt young women = „risky business“?. In ihren Untersuchungen zeigt die Forscherin, auf welche Weise junge Frauen bei der Anstellung von Diskriminierungen betroffen sind.

Aus der Studie geht hervor, dass Frauen aufgrund von Vorurteilen und Stereotypen weniger Führungsaufgaben zugetraut werden. Die Diskriminierung liege jedoch nicht nur in Vorurteilen begründet, sondern seien massgeblich auch strukturell bedingt. So müssten etwa Frauen ab 30 Jahren, die Familiengründung und berufliche Ambitionen unter einen Hut bringen möchten, mehr Einsatz leisten und investieren, um in der Laufbahnentwicklung dieselben Chancen wie ihre männlichen Kollegen zu haben. Dies hänge massgeblich mit den noch problematischen familienergänzenden Betreuungsstrukturen und der Vollzeitkultur zusammen, die es für Frauen vergleichsweise schwierig machen, Familie und Beruf zu vereinbaren. An der SML besetzen Frauen in den 17 Instituten und Zentren nur einen Viertel der höheren Leitungsfunktionen (9 von 36).

Aus der Diversity-Forschung ist ferner bekannt, dass wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Vergleich zu wissenschaftlichen Mitarbeitern mehr administrative Arbeiten leisten. Weil diesen proportional deshalb mehr Zeit für Publikationen bleibt als ihren Kolleginnen, führt dieser Umstand zu einer rascheren Entwicklung der akademischen Laufbahn der Männer.

Der Diversity-Lunch wurde von 18 Personen besucht, mit wenigen Ausnahmen vor allem Frauen. Der Anlass bot einiges an Diskussionsstoff, aber leider etwas wenig Zeit, die Problemstellungen und Fragen zu vertiefen. Handlungsmöglichkeiten, um die Diskriminierungen von Frauen an Hochschulen zu verringern, wurden nur gestreift. Die Situation an der SML war dabei kaum ein Thema, was mit dem Format der Veranstaltung zusammenhängt. Bislang liegen keine Daten zum Vorkommen von Diskriminierung an der SML und oder der ZHAW insgesamt vor. Nach Einschätzung der Co-Beauftragten für Diversity/Gender gibt es an der SML aber durchaus Handlungsbedarf.

Auskunft: Tarek Naguib, Co-Beauftragter Gender/Diversity SML

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